Gesundheit

Drei Viertel gegen höhere Zuzahlungen von Kassenpatienten

21.04.2026 - 00:01:00 | dts-nachrichtenagentur.de

Die gesetzlichen Krankenversicherungen steuern auf ein Milliardenloch zu.

CSU-Politiker warnt vor KĂŒrzungen bei Organspendeberatung
Gesundheit - Behandlungszimmer beim Arzt (Archiv) 21.04.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Um die Ausgaben zu bremsen, plant die Bundesregierung Einschnitte im Gesundheitssystem. Neben Einsparungen bei Kliniken, Ärztehonoraren und Preisen fĂŒr Arzneimittel sind auch höhere Zuzahlungen bei Medikamenten fĂŒr Kassenpatienten oder die komplette Streichung von Leistungen wie etwa der Homöopathie vorgesehen.

Doch laut einer Forsa-Umfrage im Auftrag des "Stern" und RTL finden es nur 23 Prozent der Deutschen richtig, wenn kĂŒnftig Kassenpatienten mehr zahlen mĂŒssen. 75 Prozent lehnen dies ab. Zwei Prozent antworteten mit: "weiß nicht".

Die Mehrheit der Patienten findet es offenbar unfair, dass sie in Zukunft fĂŒr verschreibungspflichtige Medikamente in der Apotheke deutlich mehr zuzahlen sollen: Die BeitrĂ€ge steigen auf 7,50 Euro und bis maximal 15 Euro pro Packung, bislang waren es 5 Euro bis 10 Euro.

Unter den AnhĂ€ngern der beiden Regierungsparteien spricht sich jeweils eine deutliche Mehrheit gegen eine stĂ€rkere finanzielle Beteiligung von Kassenpatienten aus: So lehnen 71 Prozent der AnhĂ€nger der SPD und 61 Prozent der CDU/CSU diese PlĂ€ne ab. Am deutlichsten sprechen sich AnhĂ€nger der Linken dagegen aus, dass gesetzlich Versicherte tiefer in die Tasche fĂŒr Medikamente greifen sollen - hier sagen 91 Prozent dazu nein.

Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte vergangene Woche ihre VorschlĂ€ge fĂŒr eine Reform des Gesundheitswesens vorgestellt und fĂŒr viel Widerspruch gesorgt, auch innerhalb der Regierung. Laut Warkens PlĂ€nen sollen rund 20 Milliarden Euro durch Einsparungen und Mehreinnahmen zusammenkommen. Vor allem drei Punkte aus dem Programm stoßen auf Kritik: KĂŒrzungen bei der beitragsfreien Mitversicherung von Ehepartnern, die Erhöhung der Beitragsbemessungsgrenze um zusĂ€tzlich 300 Euro sowie die Tatsache, dass die kostenfreie Versicherung fĂŒr BĂŒrgergeldempfĂ€nger von den BeitrĂ€gen der gesetzlich Versicherten mitfinanziert werden und nicht aus dem Bundeshaushalt kommen soll.

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