DEL, Adler Mannheim

Titel, TrÀnen, Zukunftsfragen: EisbÀren Berlin vor Umbruch

04.05.2026 - 15:46:59 | dpa.de

Die EisbĂ€ren feiern ihren zwölften Titel – doch Abschiede von SchlĂŒsselspielern und von Coach Serge Aubin stellen den Serienmeister vor eine große Herausforderung.

  • Konfetti fĂŒr den Meister: Die EisbĂ€ren Berlin haben es wieder geschafft. - Foto: Florian Wiegand/dpa
    Konfetti fĂŒr den Meister: Die EisbĂ€ren Berlin haben es wieder geschafft. - Foto: Florian Wiegand/dpa
  • Genoss die Sekt- und Bierdusche: Jonas Stettmer. - Foto: Florian Wiegand/dpa
    Genoss die Sekt- und Bierdusche: Jonas Stettmer. - Foto: Florian Wiegand/dpa
  • Wechselt nach Bern: Meistertrainer Serge Aubin. (Archivbild) - Foto: Andreas Gora/dpa
    Wechselt nach Bern: Meistertrainer Serge Aubin. (Archivbild) - Foto: Andreas Gora/dpa
Konfetti fĂŒr den Meister: Die EisbĂ€ren Berlin haben es wieder geschafft. - Foto: Florian Wiegand/dpa Genoss die Sekt- und Bierdusche: Jonas Stettmer. - Foto: Florian Wiegand/dpa Wechselt nach Bern: Meistertrainer Serge Aubin. (Archivbild) - Foto: Andreas Gora/dpa

Mit goldenem Konfetti auf dem von Sekt und Bier verklebten Trikot genoss Marcel Noebels noch diesen Moment mit seinen Berliner EisbÀren. WÀhrend sich der Routinier nach der erneuten Titelverteidigung mit bewegenden Worten vom Eishockey-Serienmeister verabschiedete, klatschte Coach Serge Aubin mit feuchten Augen alle Spieler und seinen Trainerstab ab. 

Was wie ein Lebewohl aussah, war auch eines. Einen Tag nach dem zwölften MeisterstĂŒck bestĂ€tigten die EisbĂ€ren auch den Abschied ihres Erfolgscoaches. Aubin wechselt zum SC Bern - trotz eines bis 2028 laufenden Vertrages. Bei den Schweizern unterschrieb er einen Dreijahresvertrag. Die Berliner stehen nach ihrem lange nicht fĂŒr möglich gehaltenen nĂ€chstem Titelcoup vor einem großen Umbruch. 

«Wir sind Serge unglaublich dankbar fĂŒr seine Arbeit in den letzten Jahren. Er ist einer der besten und erfolgreichsten Trainer der EisbĂ€ren-Geschichte. FĂŒnf Meisterschaften in den letzten sechs Jahren sprechen fĂŒr sich», teilte der DEL-Rekordchampion mit. 

Über einen Nachfolger des 51-JĂ€hrigen ist noch nichts bekannt. «Wir werden die neue Situation nun in Ruhe analysieren. Wir haben ein sehr gutes Trainerteam und werden den passenden Head Coach fĂŒr die EisbĂ€ren finden», sagte Sportdirektor StĂ©phane Richer.

Die JubelstĂŒrme in der SAP Arena nach dem 4:1 waren kaum verklungen, die Bilder des zwölften Meistertitels noch frisch. Und schon mischte sich in die ausgelassene Stimmung bei den Berlinern eine nachdenkliche Note.

Noebels hÀtte Karriere gerne in Berlin beendet

Noebels erklĂ€rte zu seinem eigenen Abschied noch vor der BestĂ€tigung des Aubin-Abgangs nach seiner fĂŒnften Meisterschaft in zwölf Jahren: «FĂŒr mich ist die Finalserie sehr emotional. Klar, ich wusste im Endeffekt, dass das letzte Spiel kommen wird. Nichtsdestotrotz glaube ich, hĂ€tte es fĂŒr mich keinen besseren Abschied geben können.»

UrsprĂŒnglich habe er geplant, seine Karriere in Berlin zu beenden, meinte er. «Ich wĂ€re natĂŒrlich gerne noch viele, viele weitere Jahre hier geblieben. Aber manchmal gibt es im Leben Sachen, die man nicht einplant. Aber wenn eine TĂŒr zugeht, dann geht eine andere auf.» 

Der Weg des Olympia-Zweiten von 2018 fĂŒhrt offenbar zu den Kölner Haien, die wie die beiden anderen Playoff-Gegner Straubing Tigers und Adler Mannheim von der Wucht der EisbĂ€ren ĂŒberwĂ€ltigt wurden.

Coach Aubin stellt Clubrekord ein

Dabei galt diese Meisterschaft lange als die unwahrscheinlichste. Verletzungen wichtiger Spieler warfen die Berliner immer wieder zurĂŒck - darunter LeistungstrĂ€ger Blaine Byron und Ty Ronning. Bilder vom im Rollstuhl feiernden Lean Bergmann stehen sinnbildlich fĂŒr diese schwierige Saison, die aus EisbĂ€ren-Sicht erst nach der Olympia-Pause Schwung aufgenommen hat. Zudem dezimierten sie sich selbst durch die Sperre von KapitĂ€n Kai Wissmann.

Auch deswegen sei der Titel etwas Besonderes fĂŒr ihn persönlich, meinte Coach Aubin. FĂŒnfmal holte er die deutsche Meisterschaft mit den EisbĂ€ren und stellte damit den Clubrekord des legendĂ€ren Trainers Don Jackson ein. Wenn Aubin mit Berlin die Playoffs erreichte, verlor die Mannschaft keine einzige der 15 Serien.

«Nach all den erfolgreichen Jahren hatte ich das GefĂŒhl, eine neue Herausforderung annehmen zu wollen. Daher habe ich mich zu diesem Schritt entschieden. Ich werde meine Zeit in Berlin niemals vergessen», wurde Aubin in einer EisbĂ€ren-Mitteilung zitiert. 

Der Kanadier verwies zuvor auf die vielen RĂŒckschlĂ€ge und Herausforderungen, die sein Team in dieser Spielzeit zu meistern hatte. «Es gab eine lange Zeit Zweifel an uns. Aber wir sind damit gut umgegangen und zur richtigen Zeit aufgestanden.»

Auch beide TorhĂŒter vor dem Absprung

Personell verursachen Aubin und Noebels nicht die einzigen Baustellen. Als Torwart Jake Hildebrand, der angeblich schon bei den Adler Mannheim unterschrieben haben soll, sich verletzte, war dann auch noch sein Vertreter Jonas Stettmer zur Stelle - und wie: Der 24-JĂ€hrige trieb die Adler in die Verzweiflung und wurde zum besten Spieler der Finalserie gekĂŒrt. «Das hĂ€tte ich mir niemals ertrĂ€umt.» Aber: Auch Stettmer geht - voraussichtlich zurĂŒck zum ERC Ingolstadt.

WĂ€hrend die Meisterparty also noch nachhallt, beginnt im Hintergrund bereits die Neuordnung. Richer mahnt zur Ruhe, will den Moment genießen. «Jetzt feiern wir erst einmal den Meistertitel und dann reden wir ĂŒber VertrĂ€ge», sagte er der «Bild». Was bleibt, ist ein GefĂŒhl zwischen ErfĂŒllung und Aufbruch. Die EisbĂ€ren haben einmal mehr gezeigt, dass sie die prĂ€gende Kraft der Liga sind - allen Widrigkeiten zum Trotz.

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