ZunÀchst, Bundesmittel

ZunĂ€chst keine Bundesmittel fĂŒr geplante Lithium-Anlage in Guben

07.05.2024 - 15:53:45 | dpa.de

Die geplante Lithium-Produktionsanlage von Rock Tech in Guben (Spree-Neiße) bekommt nach Unternehmensangaben keine Bundesförderung im Rahmen der Förderrichtlinie "Resilienz und Nachhaltigkeit des Ökosystems der Batteriezellfertigung".

Das Bundeswirtschaftsministerium habe mitgeteilt, dass eine Förderung aufgrund der angespannten Haushaltslage nicht möglich sei, sagte eine Firmensprecherin am Dienstag. Das Unternehmen hatte nach eigenen Angaben bis zu 200 Millionen Euro beim Bund beantragt.

Das Land Brandenburg habe bereits signalisiert, einzuspringen, sagte Rock-Tech-Chef Dirk Harbecke am Dienstag. UrsprĂŒnglich seien zwar bis zu 200 Millionen beim Bund beantragt worden. Dabei handele es sich aber nicht um die Höhe der FinanzierungslĂŒcke. Wie viel tatsĂ€chlich fehle, wollte Harbecke nicht sagen. "Wir bekennen uns weiterhin zu dem Projekt, brauchen aber die Förderung", sagte er. Aktuell wĂŒrden andere UnterstĂŒtzungsmöglichkeiten vom Land ausgelotet, ergĂ€nzte die Sprecherin.

Das Brandenburger Wirtschaftsministerium dĂ€mpfte die Erwartungen. Es mĂŒsse klar sein, "dass das Land nicht in Dimensionen wie der Bund fördern kann", sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Aktuell gebe es noch ein laufendes, von Rock Tech beantragtes GRW-Verfahren. GRW steht fĂŒr Gemeinschaftsaufgabe "Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur". Die Mittel dafĂŒr werden jeweils zur HĂ€lfte vom Bund und vom Land finanziert. Zu diesem laufenden Verfahren wolle man aktuell keine Auskunft geben.

Das kanadisch-deutsche Unternehmen Rock Tech will in seiner Anlage jĂ€hrlich 24 000 Tonnen Lithiumhydroxid produzieren - der Grundstoff fĂŒr die Batterieproduktion fĂŒr E-Autos und Energiespeicher. Der Start der Produktion ist ab 2026 geplant. Vor der Förderabsage hieß es, die wesentlichen Arbeiten wĂŒrden von einer Genehmigung des Bundeswirtschaftsministeriums ĂŒber weitere Fördermittelzusagen abhĂ€ngen. Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) hatte kĂŒrzlich gesagt, dass das Projekt "lebe".

Das Bundesumweltministerium hielt sich auf Anfrage bedeckt. Über laufende Verfahren, mögliche Teilnehmer an Förderaufrufen sowie interne projektspezifische Bewertungen gebe man grundsĂ€tzlich keine Auskunft, sagte eine Sprecherin. "Auskunft geben können wir nur ĂŒber tatsĂ€chliche Fördernehmer, also Unternehmen, die einen Förderbescheid erhalten haben."

"Die Bundesregierung lĂ€sst Brandenburg hĂ€ngen", kritisierte der Chef der Brandenburger CDU, Jan Redmann. Wieder einmal zeige sich, dass die Interessenvertretung Brandenburgs gegenĂŒber dem Bund nicht funktioniere. Es wĂ€re den BĂŒrgern in der Lausitz nicht zu erklĂ€ren, wenn so ein Vorzeigeprojekt durchfalle. "Wir haben weiterhin ein hohes Interesse an der Ansiedlung des Unternehmens", sagte der wirtschaftspolitische Sprecher der GrĂŒnen-Fraktion im Brandenburger Landtag, Heiner Klemp. Man versuche bereits, das Projekt ĂŒber andere Wege zu unterstĂŒtzen.

UnberĂŒhrt von der Absage gebe es weitere FörderantrĂ€ge beim Bund, sagte die Sprecherin von Rock Tech. Es bestĂŒnden also weiterhin ausreichend Förderoptionen, um einen wesentlichen Teil der Finanzierung möglich und sinnvoll zu machen. Die Umsetzung der Anlage habe weiterhin PrioritĂ€t. ZunĂ€chst hatte das "Handelsblatt" berichtet.

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