MilitÀrexperte, Stationierung

MilitÀrexperte: Stationierung von US-Waffen dringend geboten

31.07.2024 - 05:15:36 | dpa.de

Die USA werden ab 2026 weitreichende Waffensysteme in Deutschland stationieren, um Russland militĂ€risch abzuschrecken. Ein General a.D. plĂ€diert fĂŒr den Schritt und erklĂ€rt, worum es geht.

Die Waffensysteme aus den USA haben Abschreckung als Zweck. - Foto: Petty Off 2. Cl Zachary Grooman/U.S. Navy via DVIDS/dpa

Die als Antwort auf russische Bedrohungen angekĂŒndigte Stationierung weitreichender US-Waffen in Deutschland ist nach EinschĂ€tzung von Brigadegeneral a.D. Heinrich Fischer «dringend geboten». «Sie setzt im BĂŒndnis ein klares Signal der USA als FĂŒhrungsmacht und verbessert die GlaubwĂŒrdigkeit der Abschreckung durch einen konventionellen FĂ€higkeitszuwachs», schreibt Fischer im Fachmagazin «EuropĂ€ische Sicherheit & Technik» (Augustausgabe).

Und: «An den Reaktionen aus dem Kreml lÀsst sich der gestiegene Abschreckungswert ablesen, der durch die beabsichtigte Stationierung dieser Waffenkategorie erzielt werden kann.» Fischer war zuletzt Kommandeur der Heeresschulen und Vizechef des Heeresamtes.

Am Rande des Nato-Gipfels in Washington hatten die USA und Deutschland die Stationierung von Tomahawk-Marschflugkörpern, SM-6-Raketen und neuen Hyperschallwaffen von 2026 an angekĂŒndigt. Nach Angaben von Fischer kann eine Typhon-Batterie – bestehend aus einem Gefechtsstand, Versorgungsfahrzeugen und Raketenwerfern - sowohl SM-6-Raketen als auch Tomahawk-Marschflugkörper aus Containern abfeuern. 

Was die Waffen können

Der Tomahawk habe eine Reichweite von mehr als 1000 Kilometern, trage einen 450 Kilogramm schweren, konventionellen Sprengkopf und treffe auf etwa 10 Meter genau. Die Rakete SM-6 sei «mehrrollenfÀhig»: Sie könne ballistische Raketen in ihrer Endflugphase abwehren, gegen Schiffe und in einer modifizierten Version auch gegen Bodenziele eingesetzt werden.

Die neue US-Hyperschallwaffe («Long Range Hypersonic Weapon») befinde sich in der Endphase ihrer Entwicklung. Sie fliege mit fĂŒnffacher Schallgeschwindigkeit an und habe eine Reichweite von mehr als 2500 Kilometern.

Waffen zur Zerstörung russischer MilitÀrpotenziale

Fischer verweist in seiner Analyse auf Waffensysteme in der russischen Exklave Kaliningrad, die in Zentraleuropa und im Ostseeraum eine reale Bedrohung fĂŒr die Nato-Verteidigungsplanung seien. Im Konfliktfall könne eine Verlegung von Nato-LandstreitkrĂ€ften aus dem Zentrum an die Nato-Ostflanke deswegen nicht zeitgerecht und in der gebotenen StĂ€rke erfolgen. Ein Zusammenbruch der Verteidigung durch die dort schon vorhandenen Nato-Truppen wĂŒrde beschleunigt. «Einer verschĂ€rften Bedrohung in diesem Prozess wĂ€re das Territorium der Bundesrepublik Deutschland in seiner Rolle als strategisch logistische Drehscheibe ausgesetzt», stellt er fest.

Die Waffen sind nach EinschĂ€tzung Fischers nötig, um russische MilitĂ€rpotenziale zerstören zu können, die Nato-Truppen das Eindringen in einen Operationsraum («Anti Access») oder die Operationsfreiheit im Einsatzraum («Area Denial») verwehren können. Dieser Kampf wird nach Darstellung des Generals in fĂŒnf Phasen gefĂŒhrt. In der ersten Phase des Wettstreits («Competition») wĂŒrden feindliche KrĂ€fte vor einer bewaffneten Auseinandersetzung lĂŒckenlos ĂŒberwacht und in einem Konflikt dann schrittweise zerstört, um den eigenen Truppen HandlungsspielrĂ€ume zu schaffen. 

Fischer sieht in der Stationierung eine deutliche Steigerung der konventionellen FĂ€higkeiten der Nato, die die GlaubwĂŒrdigkeit der Abschreckungsstrategie verstĂ€rkt «bei gleichzeitiger Anhebung der nuklearen Schwelle». Er erinnert daran, dass die im Kalten Krieg in Deutschland stationierten Tomahawks einen nuklearen Sprengkopf trugen.

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