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Hessen fordert PrĂŒfung von Indymedia-Verbot

15.06.2026 - 16:32:46 | dts-nachrichtenagentur.de

Die Innenminister von Hessen und Sachsen dringen vor der Innenministerkonferenz in Hamburg auf ein schĂ€rferes Vorgehen gegen linksextreme Gewalt.Hessen fordert laut der "Welt" unter anderem die PrĂŒfung eines Verbots der Plattform "Indymedia", Sachsen eine gemeinsame Datei Linksextremismus von Bund und LĂ€ndern.

Hessen fordert PrĂŒfung von Indymedia-Verbot
Hessen - Roman Poseck (Archiv) 15.06.2026 - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) sagte der "Welt", "Indymedia" sei "das zentrale Propaganda-Medium der linksextremen Szene". Auf der Plattform erscheinen regelmĂ€ĂŸig Bekennerschreiben zu mutmaßlich linksextremen Straftaten. "Wir dĂŒrfen es nicht zulassen, dass diese Plattform Straf- und Gewalttaten fördert", sagte Poseck der "Welt".

Die Zahl der politisch motivierten KriminalitĂ€t stieg zuletzt um rund 35 Prozent auf mehr als 13.000 FĂ€lle an. Linksextreme Gewalttaten legten um 42,6 Prozent auf 1.087 FĂ€lle zu, machen also nur einen kleinen Anteil aus. In Hessen hat sich die Zahl der Gewaltdelikte mit einem Anstieg von rund 153 Prozent von 19 auf 48 FĂ€lle mehr als verdoppelt, so das hessische Innenministerium. "Das sind keine abstrakten Zahlen. Hinter ihnen stehen BrandanschlĂ€ge auf Fahrzeuge der Bundeswehr und AnschlĂ€ge auf kritische Infrastruktur", sagte Poseck der "Welt". Zuletzt hatte ein Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen zu einem großflĂ€chigen Stromausfall gefĂŒhrt, wobei die HintergrĂŒnde derzeit noch ermittelt werden.

Hessen fordert zudem ein aktuelles Bundeslagebild zum gewaltorientierten Linksextremismus, das "Vernetzungsstrukturen und Mobilisierungspotenziale transparent macht". Poseck sagte der "Welt": "Die notwendige Konzentration auf den Rechtsextremismus darf nicht dazu fĂŒhren, den Linksextremismus zu verharmlosen." Außerdem schlĂ€gt Hessen vor, konsequente "Ein- und Ausreise-Untersagungen" fĂŒr mutmaßlich gewaltbereite Linksextremisten zu prĂŒfen, die zu AufmĂ€rschen und Ausschreitungen anreisen wollten.

Auch Sachsen fordert eine stĂ€rkere Beobachtung der Szene. Im Kampf gegen den Rechtsextremismus greifen Sicherheitsbehörden seit Jahren auf gemeinsame Informationssysteme zurĂŒck, etwa seit 2012 auf die Rechtsextremismus-Datei (RED). Sie entstand als Konsequenz aus den NSU-Morden. Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte der "Welt": "FĂŒr die Ermittlungen und Fahndungen nach TĂ€tern, zur AufklĂ€rung von Netzwerken und Strukturen halte ich eine neue gemeinsame Datei Linksextremismus der Sicherheitsbehörden von Bund und LĂ€ndern fĂŒr ein wichtiges Instrument, um weiße Flecken zu verringern." Angesichts der Lageentwicklung sei es nur konsequent, dass die Bundessicherheitsbehörden dem Linksextremismus eine höhere PrioritĂ€t einrĂ€umten.

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