BSI-Chefin, ZustÀndigkeiten

BSI-Chefin fordert klare ZustÀndigkeiten bei Cyberabwehr

23.12.2023 - 08:22:55 | dts-nachrichtenagentur.de

Die PrĂ€sidentin des Bundesamts fĂŒr die Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), Claudia Plattner, fordert klare ZustĂ€ndigkeiten fĂŒr die Cyberabwehr in Deutschland.

Claudia Plattner (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
"Wenn in MĂŒnchen und in Hamburg gleichzeitig das Licht ausgeht wegen eines Cyberangriffs, der vielleicht aus dem Ausland kommt, dann will ich nicht lange darĂŒber diskutieren mĂŒssen, wer zustĂ€ndig ist", sagte sie dem "Spiegel". DafĂŒr mĂŒsse das BSI wie im Koalitionsvertrag vorgesehen zu einer Zentralstelle aufgewertet werden, wogegen einzelne BundeslĂ€nder noch opponierten.

"Der Durchbruch ist noch nicht geschafft", sagte Plattner. "Wir haben mit vielen LĂ€ndern hervorragende Arbeitsbeziehungen, aber es gibt auch einige, die befĂŒrchten, dass ihnen Kompetenzen weggenommen werden sollen. Darum geht es aber ĂŒberhaupt nicht. Vielleicht mĂŒssen wir noch besser erklĂ€ren, was eine Reform nĂŒtzt." Als einen der Vorteile nannte sie "ein aktuelles, gemeinsames Lagebild zur IT-Sicherheit fĂŒr ganz Deutschland", das es bislang nicht gebe. "Das ist kein Zustand", sagte Plattner. "Wenn mich der Kanzler oder die Innenministerin anrufen und nach der aktuellen Lage fragen, muss ich das sofort beantworten können - und nicht erst 16 Telefonate fĂŒhren mĂŒssen." Ein Lagebild sei das A und O. "Ich kann nichts heilen, was ich nicht sehen kann." Plattner steht seit Juli als erste Frau an der Spitze der Bonner Behörde. Angesichts neuer Gefahren durch kĂŒnstliche Intelligenz (KI) fĂŒrchtet die BSI-PrĂ€sidentin eine Zunahme "von Deepfakes und Ähnlichem". Die Menschen mĂŒssten dafĂŒr sensibilisiert werden, zudem brauche es eine Kennzeichnungspflicht fĂŒr KI-generierte Inhalte. "Auf der technischen Seite können wir zwei Dinge tun: Wir mĂŒssen kennzeichnen, was Fakes sind - und auch das, was erwiesenermaßen authentisch ist", sagte Plattner. FĂŒr die eigene Behörde fordert Plattner mehr Befugnisse fĂŒr das automatisierte Scannen des Netzes nach Schwachstellen bei deutschen Unternehmen und Behörden. "Die Angreifer nutzen das, um ihre Attacken vorzubereiten. Es wĂ€re wichtig, dass wir hier mindestens die gleichen Möglichkeiten hĂ€tten." Im Fall einer "gravierenden SicherheitslĂŒcke" bei Microsoft Exchange hĂ€tten viele Unternehmen auf eine dringliche Warnung ihrer Behörde nicht reagiert. Erst als Mitarbeiter mehr als 1.000 Briefe per Post an die GeschĂ€ftsleitungen geschickt hĂ€tten, sei vielerorts Abhilfe geschaffen worden. "So kann es natĂŒrlich eigentlich nicht laufen", sagte die BSI-PrĂ€sidentin. "Mir schwebt vor, dass wir Betroffene ĂŒber von uns entdeckte Schwachstellen schnell und automatisiert informieren, mitsamt konkreten VorschlĂ€gen, was zu tun ist, um die Probleme abzustellen."

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