SPD-Parteitag, Philipp Türmer

SPD-Parteitag: Jusos begrüßen Neuwahl der gesamten Führung

Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Jusos sehen im geplanten Parteitag eine Chance für einen personellen und politischen Neustart der SPD. Juso-Chef Philipp Türmer lässt dabei erkennen, dass auch die Zukunft von Co-Parteichef Lars Klingbeil zur Debatte stehen könnte.

Juso-Chef begrüßt Neuwahl der SPD-Spitze
SPD-Logo (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

SPD-Führung soll zum Jahreswechsel neu bestimmt werden

  • Die SPD will ihre gesamte Parteispitze auf einem Parteitag im Dezember oder Januar neu wählen.
  • SPD-Chef Lars Klingbeil ließ offen, ob er erneut für den Parteivorsitz kandidiert.
  • Juso-Chef Philipp Türmer fordert einen Plan, Ideen und glaubwürdige Köpfe für die Zukunft der Partei.

Juso-Chef Philipp Türmer begrüßt den geplanten SPD-Parteitag als Möglichkeit für einen Neustart der Partei. Dabei hält er offenbar auch einen Rückzug von Co-Parteichef Lars Klingbeil für möglich.

„Mit dem angekündigten Parteitag ist nun endlich die Grundlage dafür gelegt, dass wir mit der Breite der Partei sämtliche Diskussion zur Zukunft der SPD führen können“, sagte Türmer den Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“.

Türmer fordert neue Ideen und glaubwürdige Köpfe

Die SPD brauche wieder „einen Plan und Ideen für die Zukunft - und Köpfe, die dafür glaubwürdig stehen“, sagte der Juso-Chef weiter. Dass Klingbeil nach dem Rücktritt von Co-Parteichefin Bärbel Bas Bereitschaft für einen umfassenden personellen Neustart signalisiert habe, verdiene Anerkennung.

„Es ist gut, dass alles auf den Tisch kommt“, sagte Türmer. Die Jusos hatten zuvor kritisiert, dass Klingbeil und Bas neben dem Parteivorsitz auch Ministerämter innehatten beziehungsweise innehaben.

Parteitag soll gesamte Führung neu wählen

Klingbeil hatte angekündigt, die gesamte Parteispitze auf einem Bundesparteitag im Dezember oder Januar neu wählen zu lassen. Ob er selbst erneut als Parteichef kandidieren werde, ließ er offen.

Die Debatte über die Führung war nach schlechten Umfragewerten und Wahlergebnissen lauter geworden. Mit dem Rücktritt von Bärbel Bas und der angekündigten Neuwahl wird die personelle Aufstellung der SPD nun gemeinsam mit ihrem künftigen politischen Kurs beraten.

Die geplante Neuwahl der gesamten SPD-Führung fällt in eine Phase, in der die Partei personell und programmatisch unter Druck steht. Der Parteitag soll nach der Ankündigung von Lars Klingbeil im Dezember oder Januar stattfinden und damit deutlich früher als ein regulärer turnusmäßiger Wechsel. Für die Sozialdemokraten eröffnet das die Möglichkeit, die Nachfolge von Bärbel Bas und die Zukunft Klingbeils in einem gemeinsamen Verfahren zu klären.

Personelle und politische Fragen

Türmers Forderung nach einem Neustart richtet den Blick nicht allein auf einzelne Ämter. Die Jusos verbinden die Führungsdebatte mit der Frage, welche politischen Ideen die SPD künftig vertreten und wer dafür glaubwürdig stehen soll. Zugleich hatte die Jugendorganisation kritisiert, dass Parteivorsitz und Regierungsamt miteinander verbunden waren beziehungsweise sind.

Für Klingbeil entsteht damit ein doppelter Entscheidungsdruck. Er muss als Bundesfinanzminister und Vizekanzler weiter in der Koalition handlungsfähig bleiben, während seine eigene Kandidatur für den Parteivorsitz offen ist. Die von ihm bekräftigte Doppelspitze soll bestehen bleiben; offen ist jedoch, welche Personen sie künftig bilden.

Bedeutung für die SPD

Der Parteitag wird deshalb voraussichtlich nicht nur über Personal, sondern auch über den politischen Kurs abstimmen. Die SPD muss Antworten auf schwache Umfragewerte und jüngste Wahlergebnisse finden und zugleich ihre Rolle in der Bundesregierung profilieren. Für Mitglieder und Delegierte geht es damit um die Verbindung von innerparteilicher Erneuerung, Regierungsverantwortung und öffentlicher Glaubwürdigkeit.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Klingbeil will SPD-Führung neu wählen lassen“ (12.10.2026)

Der Bericht bestätigt, dass die gesamte SPD-Führung im Dezember oder Januar neu gewählt werden soll. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entscheidung des Parteipräsidiums, die geplante Doppelspitze und Klingbeils weiterhin offene eigene Kandidatur.

Bayerischer Rundfunk: „Rücktritt und Reformen – wie weiter ohne Bärbel Bas?“ (12.10.2026)

Der Beitrag ordnet den Parteitag als vorgezogene Entscheidung über Führung und Reformkurs ein. Anders als der nüchterne Blick auf den Wahltermin betont er mögliche Auswirkungen auf die Stabilität und Handlungsfähigkeit der Koalition.

Beide Beiträge sehen den Parteitag als zentrale Klärung für die SPD. Offen bleiben der genaue Termin, die personelle Zusammensetzung der künftigen Doppelspitze und Klingbeils Entscheidung über eine erneute Kandidatur.

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