Handballer, Frankreich

Handballer schocken Frankreich und trÀumen von Medaille

07.08.2024 - 15:36:58 | dpa.de

Die deutschen Handballer trotzen der hitzigen Frankreich-Kulisse und werfen sich ins Olympia-Halbfinale. Der nĂ€chste Gegner ist ein alter Bekannter aus der Vorrunde. FĂŒr einen Star endet die Karriere.

  • Spielmacher Juri Knorr legte gegen Frankreich gut los. - Foto: Brian Inganga/AP/dpa
  • Frankreichs Handballer zeigten gegen Deutschland ihre beste Turnierleistung. - Foto: Aaron Favila/AP/dpa
Spielmacher Juri Knorr legte gegen Frankreich gut los.  - Foto: Brian Inganga/AP/dpa Frankreichs Handballer zeigten gegen Deutschland ihre beste Turnierleistung.  - Foto: Aaron Favila/AP/dpa

Dramatischer Krimi mit Happy End: Deutschlands Handballer haben nach einer herausragenden Aufholjagd ihren Erfolgslauf bei den Olympischen Spielen fortgesetzt und sich mit einem Sieg ĂŒber Europameister und Olympiasieger Frankreich in die Medaillenrunde gekĂ€mpft. Vor einer aufgeheizten Handball-Kulisse von rund 27.000 Fans untermauerte die Auswahl von Bundestrainer Alfred Gislason ihre Gold-Ambitionen und bezwang den Gastgeber in Lille mit 35:34 (29:29, 14:17) nach VerlĂ€ngerung. 

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte das DHB-Team mit sechs Toren zurĂŒckgelegen. Auch kurz vor dem Ende der regulĂ€ren Spielzeit sah der EM-Vierte bei einem Tor RĂŒckstand und Ballbesitz Frankreich schon wie der Verlierer aus, doch in letzter Sekunde gelang Renars Uscins noch der Ausgleich. Der Jungstar war mit 14 Toren bester deutscher Werfer.

Die Duelle bei der Heim-EM im Januar sowie der WM im Vorjahr hatte Deutschland jeweils verloren. Mit ihrem ersten Pflichtsieg gegen Frankreich seit 2013 revanchierte sich das deutsche Team auch im Namen der DHB-Frauen, die am Vortag gegen die Équipe Tricolore im Viertelfinale gescheitert waren. 

Die erste Medaille fĂŒr die deutschen Handballer bei einem großen Turnier seit Olympia-Bronze 2016 in Rio de Janeiro ist damit greifbar nah. Im Halbfinale am Freitag trifft die Mannschaft um Spielmacher Juri Knorr auf Spanien, das sich nach VerlĂ€ngerung gegen Ägypten durchsetzen konnte. In der Vorrunde hatte das DHB-Team in einem hochumkĂ€mpften Spiel gegen die SĂŒdeuropĂ€er 33:31 gewonnen und damit den Einzug in die K.o.-Phase vorzeitig perfekt gemacht.

Frankreichs Aus ist gleichbedeutend mit dem Karriereende des dreimaligen Welt-Handballers Nikola Karabatic. Der 40 Jahre alte Starspieler, der in seiner mit TrophĂ€en dekorierten Karriere dreimal Olympia-Gold und vier Weltmeistertitel holte, hört endgĂŒltig auf.

Fußballkulisse mit Pfeifkonzert

Ein deutscher Sieg lag schon vor dem Anpfiff in der Luft. Das Selbstvertrauen war so groß wie lange nicht mehr. Auch, weil die Gislason-Auswahl erst im Juli ein Testspiel gegen Frankreich gewonnen hatte. Doch diesmal spielte das DHB-Team gegen eine ganze Nation. Die Stimmung im Fußballstadion des OSC Lille war noch einmal aufgeheizter als beim Duell der Frauen-Teams. Mit Pfeifkonzerten begleiteten die Fans viele deutsche SpielzĂŒge. 

Der deutschen Abwehr fehlte in der Anfangsphase die PrĂ€senz. Weil zeitgleich TorhĂŒter Andreas Wolff enttĂ€uschte, kamen die Gastgeber immer wieder ĂŒber den Kreis zu einfachen Treffern. In der Offensive trauten sich Spielmacher Knorr und RĂŒckraum-Ass Uscins zwar viel zu, insgesamt fehlte es aber an Effizienz. Hinzu kam, dass Frankreichs Keeper Vincent Gerard alleine in der ersten HĂ€lfte mehr als zehn WĂŒrfe parierte. Erst als David SpĂ€th fĂŒr Wolff ins deutsche Tor kam, verbesserte sich auch beim DHB-Team die TorhĂŒterleistung. 

Frankreich-Profi mit Unsportlichkeit

Die hitzige AtmosphĂ€re von den RĂ€ngen ĂŒbertrug sich auch aufs Parkett. Frankreichs Startspieler Dika Mem hatte GlĂŒck, als er nach einer Unsportlichkeit gegen Uscins nur eine Zeitstrafe bekam. Als der Deutsche schon am Boden lag, drĂŒckte der Franzose ihn noch einmal runter. 

Vor den Augen von IOC-PrĂ€sident Thomas Bach machte das DHB-Team nach der Pause einen Sechs-Tore-RĂŒckstand (14:20) wett und verdiente sich den spĂ€ten Ausgleich in letzter Sekunde. Auch in der VerlĂ€ngerung blieb es dramatisch - mit dem besseren Ende fĂŒr die deutsche Mannschaft.

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