MilitÀr durchsucht EU-Mission in Niger und beschlagnahmt Waffen
23.02.2024 - 08:35:00 | dts-nachrichtenagentur.deIn den Abendnachrichten des staatlichen Senders TĂ©lĂ© Sahel wurde am Donnerstag der Vorwurf erhoben, Eucap habe Waffen gelagert, um das Land zu destabilisieren. Eucap wollte sich inhaltlich zu dem Vorgang nicht weiter Ă€uĂern. In diplomatischen Kreisen zeigt man sich schockiert ĂŒber den Vorwurf und weist ihn zurĂŒck: Die Waffen seien ordnungsgemÀà eingefĂŒhrt worden und dienten der Sicherheit der Mission. Das nigrische Innenministerium reagierte zunĂ€chst nicht auf eine Anfrage des "Spiegel". Eucap Sahel Niger ist eine zivile Ausbildungsmission der EuropĂ€ischen Union. Seit 2012 werden nigrische SicherheitskrĂ€fte im Kampf gegen organisierte KriminalitĂ€t, Drogen-, Waffen- und Menschenhandel trainiert. Zu diesem Zweck stellte die EU ihnen auĂerdem AusrĂŒstung zur VerfĂŒgung. Im Osten des Landes sollte Eucap die Polizei in Sachen Grenzsicherung fit machen, die Region gilt auch als Transitpunkt fĂŒr die Reise von Migranten Richtung Europa. Im Juli vergangenen Jahres ĂŒbernahm nach einem Putsch eine MilitĂ€rregierung die Macht in Niger. Seither haben sich die Beziehungen zum Westen massiv verschlechtert. Die Junta kĂŒndigte die Zusammenarbeit mit Eucap Sahel auf, bis Anfang Juni sollten die EU-KrĂ€fte das Land verlassen, die Mission abwickeln. Zwischenzeitlich wurden mehrere Eucap-Mitarbeiter des Landes verwiesen. Die MilitĂ€rregierung hatte ihnen vorgeworfen, illegal eingereist zu sein. Die Durchsuchung der Zentrale bedeutet eine weitere Eskalation in der diplomatischen Krise. Das BĂŒro von Eucap Sahel in Agadez im Osten des Landes wurde in dieser Woche bereits geschlossen. Nun soll nach Informationen des "Spiegel" auch die Eucap-Zentrale in der Hauptstadt Niamey schneller schlieĂen als ursprĂŒnglich geplant. Die internationalen Mitarbeiter sollen jetzt so schnell wie möglich das Land verlassen. Mit Hochdruck versucht die Eucap-Leitung nun, das verbliebene Equipment an europĂ€ische PartnerlĂ€nder zu ĂŒbergeben. Die Razzia am Montag hat gezeigt, dass die Sorge ĂŒber den Verbleib der AusrĂŒstung berechtigt ist. Die Waffen befinden sich nun in den HĂ€nden einer MilitĂ€rregierung, die eine deutlich engere Zusammenarbeit mit Moskau plant.
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