ROUNDUP, Deutschland

ROUNDUP Deutschland schafft Gasumlage fĂŒr auslĂ€ndische EmpfĂ€nger ab

20.12.2024 - 14:33:32 | dpa.de

Deutschland schafft eine in Europa umstrittene Gasspeicherumlage an sogenannten GrenzĂŒbergangspunkten mit NachbarlĂ€ndern ab.

Der Bundestag beschloss dazu eine Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes, die danach auch der Bundesrat billigte. Die Umlage betrifft bisher auch Importeure in NachbarlĂ€ndern, die Gas ĂŒber deutsche Pipelines beziehen.

FĂŒr Verbraucher in Deutschland könnte der Schritt Mehrbelastungen zur Folge haben. Im Gesetzentwurf heißt es, es seien geringe Auswirkungen auf das Verbraucherpreisniveau zu erwarten. Die Gasspeicherumlage ist Bestandteil des Gaspreises.

Der GesetzesĂ€nderung im Bundestag stimmten SPD, GrĂŒne und CDU/CSU zu. Die GrĂŒnen-Abgeordnete Ingrid Nestle CH0038863350 sagte, es sei im Interesse Deutschlands, eine gute Zusammenarbeit mit den Nachbarn zu haben, von deren Infrastruktur auch Deutschland oft profitiere. Der CDU-Abgeordnete Andreas Jung sagte, europĂ€ische Partner wie Österreich und Tschechien seien auf Deutschland zugekommen und hĂ€tten beschrieben, welche negative Wirkung die Regelung auf sie habe.

Unter anderem die FDP stimmte dagegen. Der FDP-Energiepolitiker Michael Kruse warf Wirtschaftsminister Robert Habeck (GrĂŒne) vor, fĂŒr eine weitere Verteuerung von Energie zu sorgen. Die Erhöhung der Gasspeicherumlage sei eine Diskriminierung von InlĂ€ndern. "Sie fĂ€llt jetzt nur noch fĂŒr deutsche Kunden an, die die Gasspeicher nutzen, aber nicht mehr fĂŒr auslĂ€ndische Kunden, die die Gasspeicher nutzen."

Die Gasspeicherumlage wurde im Herbst 2022 eingefĂŒhrt, um in der Energiepreiskrise nach dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine Kosten des Einkaufs und der Speicherung von Gas zu finanzieren. Die Umlage steigt ab 1. Januar 2025 von aktuell 0,250 Cent pro Kilowattstunde auf dann 0,299 Cent pro Kilowattstunde. Nach Berechnungen des Portals Verivox erhöht sich die Gasrechnung rechnerisch um zwölf Euro im Jahr.

Politiker und Wirtschaftsvertreter in Österreich begrĂŒĂŸten die Abschaffung. "Insbesondere in Zeiten, in denen wir uns von russischen Gaslieferungen unabhĂ€ngig machen wollen, ist das ein wichtiges Signal", sagte Österreichs Wirtschaftsminister Martin Kocher. Die Streichung der Umlage senkt die Kosten fĂŒr den Gastransport durch Deutschland. So werde die Nutzung alternativer Lieferrouten erleichtert, wenn zum Jahreswechsel der Transitvertrag fĂŒr russisches Gas durch die Ukraine auslĂ€uft, hieß es von Branchenvertretern.

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