EU-Kommission, Emissionen

EU-Kommission will Emissionen bis 2040 um 90 Prozent senken

06.02.2024 - 18:47:22 | dts-nachrichtenagentur.de

Die EU-Kommission hat als neues Zwischenziel auf dem Pfad zur KlimaneutralitĂ€t fĂŒr das Jahr 2040 eine Treibhausgas-Reduktion um 90 Prozent im Vergleich zu 1990 vorgeschlagen.

Europaflagge (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Bisher ist geplant, die Emissionen bis 2030 um mindestens 55 Prozent zu senken, im deutschen Klimaschutzgesetz sind 88 Prozent Einsparungen bis 2040 vorgesehen. "Das Risiko einer Deindustrialisierung und sozialer Spannungen ist sehr real", sagte Maros Sefcovic, der als VizeprĂ€sident der EuropĂ€ischen Kommission zustĂ€ndig fĂŒr den "EuropĂ€ischen Green Deal" ist, am Dienstagnachmittag. "FĂŒr uns sind Europas industrielle FĂŒhrung und eine sozial gerechte, inklusive grĂŒne Wende nicht nur zwei Seiten derselben Medaille, sondern sie sind zwingend notwendig."

Es sei wichtig, dass das vorgeschlagene Ziel auch widerspiegelt, dass man nicht in einem Vakuum agiere. "Der weltweite Wettbewerb um emissionsarme Technologien ist und bleibt intensiv", so Sefcovic. Die Festlegung eines Klimaziels fĂŒr 2040 solle Sicherheit und Vorhersehbarkeit fĂŒr Investitionsentscheidungen bieten. "Denn wir wollen, dass Europa ein erstklassiges Ziel fĂŒr Investitionen und eine erstklassige Quelle fĂŒr ArbeitsplĂ€tze auf allen Qualifikationsstufen ist", erklĂ€rte der Kommissionsvize. FĂŒr das Energiesystem bedeute die Verringerung der Kohlenstoffemissionen um 90 Prozent bis 2040 eine fast vollstĂ€ndige Dekarbonisierung des Stromsektors, so Kadri Simson, EU-Kommissarin fĂŒr Energie. Dies werde durch einen beschleunigten Ausbau erneuerbarer Energien und den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen vorangetrieben, die im Vergleich zu 2021 um 80 Prozent reduziert werden sollen. "Der Anteil Erneuerbarer Energien am Stromverbrauch wird sich von 25 Prozent im Jahr 2030 auf 50 Prozent im Jahr 2040 verdoppeln", so Simson. Auch die Nachfrageseite werde sich verĂ€ndern. "Ich habe bereits erwĂ€hnt, dass die Industrie neue Technologien und modernisierte Produktionsprozesse integrieren wird und dass energieeffiziente Renovierungen und WĂ€rmepumpen im Wohnbereich vorherrschend sein werden", erklĂ€rte sie. "Heute ist Europa noch zu sehr von fossilen Brennstoffen abhĂ€ngig und importiert diese. Aber bis 2040 wird dieser Anteil auf 26 Prozent reduziert. Und das wird die Kosten fĂŒr den Kauf importierter Brennstoffe senken und Europa widerstandsfĂ€higer gegen Schocks machen." Die Emissionsreduktion bringe "wichtige Vorteile, ist technologisch machbar und wird Europas WettbewerbsfĂ€higkeit durch bezahlbare Energie verbessern", so Simson. DafĂŒr mĂŒsse die gesamte Energieinfrastruktur ĂŒberdacht werden, ein hohes Investitionsniveau gehalten werden und ein breites Portfolio an Technologien eingesetzt werden. "Wir haben gerade das wĂ€rmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt, und wir und die BĂŒrger in allen unseren Mitgliedstaaten sehen, was der Klimawandel in Form von DĂŒrren, Überschwemmungen und der ErwĂ€rmung des Planeten anrichtet und wie er unser aller Leben beeintrĂ€chtigt", erklĂ€rte Wopke Hoekstra, EU-Kommissar fĂŒr Klimaschutz. "Und wir sehen auch, dass die Kosten, die damit einhergehen, steil ansteigen, was die Wirtschaft betrifft. Nichtstun wĂ€re daher weitaus kostspieliger."

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