HĂ€lfte, Graslandschaften

UN: Fast die HĂ€lfte der Graslandschaften in schlechtem Zustand

21.05.2024 - 09:07:13 | dpa.de

Die natĂŒrlichen Graslandschaften - mehr als die HĂ€lfte der globalen LandflĂ€che - sind in großen Teilen in schlechtem Zustand.

Bei bis zu 50 Prozent dieser Rangelands genannten Gebiete sei die BodenqualitÀt vermindert, schreiben Fachleute in einem UN-Bericht, der am Dienstag veröffentlicht wurde.

Es handle sich um "eine ernsthafte Bedrohung fĂŒr die Nahrungsmittelversorgung der Menschheit und das Wohlergehen oder gar Überleben von Milliarden von Menschen", teilte das Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur BekĂ€mpfung der Desertifikation (UNCCD) in Bonn mit.

"Wenn wir einen Wald abholzen, wenn wir einen 100 Jahre alten Baum umfallen sehen, löst das bei vielen von uns zu Recht eine emotionale Reaktion aus. Die Umwandlung uralter WeideflÀchen hingegen geschieht in aller Stille", sagte UNCCD-ExekutivsekretÀr Ibrahim Thiaw.

Unter Rangelands versteht man verschiedene, von Wild und Vieh beweidete Landschaften mit vorrangig natĂŒrlicher Vegetation. In Deutschland gibt es solche FlĂ€chen nach der UNCCD-Definition nicht, wie eine Karte in dem Bericht zeigt. Zwar gebe es hierzulande auch Grasland, sagte GrĂŒnlandexpertin Anja Schmitz vom Bundesamt fĂŒr Naturschutz (BfN) der Deutschen Presse-Agentur. Es mache etwa ein Drittel der landwirtschaftlichen NutzflĂ€che aus. Bis auf wenige Ausnahmen sei die hiesige Graslandvegetation jedoch nicht natĂŒrlich, sondern durch landwirtschaftliche Nutzung entstanden.

Weltweit machen Rangelands laut UN-Bericht rund 54 Prozent der LandflĂ€che aus. "Sie stehen fĂŒr ein Sechstel der weltweiten Nahrungsmittelproduktion und stellen fast ein Drittel des Kohlenstoffspeichers der Erde dar", schreibt die UNCCD. Rund zwei Milliarden Menschen seien auf die Gebiete angewiesen.

Als HauptgrĂŒnde fĂŒr die schlechte Situation gibt die UNCCD vor allem Änderungen der Landnutzung an. So werden Weiden in Ackerland umfunktioniert, auch getrieben von der rasant wachsenden Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Textilfasern und Biosprit. Zudem ist es demnach problematisch, wenn Weiden ĂŒbermĂ€ĂŸig durch Tierherden beansprucht werden - oder sie nicht mehr durch Hirten gepflegt werden und verwildern. Auch die Klimakrise und der Verlust der biologischen Vielfalt machten Weidelandschaften zu schaffen, so die UNCCD.

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