Preise fĂŒr Haushaltsenergie im September niedriger als im Vorjahr
07.11.2024 - 13:23:49 | dts-nachrichtenagentur.deDer Preisanstieg hatte im Herbst 2021 begonnen und sich mit dem Angriff Russlands auf die Ukraine im Laufe des Jahres 2022 deutlich zugespitzt. Im Vergleich dazu erhöhten sich die Verbraucherpreise insgesamt im Zeitraum von 2020 bis 2023 um 16,7 Prozent. Je nach Art der Heizung sind die privaten Haushalte unterschiedlich stark von den Preisentwicklungen betroffen. Erdgas als der am weitesten verbreitete HeizenergietrĂ€ger kostete Verbraucher im September 2024 im Schnitt 1,9 Prozent weniger als im September 2023, wie aus den Zahlen von Destatis hervorgeht. Auch fĂŒr Strom waren im selben Zeitraum PreisrĂŒckgĂ€nge zu verzeichnen (-6,4 Prozent). Bei der Haushaltsenergie konnten die Verbraucher dem Bundesamt zufolge vor allem von gĂŒnstigeren Preisen fĂŒr Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe (-12,0 Prozent) sowie fĂŒr leichtes Heizöl (-17,9 Prozent) profitieren. Dagegen ist FernwĂ€rme mit einem Preisanstieg von 31,8 Prozent im Vergleich zum September 2023 deutlich teurer geworden. Zuletzt wirkten die Preise fĂŒr Haushaltsenergie laut Destatis insgesamt dĂ€mpfend auf die Gesamtinflation: So lag die Inflationsrate im September 2024 bei +1,6 Prozent, Haushaltsenergie war dagegen um 4,0 Prozent gĂŒnstiger als im Vorjahresmonat. 2023 lagen die Preise bei allen Produkten der Haushaltsenergie Destatis zufolge höher als 2020. Haushaltsenergie insgesamt verteuerte sich von 2020 bis 2023 um 55,1 Prozent. Im Einzelnen waren jedoch leichtes Heizöl (+107,3 Prozent) und Erdgas (+96,7 Prozent) 2023 etwa doppelt so teuer wie 2020. Die Verbraucherpreise fĂŒr Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe waren im selben Zeitraum um 69,2 Prozent gestiegen. FernwĂ€rme war 2023 im Schnitt 38,5 Prozent und Strom 36,1 Prozent teurer als im Jahr 2020 vor Beginn der Energiekrise. Dass sich die Preise fĂŒr zum Heizen benötigte Energie nach den starken Anstiegen der vergangenen Jahre weiterhin auf hohem Niveau bewegen, stellt viele private Haushalte vor finanzielle Herausforderungen. 8,2 Prozent der Bevölkerung lebten im Jahr 2023 in Haushalten, die nach eigener Aussage ihre Wohnung oder ihr Haus aus finanziellen GrĂŒnden nicht angemessen heizen konnten, so das Bundesamt. Der Anteil ist gegenĂŒber den Vorjahren 2022 (6,7 Prozent) und 2021 (3,3 Prozent) gestiegen. Besonders betroffen sind Alleinerziehende mit ihren Kindern (15,5 Prozent), zwei Erwachsene mit mindestens drei Kindern (9,8 Prozent) sowie Alleinlebende (9,5 Prozent). Unter den 27 Mitgliedstaaten der EuropĂ€ischen Union (EU) liegt Deutschland damit im Mittelfeld. Im Durchschnitt waren 10,6 Prozent der EU-Bevölkerung 2023 laut Destatis finanziell nicht in der Lage, ihre Wohnung oder ihr Haus angemessen zu heizen. Am hĂ€ufigsten gaben Menschen in Spanien und Portugal (jeweils 20,8 Prozent) sowie Bulgarien (20,7 Prozent) an, nicht angemessen heizen zu können. In Luxemburg (2,1 Prozent), Finnland (2,6 Prozent) und Slowenien (3,6 Prozent) waren anteilig die wenigsten Menschen betroffen. Die aktuell deutlichen Preissteigerungen bei der FernwĂ€rme betreffen in Deutschland einen vergleichsweise geringen Teil der Haushalte. Nach Ergebnissen des Zensus 2022 wurden 15 Prozent aller Wohnungen mit FernwĂ€rme beheizt. Aus welchem PrimĂ€renergietrĂ€ger die FernwĂ€rme entsteht, wurde dabei nicht erhoben. Drei Viertel der Wohnungen wurden mit den fossilen EnergietrĂ€gern Gas (56 Prozent) oder Ăl (19 Prozent) beheizt. Erneuerbare Energiequellen spielten beim Heizen im Wohnungsbestand 2022 eine untergeordnete Rolle: Vier Prozent aller Wohnungen heizten mit Holz oder Holzpellets und drei Prozent mit Solar- oder Geothermie, Umwelt- oder AbluftwĂ€rme (in der Regel mit WĂ€rmepumpen). Regional unterscheidet sich die Verbreitung der einzelnen EnergietrĂ€ger der Heizung teils erheblich. Im BundeslĂ€ndervergleich war die Gasheizung 2022 nach den Zahlen des Statistischen Bundesamts in WohngebĂ€uden in Niedersachsen (72 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (69 Prozent) am stĂ€rksten verbreitet. Mit Ăl wurde in Hessen (25 Prozent), Rheinland-Pfalz (26 Prozent), Baden-WĂŒrttemberg (28 Prozent), Bayern und dem Saarland (je 29 Prozent) 2022 gut jede vierte Wohnung beheizt. FernwĂ€rme ist vor allem in den Stadtstaaten Berlin (43 Prozent) und Hamburg (35 Prozent) verbreitet, gefolgt von den östlichen LĂ€ndern.
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