Gutachten, Atom-Endlagersuche

Gutachten: Atom-Endlagersuche mindestens 43 Jahre lÀnger

07.08.2024 - 13:56:39 | dpa.de

Die Suche nach einem Endlager fĂŒr hochradioaktiven AtommĂŒll in Deutschland könnte einem Gutachten des Freiburger Öko-Instituts zufolge mehr als 40 Jahre lĂ€nger dauern als ursprĂŒnglich geplant.

Der Deutschlandfunk berichtete zuerst ĂŒber das Papier im Auftrag des Bundesamtes fĂŒr die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE). Unter idealen Bedingungen sei mit einer Standortentscheidung frĂŒhestens im Jahr 2074 zu rechnen, heißt es darin.

Ministerium: Verzögerung nicht neu

Das Bundesumweltministerium teilte in Berlin mit, die Endlagersuche sei ein "wissenschaftsbasiertes, transparentes sowie lernendes Verfahren, dessen AnsprĂŒche darauf ausgerichtet sind, denjenigen Standort zu finden, der die bestmögliche Sicherheit fĂŒr einen Zeitraum von einer Million Jahren gewĂ€hrleistet". Dass dieses Verfahren nicht bis 2031 abgeschlossen werden könne, sei seit lĂ€ngerem bekannt.

Im November 2022 hatte das Ministerium mitgeteilt, dass der ursprĂŒngliche Zeitplan bis 2031 nicht zu halten sein wird. Kurze Zeit spĂ€ter waren Unterlagen der Bundesgesellschaft fĂŒr Endlagerung (BGE) öffentlich geworden, wonach sich die Suche bis 2046 oder in einem anderen Szenario sogar bis 2068 hinziehen könnte. Eine Ministeriumssprecherin wollte sich auf Nachfrage zu konkreten ZeitrĂ€umen nicht Ă€ußern.

Bei der Endlagersuche geht es um einen Ort in der Tiefe zur dauerhaften Lagerung von 27.000 Kubikmetern hochradioaktiven MĂŒlls (1.750 sogenannte Castor-BehĂ€lter) aus mehr als 60 Jahren Atomkraft in Deutschland. Das sind laut BASE fĂŒnf Prozent der radioaktiven AbfĂ€lle in Deutschland, die aber rund 99 Prozent der gesamten RadioaktivitĂ€t aller AbfĂ€lle enthalten. Aufbewahrt wird der MĂŒll aktuell in 16 oberirdischen Zwischenlagern in verschiedenen BundeslĂ€ndern.

Komplizierte Suche

Die Suche ist kompliziert. Niemand möchte ein Endlager in seiner NĂ€he haben und es soll ein Ort gefunden werden, der fĂŒr eine Million Jahre sicher ist. In einem Standortauswahlgesetz wurde deshalb ein mehrstufiges, langfristiges Suchverfahren unter Beteiligung der Öffentlichkeit festgelegt.

Ausgegangen wird dabei laut BASE von einer "weißen Landkarte", die alle BundeslĂ€nder einbezieht. In den Blick genommen wird bei der Suche neben den Gesteinsschichten unter anderem auch die Erdbebengefahr. In dem Gesetz wurde festgelegt, dass eine Standortentscheidung im Jahr 2031 angestrebt wird. Ab 2050 sollte das Endlager in Betrieb genommen werden.

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