FBI, AfD-Spitzenpolitiker

FBI befragte AfD-Spitzenpolitiker Krah zu Zahlungen aus Russland

16.04.2024 - 18:53:18 | dts-nachrichtenagentur.de

Die US-Bundespolizei FBI hat den AfD-Spitzenpolitiker Maximilian Krah zu möglichen Zahlungen von prorussischen Gönnern befragt.

Maximilian Krah (Archiv) - Foto: ĂŒber dts Nachrichtenagentur
Laut Berichten von "Spiegel" und dem ZDF-Magazin "Frontal" fand die Vernehmung im Dezember 2023 in den USA vor Krahs RĂŒckreise nach Deutschland statt. Krah hatte in New York eine Veranstaltung der jungen Republikaner besucht, auf der auch Donald Trump aufgetreten war. Auf Anfrage bestĂ€tigte der AfD-Politiker die Vernehmung. Nach Recherchen von "Spiegel" und "Frontal" hielten die amerikanischen Ermittler dem Deutschen unter anderen eine Chat-Nachricht vor.

Darin soll ein prorussischer Aktivist seinem Bekannten Krah versichert haben, das Problem mit den "Kompensationen" fĂŒr Krahs "technische Ausgaben" sei gelöst. Von Mai an "wird es so sein, wie es vor Februar war". Die angeblich verwendete Formulierung habe den Verdacht nahegelegt, dass Krah schon lĂ€nger verdeckt bezahlt worden sein könnte, heißt es in den Berichten. Die Behörden gehen dem nun nach. Maximilian Krah, der als AfD-Spitzenkandidat zur Europawahl antritt, weist die VorwĂŒrfe zurĂŒck. Er habe von dem Aktivisten nie Geld bekommen, teilte er mit, "keine Zahlungen, geldwerten Leistungen oder sonstige Kompensationen". Womöglich habe der Mann ihm Geld fĂŒr eine Opernballkarte zurĂŒckzahlen wollen, so Krah. Oder die Chat-Nachricht, in der von "Kompensationen" die Rede war, mĂŒsse fĂŒr einen anderen EmpfĂ€nger bestimmt gewesen sein. Er habe auch nie auf diese Nachricht geantwortet, so Krah. Der Aktivist reagierte auf Anfrage nicht. Das FBI war wohl an den verdĂ€chtigen Chat-Inhalt gelangt, als es das Handy des Mannes auf einer frĂŒheren USA-Reise ĂŒberprĂŒft hatte. Laut "Time"-Magazin kontrollierten zwei Beamte den Russen im Sommer 2021 auf einem Flughafen von Washington D.C. "Sie haben mein Handy genommen", zitierte die Zeitschrift den Aktivisten. "Und sie haben alle Informationen ausgelesen." Das FBI lehnte eine Stellungnahme zu den VorgĂ€ngen ab. Der Vorgang um die dubiose Nachricht ist bereits der zweite innerhalb kurzer Zeit, der Krah in BedrĂ€ngnis bringt. Seit Wochen wird sein Name im Zusammenhang mit der AffĂ€re um das prorussische Internetmedium "Voice of Europe" genannt, das die tschechische Regierung Ende MĂ€rz mit Sanktionen belegt hat. Sie hĂ€lt das in Prag ansĂ€ssige Medium fĂŒr eine Einflussoperation des Kreml. In Belgien ermitteln bereits StaatsanwĂ€lte wegen russischer Einflussoperationen auf Europa-Politiker. Die Generalstaatsanwaltschaft MĂŒnchen hat Vorermittlungen aufgenommen. Krah teilte mit, dass seine ImmunitĂ€t als Europa-Abgeordneter bislang nicht aufgehoben worden sei, er nichts von Ermittlungen gegen ihn wisse. Zudem bestreitet Krah, Geld aus dem Umfeld von "Voice of Europe" angenommen zu haben.

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