Berlin, Deutschland

LĂ€nder hoffen auf Durchbruch bei Finanzreform

25.06.2026 - 15:34:13 | dpa.de

Die MinisterprÀsidenten haben sich in LÀnder-Bund-Finanzfragen geeinigt. Es geht im Kern darum, wie viel Geld der Bund den notleidenden Kommunen gibt. Jetzt kommt es auf den Kanzler an.

  • Die LĂ€nder haben sich in Finanzfragen mit dem Bund auf eine Position verstĂ€ndigt.   - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Die LÀnder haben sich in Finanzfragen mit dem Bund auf eine Position verstÀndigt. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Der neue rheinland-pfĂ€lzische Regierungschef  Gordon Schnieder ist auch der neue Vorsitzende der MinisterprĂ€sidentenkonfernez.   - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Der neue rheinland-pfÀlzische Regierungschef Gordon Schnieder ist auch der neue Vorsitzende der MinisterprÀsidentenkonfernez. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
  • Die BundeslĂ€nder hoffen auf einen Durchbruch bei der Finanzreform.   - Bild: Kay Nietfeld/dpa
    Die BundeslÀnder hoffen auf einen Durchbruch bei der Finanzreform. - Bild: Kay Nietfeld/dpa
Die LÀnder haben sich in Finanzfragen mit dem Bund auf eine Position verstÀndigt.   - Bild: Kay Nietfeld/dpa Der neue rheinland-pfÀlzische Regierungschef  Gordon Schnieder ist auch der neue Vorsitzende der MinisterprÀsidentenkonfernez.   - Bild: Kay Nietfeld/dpa Die BundeslÀnder hoffen auf einen Durchbruch bei der Finanzreform.   - Bild: Kay Nietfeld/dpa

Die BundeslĂ€nder sehen eine Lösung bei der seit Monaten heiß diskutierten Neuordnung der Bund-LĂ€nder-Finanzen in greifbarer NĂ€he. Die Regierungschefs der LĂ€nder einigten sich bei der MinisterprĂ€sidentenkonferenz (MPK) in Berlin auf Eckwerte, mit denen sie in die anschließenden Beratungen mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) gehen wollen. 

Konkret fordern die LĂ€nder vom Bund die Übernahme von 80 Prozent der durch neue Bundesregelungen oder europarechtliche Regelungen entstehenden Kosten, wie der neue rheinland-pfĂ€lzische MinisterprĂ€sident Gordon Schnieder (CDU) nach Beratungen der LĂ€nderchefs in Berlin sagte. Er hat derzeit den MPK-Vorsitz inne. 

KostenĂŒbernahme ab 125 Millionen Euro 

Gelten soll die KostenĂŒbernahme durch den Bund erst ab 125 Millionen Euro, auf diese Bagatellgrenze hĂ€tten sich die LĂ€nder ebenfalls verstĂ€ndigt. Darunter solle es zu keiner KonnexitĂ€tswirksamkeit kommen. Als KonnexitĂ€t wird das Prinzip beschrieben: Wer bestellt, bezahlt. 

Nun hoffe man auf eine «GesamtverstĂ€ndigung» mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte Schnieder weiter. Mit Blick auf das Einbeziehen europarechtlicher Regelungen bei der KonnexitĂ€t sagte der Mainzer MinisterprĂ€sident: «Da mĂŒssen wir aber gleich noch mal gemeinsam mit dem Bund, mit dem Bundeskanzler und der Bundesregierung drĂŒber sprechen, dass wir dort einen Schritt weitergehen.»

Die Ausweitung des KonnexitĂ€tsprinzips auf europarechtliche Vorgaben begrĂŒndete Schnieder mit den Worten, der Bund dĂŒrfe sich nicht rausziehen und sagen können, Europa habe was entschieden. 

Am Nachmittag steht das Treffen der LĂ€nderregierungschefs mit Merz an, danach wollen Schnieder sowie der Co-MPK-Vorsitzende, der niedersĂ€chsische MinisterprĂ€sident Olaf Lies (SPD), gemeinsam mit dem Kanzler ĂŒber Ergebnisse informieren. 

Sozialdemokrat Lies sieht möglichen Durchbruch 

Lies hĂ€lt einen «Durchbruch» bei dem Thema fĂŒr möglich. Er sei sehr zuversichtlich. In der Vergangenheit habe man erlebt, dass auf der Bundesebene weit entfernt von den Kommunen Entscheidungen getroffen worden seien, «die dann am Ende von den Kommunen bezahlt werden mussten».

LÀnder wollen bei Steuerreform eingebunden werden 

Ein anderes Thema der Beratungen der LĂ€nderregierungschefs war die geplante Reform der Einkommensteuer. Bei der wollen die LĂ€nder besser und frĂŒhzeitig eingebunden werden. Schnieder sagte, die LĂ€nder wollten eine tiefere Einbindung, als dies bisher geschehen sei. Der Bund mĂŒsse die LĂ€nder mit auf den Weg nehmen. 

Dies wollten die LÀnder Merz klar sagen, betonte Schnieder. «Eine Steuerreform des Bundes kann nicht zur finanziellen Belastung von Kommunen oder LÀndern werden», sagte Lies.

LĂ€nder mĂŒssen Einkommensteuer-Reform zustimmen

Die schwarz-rote Koalition im Bund strebt im Rahmen eines großen Pakets auch eine Reform der Einkommensteuer an, um ab 2027 kleine und mittlere Einkommen zu entlasten. Die LĂ€nder mĂŒssen einer Reform zustimmen. Die Einkommensteuer ist eine der wichtigsten Einnahmequellen des Staates. Bund und LĂ€nder bekommen einen Anteil von jeweils 42,5 Prozent, die Gemeinden 15 Prozent.

Eine vom Bund geplante EntlastungsprĂ€mie war im Bundesrat wegen zusĂ€tzlicher finanzieller Lasten fĂŒr die LĂ€nder gestoppt worden. Vorgesehen war, dass Arbeitgeber ihren BeschĂ€ftigten bis zum 30. Juni 2027 eine PrĂ€mie von bis zu 1.000 Euro hĂ€tten zahlen können, die steuer- und abgabenfrei sein sollte.

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