Geht die Klimabewegung am Problem vorbei?

21.01.2020 - 08:35:30 | ad-hoc-news.de

Die Lehrerin und Autorin Verena Brunschweiger kritisiert die Fridays-for-Future-Bewegung und propagiert eine radikale Gegenstrategie.

Fridays-for-Future-Protest - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Fridays-for-Future-Protest - Bild: über dts Nachrichtenagentur
Das Hauptproblem der aktuellen Klimakrise liegt für die Autorin und Feministin Brunschweiger nicht im Umgang des Menschen mit seiner natürlichen Umwelt, sondern es reduziert sich auf eine Frage der Zahl. Es gibt schlicht zu viele Menschen und deswegen sei die einzige erfolgversprechende Strategie zur Bewältigung der Umweltproblematik die Reduktion der Anzahl der Menschen, so die Autorin gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Weder Verzicht noch die Technologie seien der Schlüssel zur Lösung der existenziellen Krise unserer Gegenwart. Um den endgültigen Zusammenbruch unserer Kultur und unserer Lebensweise zu verhindern, gebe es nur den Weg über einen bewussten Verzicht auf eigene Kinder. Dies ist das Einzige, was jeder von uns zur Verhinderung der ökologischen Katastrophe beitragen kann. Der steigende globale Energieverbrauch, die Vermüllung unserer Ökosysteme und der rücksichtslose Verbrauch unserer Ressourcen liegt ursächlich in der zunehmenden Weltbevölkerung begründet. Wer etwas dagegen tun wolle, müsse hier ansetzten. Es gibt keine Alternative zu einer selbstverantworteten und staatlich geplanten Verminderung der Kinderzahl. Es seine aber gerade jetzt neue rechte Ideologien, die um jeden Preis die Kinderquote erhöhen möchten. Als Beispiel nennt Brunschweiger die Familienideologie der AfD, die über eine neue Familienplanung und die Revitalisierung traditioneller Rollenklischees, die Angst vor einem Aussterben der Deutschen schüre. Das haben wir doch schon Alles einmal gehabt, und wir wissen wohin das geführt hat, so Brunschweiger. Ein anderes Beispiel ist die Familienpolitik in Ungarn, wo Frauen durch materielle Anreize zum Kinderkriegen überredet werden sollten. Mit Steueranreizen und staatlichen Zuschüssen für Statusobjekte, wie Autos, soll dort die Anzahl der Kinder um jeden Preis gesteigert werden. Das ist eine absolut gefährliche Richtung und völlig kontraproduktiv. Mein Ziel ist es nicht, Eltern ein schlechtes Gewissen einzureden, sondern für junge Paare Alternativen aufzuzeigen. Wenn ein Paar heute vor der Frage stehe, ob es zwei oder drei Kinder bekommen möchte, müsse es auch gesellschaftlich akzeptiert werden, wenn sich das Paar gegen eigene Kinder entscheide, oder sich auf ein Kind beschränke. Es geht um die Selbstbestimmung und eine bewusste Entscheidung. Brunschweigers Streitschrift „Kinderfrei statt Kinderlos“ hatte im letzten Jahr ein enormes Medienecho ausgelöst. Ein Kind weniger, erspart 58,6 Tonnen CO2, hieß es u.a. darin. Demnächst erscheint Brunschweigers neues Buch, das den provokanten Titel trägt: „Die Childfree-Rebellion“.
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