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Sind Deutschlands FlughĂ€fen vor Drohnen geschĂŒtzt?

26.09.2025 - 15:49:39 | dpa.de

DrohnenflĂŒge ĂŒber FlughĂ€fen sorgen derzeit fĂŒr Schlagzeilen. Auch in Deutschland sind die unbemannten Flugobjekte lĂ€ngst ein Thema, das in immer grĂ¶ĂŸerem Rahmen die Sicherheitsbehörden beschĂ€ftigt.

  • Drohnen sind fĂŒr den Flugverkehr gefĂ€hrlich - deshalb gilt an FlughĂ€fen ein Flugverbot. Die Statistik zeigt aber: Die GefĂ€hrdungslage hat in den vergangenen Jahren zugenommen. (Illustration) - Foto: Marijan Murat/dpa
    Drohnen sind fĂŒr den Flugverkehr gefĂ€hrlich - deshalb gilt an FlughĂ€fen ein Flugverbot. Die Statistik zeigt aber: Die GefĂ€hrdungslage hat in den vergangenen Jahren zugenommen. (Illustration) - Foto: Marijan Murat/dpa
  • Technische Hilfsmittel zum Abfangen von Drohnen werden immer wichtiger fĂŒr die Sicherheitsbehörden in Deutschland.  - Foto: Marcus Golejewski/dpa
    Technische Hilfsmittel zum Abfangen von Drohnen werden immer wichtiger fĂŒr die Sicherheitsbehörden in Deutschland. - Foto: Marcus Golejewski/dpa
Drohnen sind fĂŒr den Flugverkehr gefĂ€hrlich - deshalb gilt an FlughĂ€fen ein Flugverbot. Die Statistik zeigt aber: Die GefĂ€hrdungslage hat in den vergangenen Jahren zugenommen. (Illustration) - Foto: Marijan Murat/dpa Technische Hilfsmittel zum Abfangen von Drohnen werden immer wichtiger fĂŒr die Sicherheitsbehörden in Deutschland.  - Foto: Marcus Golejewski/dpa

Nach wiederholten Drohnensichtungen an FlughĂ€fen in DĂ€nemark und Norwegen wĂ€chst auch in Deutschland die Sorge vor vergleichbaren VorfĂ€llen. In den vergangenen Tagen hatten Drohnen-Behinderungen etwa am Flughafen in Kopenhagen und Oslo fĂŒr Aufsehen gesorgt. Ein Zusammenhang mit Provokationen aus Russland wurde von den dĂ€nischen Behörden nicht ausgeschlossen. Derartige Vorkommnisse sind in Deutschland bisher nicht bekanntgeworden, gleichwohl beschĂ€ftigen die unbemannten Flugobjekte auch hierzulande FlughĂ€fen und Behörden.

Gibt es eine verÀnderte Sicherheitslage an deutschen FlughÀfen?

Nein - zumindest nicht wegen militÀrischer Drohnen. Gleichwohl haben aber Störungen mit Drohnen an den FlughÀfen hierzulande nach Angaben der Deutschen Flugsicherung deutlich zugenommen. Die Bundespolizei spricht von einer «zunehmenden GefÀhrdung des Passagierluftverkehrs».

In Zahlen der Flugsicherung heißt das: Im laufenden Jahr wurden bis Ende August bereits 144 Behinderungen durch Drohnen registriert, wie das Unternehmen meldete, das zu 100 Prozent dem Bund gehört. Im Vorjahr seien es im selben Zeitraum 113 Vorkommnisse gewesen, im Jahr 2023 nur 99. 

Allein am Flughafen Frankfurt am Main, dem grĂ¶ĂŸten deutschen Drehkreuz, wurden in diesem Jahr bereits 35 Behinderungen gezĂ€hlt. Wer die Drohnen steuerte, geht aus dem Report nicht hervor. In vielen FĂ€llen dĂŒrften Hobby-Piloten die Ursache sein. In Köln/Bonn waren es 12, in DĂŒsseldorf 9 und in Hamburg, Stuttgart und MĂŒnchen jeweils 6. Am Berliner Hauptstadtflughafen waren es wie in Dresden je 5 VorfĂ€lle.

Nach Angaben des GeschĂ€ftsfĂŒhrers des Anti-Drohnen-Spezialisten Aaronia GmbH, Stephan Kraschansky, kreisen ĂŒber Deutschland und anderen westlichen Staaten aber noch viel mehr Drohnen als bekannt. «Die Drohnen ĂŒber dĂ€nischen FlughĂ€fen, in Oslo oder ĂŒber Polen waren nur die Spitze eines Eisbergs», sagte Kraschansky, der dpa. Es fehle oft die technische AusrĂŒstung, um die ferngesteuerten LuftgerĂ€te ĂŒberhaupt zu bemerken.

Was wollen die DrohnenflĂŒge erreichen?

Offenkundiges Ziel dieser FlĂŒge sei es, die verwundbaren Stellen der westlichen Infrastruktur genau auszukundschaften, betonte Kraschansky. Dazu gehörten Stellwerke der Bahn, Umspannwerke der Energieversorger, Raffinerien, FlughĂ€fen, aber auch Kasernen und TruppenĂŒbungsplĂ€tze. «Alles, was mit einem funktionierenden Leben zu tun hat.»

Wer hinter diesen zahlreichen Drohnen-EinsĂ€tzen stecke, sei nicht mit hundertprozentiger Sicherheit zu sagen. Zwar deute in Kopenhagen alles auf Russland hin, aber es sei auch denkbar, dass kriminelle Trittbrettfahrer Material zusammentrĂŒgen, um Unternehmen zu erpressen, sagte Kraschansky weiter. Die Drohnen wĂŒrden jedenfalls zumeist nicht in Russland gestartet, sondern von Unbekannten auf westlichem Boden gesteuert.

Wie ist die Rechtslage in Deutschland?

Nach Angaben der Deutschen Flugsicherung werden DrohnenflĂŒge in FlughafennĂ€he in der Regel von Piloten startender oder landender Flugzeuge gemeldet, aber auch aus dem Tower des jeweiligen Flughafens beobachtet. Notfalls mĂŒssten An- und AbflĂŒge vorsichtshalber eingestellt werden. Dies fĂŒhrt in der Regel zu großen Problemen im internationalen Luftverkehr. DrohnenflĂŒge sind im Umkreis von 1,5 Kilometer um FlughĂ€fen verboten und können mit Haftstrafen von bis zu zehn Jahren bestraft werden, so die Flugsicherung. 

Im Januar hatte kurz vor der Bundestagswahl das damalige Bundeskabinett noch eine VerschĂ€rfung des Luftsicherheitsgesetzes auf den Weg gebracht. Damit sollte die Bundeswehr bei einem drohenden besonders schweren UnglĂŒcksfall eine Befugnis erhalten, illegal fliegenden Drohnen abzuwehren. Wegen der vorgezogenen Neuwahl wurde das Gesetz aber bis heute noch nicht vom Bundestag beschlossen - die amtierende Regierung mĂŒsste hierzu einen neuen parlamentarischen Anlauf starten.

Nach bisheriger Rechtslage ist ein Abschuss von Drohnen grundsĂ€tzlich rechtlich möglich, wie die Expertin Verena Jackson von der UniversitĂ€t der Bundeswehr in MĂŒnchen betont. Jedoch mĂŒsse dies verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig sein und berge zudem erhebliche Gefahren - etwa durch herabfallende TrĂŒmmerteile oder explosive Ladung und werde deshalb bisher kaum in Betracht gezogen. GrundsĂ€tzlich sei Deutschland nicht schlecht aufgestellt in der Drohnenabwehr.

Wie sind die FlughĂ€fen derzeit geschĂŒtzt?

FĂŒr die Drohnenabwehr an FlughĂ€fen ist in der Regel die Bundespolizei zustĂ€ndig, im ĂŒbrigen Land ist es die Landespolizei. Ebenfalls involviert sind in die Beurteilung an den VerkehrsflughĂ€fen die Deutsche Flugsicherung (DFS), der Flugplatzbetreiber und die Landesluftsicherheitsbehörden. Die FlughĂ€fen selbst dĂŒrfen nicht beurteilen, ob eine Drohne von einem Hobby-Piloten gesteuert wird oder ob es sich um eine hybride Bedrohung handelt. Vom Innenministerium in MĂŒnchen hieß es zudem, grundsĂ€tzlich werde bei jeder Drohnensichtung eine mögliche Strafbarkeit geprĂŒft. 

In der Praxis - das zeigten auch die VorfĂ€lle in Kopenhagen - ist es aber alles andere als einfach, Drohnen vom Himmel zu holen. Aus einsatztaktischen ErwĂ€gungen könnten keine detaillierteren Angaben zu den eingesetzten Systemen gemacht werden, hieß es von der Bundespolizei. Möglich sind elektromagnetische Impulse, die Störung von Funkverbindungen oder physische Einwirkung auf Drohnen etwa durch Fangnetze.

Der Flughafenverband ADV fordert von der Politik eine gesetzlich gesicherte, staatliche Finanzierung von Systemen zur Drohnenerkennung und Abwehr. Der Schutz der FlughĂ€fen sei eine hoheitliche Aufgabe und bedĂŒrfe modernster Technik und klarer Strukturen. Die Nachfrage nach technischer AusrĂŒstung zur BekĂ€mpfung von Drohnen sei riesig, sagte Kraschansky. Vorrangig wĂŒrden aktuell europĂ€ische Staaten mit Systemen beliefert, die zivile, selbstgebaute oder militĂ€rische Drohnen entdecken und abwehren könnten. Es werde an vielen Stellen inzwischen etwas getan. Der Nachholbedarf sei immens.

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