Russland, Ukraine

Strack-Zimmermann zweifelt an Schröder als Ukraine-Vermittler

10.05.2026 - 11:11:41 | dts-nachrichtenagentur.de

Die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann hat sich skeptisch zu dem Vorschlag von Russlands Staatschef Wladimir Putin geĂ€ußert, Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) als Vermittler im Krieg mit der Ukraine einzusetzen."Ein Vermittler in diesem Krieg muss von beiden Seiten akzeptiert werden", sagte Strack-Zimmermann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Gerhard Schröder (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
Gerhard Schröder (Archiv) - Foto: via dts Nachrichtenagentur
"Die entscheidende Frage ist daher, ob die Ukraine Gerhard Schröder in dieser Rolle akzeptieren und ihn angesichts der Tatsache, dass er auch nach der Annexion der Krim 2014 weiterhin eng mit Putin befreundet war - und womöglich noch ist -, tatsĂ€chlich als ausreichend neutral wahrnehmen wĂŒrde." Das dĂŒrfe bezweifelt werden.

Hinzu komme, dass Schröder nicht nur bis nach Kriegsbeginn GeschĂ€fte mit Nord Stream und anderen russischen Konzernen gemacht habe, sagte die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im EU-Parlament weiter. Außerdem gebe es noch den "bizarren Auftritt" von Schröder und seiner Frau 2022 in Moskau. Schröder habe zudem immer wieder die NĂ€he zu Putin gesucht und den Angriff auf die Ukraine nicht klar genug verurteilt. Die FDP-Politikerin zog als Fazit: "Es gibt also erhebliche Zweifel daran, dass das eine gute Idee wĂ€re."

Putin hatte Schröder am Samstag als Vermittler in die Diskussion gebracht. "Von allen europĂ€ischen Politikern wĂŒrde ich GesprĂ€che mit Schröder bevorzugen", sagte der russische PrĂ€sident auf einer Pressekonferenz.

Mit Blick auf diesen Vorstoß gibt es auch aus der SPD Widerstand. "Putins Vorstoß, ausgerechnet Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel zu bringen, ist ein Affront gegenĂŒber den USA und ein durchsichtiges Manöver", sagte Michael Roth (SPD), frĂŒherer Vorsitzender des AuswĂ€rtigen Ausschusses im Bundestag, dem "Tagesspiegel". Wer ernsthaft Frieden wolle, beginne mit einem Waffenstillstand.

Putin aber stelle Bedingungen, die die Ukraine kaum akzeptieren könne, und bringe zugleich "seinen persönlichen Freund als Vermittler ins Spiel", sagte Roth. "Das wirkt nicht wie ernsthafte Diplomatie, sondern wie der Versuch, GesprĂ€chsbereitschaft zu simulieren und neue Unruhe in Europa zu stiften." Ein Moderator möglicher Verhandlungen könne "nicht einfach Putins Buddy sein", sagte der SPD-Politiker. "Entscheidend ist, dass er vor allem von der Ukraine akzeptiert wird. Das können weder Moskau noch wir fĂŒr Kiew entscheiden."

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