Internet, Gesellschaft

Handlungsempfehlungen zum Jugendschutz im Netz Ende Juni erwartet

Veröffentlicht am: 20.04.2026 um 09:47 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Die unabhÀngige Expertenkommission "Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" will Ende Juni Handlungsempfehlungen vorlegen.

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Junge Leute beim Zocken (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das teilte das Bundesfamilienministerium am Montag mit.

Das Gremium legte am Montag zunĂ€chst eine Bestandsaufnahme vor. DafĂŒr wurden zentrale Aspekte des Kinder- und Jugendschutzes in der digitalen Welt analysiert, darunter digitale Lebenswelten und GefĂ€hrdungslagen von Kindern und Jugendlichen, Teilhabepotentiale neuer Technologien sowie bestehende Strukturen der Medienbildung und PrĂ€vention. Zu den zentralen Erkenntnissen zĂ€hlt unter anderem die enge VerknĂŒpfung von Chancen und Risiken. Zu Letzteren zĂ€hlen unter anderem Cybermobbing, sexualisierte Gewalt im digitalen Raum, manipulative Plattformmechaniken sowie Risiken durch KI-Systeme.

DarĂŒber hinaus werden strukturelle Defizite in der Medienbildung ausgemacht. So variiere die QualitĂ€t je nach Bundesland, Einrichtung und einzelnen FachkrĂ€ften, und insbesondere die frĂŒhe Kindheit werde bislang zu wenig systematisch berĂŒcksichtigt. Beim rechtlichen Rahmen sieht das Gremium "Umsetzungsdefizite", etwa durch eine unzureichende Altersabsicherung und eine begrenzte EffektivitĂ€t bestehender Kontroll- und Durchsetzungsmechanismen.

"Die Bestandsaufnahme ist eine der zugleich breitesten, systematischsten, tiefsten und vor allem interdisziplinĂ€rsten Grundlagen fĂŒr den Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt", sagte Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU). "Sie erfasst das Thema ganzheitlich, macht zentrale Risiken wie Cybermobbing, problematische Nutzungsmuster, algorithmisch verstĂ€rkte Dynamiken und unzureichende Schutzmechanismen ebenso sichtbar wie bestehende Strukturen, rechtliche Rahmenbedingungen und konkrete Handlungsfelder."

Gleichzeitig bedeute das Smartphone insbesondere fĂŒr Jugendliche auch Zugang - zu Freundschaften, Wissen und Teilhabe, so Prien weiter. "Die Bestandsaufnahme benennt dabei klar Defizite, etwa in der flĂ€chendeckenden und systematischen Medienbildung und in der UnterstĂŒtzung von Eltern. Sie schafft damit eine belastbare evidenzbasierte Grundlage fĂŒr die Handlungsempfehlungen."

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