BER, Kino

Weimer: Berlinale-Intendantin Tuttle bot von sich aus RĂŒckzug an

01.03.2026 - 10:38:51 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Chefin der Berlinale, Tricia Tuttle, hat nach den Worten von Kulturstaatsminister Wolfram Weimer von sich auch ihren RĂŒckzug als Intendantin des Filmfestivals angeboten.Weimer sagte der "Rheinischen Post" (Montagsausgabe), nach den pro-palĂ€stinensischen und anti-israelischen Protesten und den Reaktionen darauf habe Tuttle tief getroffen gewirkt.

Tricia Tuttle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Tricia Tuttle (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
"Sie sagte mir und auch meinem Amtschef am Dienstag, sie könne in dieser vergifteten AtmosphĂ€re und ihren politischen Spannungen die Berlinale kaum weiterfĂŒhren. Wir sprachen offen ĂŒber die schwierige Situation."

Weimer ergĂ€nzte: "Wenn ein derartiger Eklat passiert und auch die Intendantin ihre Zukunft von sich aus infrage stellt, mĂŒssen die Gremien beraten." Daher habe er den Aufsichtsrat entsprechend informiert. "Mehr kann ich aber mit Blick auf die vereinbarte Vertraulichkeit und die laufenden GesprĂ€che nicht sagen." Mitte der Woche sei zudem eine Aufsichtsratssitzung mit Tuttle geplant. "Alle Beteiligten wollen meiner EinschĂ€tzung nach rasch zu guten Ergebnissen kommen."

Die Kritik aus der Filmbranche an seinem Vorgehen wies Weimer zurĂŒck. "Ich verstehe die Aufregung nach den VorfĂ€llen. Manche Kritik war aber der Unkenntnis der Lage geschuldet." Der Staatsminister weiter: "Die SolidaritĂ€tsadressen fĂŒr Tricia tun ihr sicher gut und ermutigen sie wieder." Es sei zudem großartig zu sehen, wie sehr die Berlinale vielen KĂŒnstlern am Herzen liege. "Aber die hier und da hörbare Verharmlosung von Israel-Hass und Aktivisten-AggressivitĂ€t sind schwer ertrĂ€glich."

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