Gewerkschaft der Polizei gegen stationÀre Grenzkontrollen
Veröffentlicht am: 26.09.2023 um 05:15 Uhr | dpa.de
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat ihre Bedenken gegen stationĂ€re Kontrollen an den Grenzen zu Polen und Tschechien erneuert. «Wir sprechen uns als GdP gegen stationĂ€re, feste Grenzkontrollen aus, weil wir das in der polizeilichen Arbeit nicht als effektiv ansehen», sagte die Vizevorsitzende des GdP-Bezirks Bundespolizei, Erika Krause-Schöne, der «Rheinischen Post». Schleuser wĂŒrden einfach um die festen Kontrollpunkte herumfahren. Stattdessen wolle die Bundespolizei «agil auf der Grenzlinie» agieren können, sagte Krause-Schöne.
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hatte erklĂ€rt, es seien zur BekĂ€mpfung der SchleuserkriminalitĂ€t auch stationĂ€re Kontrollen geplant - zusĂ€tzlich zur Schleierfahndung. Es gehe nun darum, dass auch auf polnischem und tschechischem Gebiet RĂŒckweisungen bei unerlaubten Einreiseversuchen möglich wĂŒrden, sagte Faeser bei einer von Hit Radio FFH und der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» organisierten Diskussionsrunde in Frankfurt am Main.
Aktuell gibt es seit Herbst 2015 vorĂŒbergehende stationĂ€re Grenzkontrollen in Bayern an der Grenze zu Ăsterreich. Sie werden vom Bundesinnenministerium bei der EU-Kommission angemeldet und jeweils verlĂ€ngert. Schleierfahndung bedeutet verdachtsunabhĂ€ngige Kontrollen etwa im Grenzgebiet.
Faeser: Dauerhafte Lösung «kann es nur in Europa geben»
Faeser betonte am Montagaband, sie habe ihre Meinung in dem Punkt nie geĂ€ndert. Es gehe nun darum, dass auch auf polnischem und tschechischem Gebiet RĂŒckweisungen bei unerlaubten Einreiseversuchen möglich wĂŒrden. «Wir mĂŒssen die irregulĂ€re Migration stĂ€rker bekĂ€mpfen. Wir brauchen aber eine dauerhafte Lösung. Die kann es nur in Europa geben», sagte Faeser.
ThĂŒringens SPD-Innenminister Georg Maier zeigte sich bei dem Thema skeptisch. «Kontrollen an der Grenze zu Polen und Tschechien allein werden die Migrationskrise in Deutschland nicht lösen», sagte Maier dem Nachrichtenportal «The Pioneer». «Es gibt rechtlich keine Handhabe, Menschen an der Grenze zurĂŒckzuweisen, wenn diese Asyl begehren.» Zudem wĂŒrden bei lĂŒckenlosen Kontrollen lange Staus sowie ein enormer Personalaufwand die Folge sein. Krause-Schöne und Maier plĂ€dierten beide fĂŒr Lösungen auf europĂ€ischer Ebene, um die irregulĂ€re Migration zu begrenzen.
