Mecklenburg-Vorpommern, Landtagswahl

AfD gewinnt Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit 38,2 Prozent

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 00:09 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die AfD wird bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, die SPD folgt knapp dahinter. CDU und FDP verpassen den Einzug in den Schweriner Landtag und müssen künftig aus der außerparlamentarischen Opposition agieren.

Amtliches Wahlergebnis: CDU in Mecklenburg-Vorpommern draußen
CDU-Wahlparty in Schwerin am 20.09.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat zu einer grundlegenden Verschiebung der Kräfteverhältnisse geführt. In der Nacht zu Montag wurde das vorläufige amtliche Endergebnis veröffentlicht, demzufolge die AfD mit 38,2 Prozent der Stimmen stärkste Kraft wird, während die SPD mit 35,5 Prozent knapp dahinter liegt.

CDU und FDP scheitern an der Fünf-Prozent-Hürde

Für die CDU bedeutet das Ergebnis einen historischen Einschnitt: Mit 4,9 Prozent verfehlt sie erstmals bei einer Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern die Fünf-Prozent-Hürde und bleibt damit künftig außerhalb des Schweriner Landtags. Auch die FDP verliert ihre bisherige Vertretung im Parlament und kommt nur noch auf 1,0 Prozent. Die Liberalen liegen damit sogar knapp hinter der Tierschutzpartei, die mit 1,1 Prozent ein etwas besseres Ergebnis erzielt.

Schwesig braucht Dreierbündnis für Regierungsmehrheit

Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) kann nach diesem Ergebnis nur noch mit Unterstützung von Linken und Grünen eine Mehrheit im Landtag bilden. Die Linkspartei erreicht 6,5 Prozent, die Grünen kommen auf 5,7 Prozent. Ein Bündnis dieser drei Parteien würde der AfD trotz deren Wahlsieg eine rechnerische Mehrheit im Parlament gegenüberstellen.

BSW und Kleinstparteien bleiben draußen

Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) verpasst bei seinem ersten Antreten im Nordosten die Fünf-Prozent-Hürde und kommt auf 4,8 Prozent. Unter den weiteren Parteien sticht die „Handwerker Partei Deutschland“ hervor, die 0,5 Prozent erzielt. Die Freien Wähler erreichen 0,4 Prozent, die Satirepartei „Die Partei“ liegt bei 0,3 Prozent, ebenso wie das „Team Freiheit“.

Breites Feld kleiner Parteien ohne Parlamentsvertretung

Im unteren Bereich des Ergebnisses finden sich zahlreiche Kleinstparteien, die keinen Zugang zum Landtag erhalten. Jeweils 0,2 Prozent erzielen die Piratenpartei und Volt. Mit jeweils 0,1 Prozent bleiben ÖDP, Bündnis C, KPD, PdF und WLD noch hinter diesen Werten zurück. Damit bleibt der kommende Landtag trotz der Vielzahl antretender Parteien auf die Kräfte beschränkt, die die Fünf-Prozent-Hürde überwinden.

Das vorläufige amtliche Endergebnis der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern markiert einen tiefen Einschnitt in der politischen Landschaft des nordöstlichen Bundeslandes. Mit 38,2 Prozent der Stimmen wird die AfD stärkste Kraft, während die bislang regierende SPD mit 35,5 Prozent nur knapp dahinterliegt. Zugleich verpasst die CDU mit 4,9 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag, die FDP fällt mit 1,0 Prozent sogar hinter kleinere Parteien zurück.

Verschobene Kräfteverhältnisse im Schweriner Landtag

Die Konstellation zwingt Ministerpräsidentin Manuela Schwesig zu neuen Mehrheitsoptionen. Eine Regierungsbildung ist rechnerisch nur mit Unterstützung von Linken und Grünen möglich, die auf 6,5 beziehungsweise 5,7 Prozent kommen. Damit würde eine Koalition aus SPD, Linken und Grünen die AfD klar überstimmen, bräuchte aber zugleich eine stabile Zusammenarbeit von drei Parteien mit unterschiedlichen Schwerpunkten, etwa in der Wirtschafts-, Energie- und Bildungspolitik.

Bemerkenswert ist auch das Abschneiden weiterer Parteien: Das Bündnis Sahra Wagenknecht verfehlt mit 4,8 Prozent den Einzug in den Landtag knapp und kann damit die Kräfteverhältnisse nicht direkt im Parlament beeinflussen. Kleinere Gruppierungen wie die Tierschutzpartei, die Handwerker Partei Deutschland oder Volt erzielen zwar Achtungserfolge, bleiben aber deutlich unter der Fünf-Prozent-Hürde. Insgesamt deutet das Ergebnis auf eine stärkere Fragmentierung der Wählerschaft hin, verbunden mit einer klaren Verschiebung hin zu AfD und SPD, während die traditionellen bürgerlichen Kräfte deutlich geschwächt werden.

Bedeutung für Bundespolitik und Parteien

Für die CDU ist das historisch schlechte Ergebnis ein weiterer deutlicher Warnruf, da sie in einem weiteren ostdeutschen Land aus dem Parlament herausfällt. Auch die FDP muss ihre Strategie in Ostdeutschland neu justieren, nachdem sie ihren bisherigen Landtagssitz in Schwerin verliert. Auf Bundesebene dürfte das starke Abschneiden der AfD die Debatte über den Umgang mit der Partei und über die Ursachen ihrer Zustimmung erneut anheizen. Zugleich steht die SPD unter dem Druck, in Mecklenburg-Vorpommern eine tragfähige, möglichst konfliktarme Mehrheitskoalition zu formen, die über die Landesgrenzen hinaus als stabiler Gegenentwurf zur AfD wahrgenommen wird.

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