Hessen fordert PrĂŒfung von Indymedia-Verbot
15.06.2026 - 16:32:46 | dts-nachrichtenagentur.deDie Zahl der politisch motivierten KriminalitĂ€t stieg zuletzt um rund 35 Prozent auf mehr als 13.000 FĂ€lle an. Linksextreme Gewalttaten legten um 42,6 Prozent auf 1.087 FĂ€lle zu, machen also nur einen kleinen Anteil aus. In Hessen hat sich die Zahl der Gewaltdelikte mit einem Anstieg von rund 153 Prozent von 19 auf 48 FĂ€lle mehr als verdoppelt, so das hessische Innenministerium. "Das sind keine abstrakten Zahlen. Hinter ihnen stehen BrandanschlĂ€ge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und AnschlĂ€ge auf kritische Infrastruktur", sagte Poseck der "Welt". Zuletzt hatte ein Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen zu einem groĂflĂ€chigen Stromausfall gefĂŒhrt, wobei die HintergrĂŒnde derzeit noch ermittelt werden.
Hessen fordert zudem ein aktuelles Bundeslagebild zum gewaltorientierten Linksextremismus, das "Vernetzungsstrukturen und Mobilisierungspotenziale transparent macht". Poseck sagte der "Welt": "Die notwendige Konzentration auf den Rechtsextremismus darf nicht dazu fĂŒhren, den Linksextremismus zu verharmlosen." AuĂerdem schlĂ€gt Hessen vor, konsequente "Ein- und Ausreise-Untersagungen" fĂŒr mutmaĂlich gewaltbereite Linksextremisten zu prĂŒfen, die zu AufmĂ€rschen und Ausschreitungen anreisen wollten.
Auch Sachsen fordert eine stĂ€rkere Beobachtung der Szene. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus greifen Sicherheitsbehörden seit Jahren auf gemeinsame Informationssysteme zurĂŒck, etwa seit 2012 auf die Rechtsextremismus-Datei (RED). Sie entstand als Konsequenz aus den NSU-Morden. Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der "Welt": "FĂŒr die Ermittlungen und Fahndungen nach TĂ€tern, zur AufklĂ€rung von Netzwerken und Strukturen halte ich eine neue gemeinsame Datei Linksextremismus der Sicherheitsbehörden von Bund und LĂ€ndern fĂŒr ein wichtiges Instrument, um weiĂe Flecken zu verringern." Angesichts der Lageentwicklung sei es nur konsequent, dass die Bundessicherheitsbehörden dem Linksextremismus eine höhere PrioritĂ€t einrĂ€umten.
