Geburtenziffer auf niedrigstem Stand seit zehn Jahren
21.07.2023 - 08:34:04 | dts-nachrichtenagentur.deIm Jahr 2022 kamen 56.673 oder sieben Prozent Neugeborene weniger als im Vorjahr zur Welt, teilte das Statistische Bundesamt (Destatis) am Freitag mit. Damit sank die zusammengefasste Geburtenziffer 2022 gegenĂŒber dem Vorjahr um acht Prozent auf 1,46 Kinder je Frau und damit auf den niedrigsten Stand seit 2013 (1,42 Kinder je Frau).
2021 war die GeburtenhĂ€ufigkeit dagegen deutlich auf 1,58 Kinder je Frau gestiegen. Damit die Bevölkerung eines Landes - ohne Zuwanderung - nicht schrumpft, mĂŒssten in hoch entwickelten LĂ€ndern rein rechnerisch etwa 2,1 Kinder je Frau geboren werden. Insgesamt kamen in Deutschland 738.819 Kinder zur Welt (2021: 795.492). Die zusammengefasste Geburtenziffer ist 2022 in allen BundeslĂ€ndern gesunken. Besonders stark nahm sie in Hamburg und Berlin ab, und zwar um jeweils zehn Prozent. In Bremen war der RĂŒckgang mit minus vier Prozent am schwĂ€chsten. Die höchsten Geburtenziffern hatten die Frauen in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen mit 1,52 Kindern (2021: 1,61 bzw. 1,66). Am niedrigsten war, wie bereits seit 2017, die GeburtenhĂ€ufigkeit bei den Frauen in Berlin mit 1,25 Kindern (2021: 1,39). In Westdeutschland sank die Geburtenziffer im Vorjahresvergleich von 1,60 auf 1,48 Kinder je Frau, in den ostdeutschen FlĂ€chenlĂ€ndern von 1,54 auf 1,43 Kinder je Frau. Die zusammengefasste Geburtenziffer der Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit sank 2022 auf 1,36 Kinder je Frau und war damit um neun Prozent niedriger als im Vorjahr (2021: 1,49). Ăhnlich niedrig war die GeburtenhĂ€ufigkeit bei den deutschen Frauen zuletzt im Jahr 2012 (ebenfalls 1,36). Bei den Frauen mit auslĂ€ndischer Staatsangehörigkeit sank die Geburtenziffer 2022 lediglich um sechs Prozent auf 1,88 Kinder je Frau (2021: 2,01), sie lag damit etwa auf dem Niveau des Jahres 2014 (1,86). Die sogenannte endgĂŒltige Kinderzahl lĂ€sst sich aktuell fĂŒr Frauen bis zum Geburtsjahrgang 1973 ermitteln. So bekamen die im Jahr 1973 geborenen Frauen, die 2022 mit 49 Jahren das Ende des statistisch definierten gebĂ€rfĂ€higen Alters erreicht haben, im Laufe ihres Lebens durchschnittlich 1,57 Kinder. Die endgĂŒltige Kinderzahl war zuvor bei den Frauen der 1960er-JahrgĂ€nge kontinuierlich gesunken und hatte beim Jahrgang 1968 ihr historisches Minimum mit 1,49 Kindern je Frau erreicht. Die in den 1970er-Jahren geborenen Frauen bringen durchschnittlich mehr Kinder zur Welt. Vor allem im Alter ĂŒber 30 Jahren bekommen Frauen der 1970er-JahrgĂ€nge deutlich hĂ€ufiger Kinder als Frauen der Ă€lteren JahrgĂ€nge. Das durchschnittliche Alter der MĂŒtter bei der Geburt ihres ersten Kindes war 2022 mit 30,4 Jahren geringfĂŒgig niedriger als im Vorjahr (30,5 Jahre). Das Durchschnittsalter der VĂ€ter beim ersten Kind der Mutter blieb unverĂ€ndert bei 33,3 Jahren. UnabhĂ€ngig davon, ob es sich um das erste oder ein weiteres Kind handelte, waren MĂŒtter im Jahr 2022 bei einer Geburt im Durchschnitt 31,7 Jahre und die VĂ€ter 34,7 Jahre alt. Vergleichbare Angaben zur Entwicklung der zusammengefassten Geburtenziffer im Jahr 2022 sind derzeit fĂŒr einige nordeuropĂ€ische Staaten verfĂŒgbar. So sank die Geburtenziffer nach Angaben der Human Fertility Database des Max-Planck-Instituts fĂŒr demografische Forschung in DĂ€nemark um zehn Prozent sowie in Norwegen und in Schweden um jeweils neun Prozent gegenĂŒber dem Vorjahr und damit in einem Ă€hnlichen AusmaĂ wie in Deutschland, so das Bundesamt.
dts Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
So schÀtzen die Börsenprofis Aktien ein!
FĂŒr. Immer. Kostenlos.
