Drohnenregiment: Pistorius stellt neue Bundeswehr-Einheit auf
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 17:28 Uhr | dpa, AD HOC NEWSVerteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) lässt für den Kampf mit unbemannten Systemen ein eigenes Drohnenregiment der Bundeswehr aufstellen.
Bis zu 600 Angehörige
Der Verband werde aus bis zu 600 Männern und Frauen bestehen, sagte Pistorius auf dem niedersächsischen Truppenübungsplatz Bergen.
Das Regiment soll Reichweiten bis zu 500 Kilometer abdecken. Damit bündelt die Bundeswehr Personal und Fähigkeiten für den Einsatz unbemannter Systeme in einer eigenen militärischen Einheit.
Neue Fähigkeiten für den Drohnenkampf
Drohnen können unter anderem zur Aufklärung und zur Unterstützung militärischer Operationen eingesetzt werden. Der Aufbau des Regiments steht für eine stärkere Ausrichtung der Bundeswehr auf unbemannte Systeme und deren Nutzung über große Entfernungen.
Teil eines größeren Modernisierungsschubs
Die Aufstellung des Drohnenregiments fällt in eine Phase, in der die Bundeswehr ihre Fähigkeiten für Aufklärung, Präzisionswirkung und Gefechtsführung aus der Distanz ausbaut. Unbemannte Systeme können länger als bemannte Plattformen in einem Einsatzgebiet bleiben, liefern laufend Lagebilder und lassen sich je nach Ausrüstung für unterschiedliche Aufgaben einsetzen.
Die angekündigte Reichweite von bis zu 500 Kilometern vergrößert den operativen Abstand zwischen Bedienpersonal und Einsatzgebiet erheblich. Damit steigen zugleich die Anforderungen an sichere Datenverbindungen, elektronische Abwehr, Aufklärung und den Schutz vor gegnerischen Drohnen. Ein Regiment mit bis zu 600 Angehörigen wäre deshalb nicht nur eine Sammlung von Fluggeräten, sondern eine eigene militärische Struktur mit Ausbildung, Führung, Wartung und Auswertung.
Bedeutung für die Bundeswehr
Für die Streitkräfte bedeutet der Schritt eine stärkere Spezialisierung innerhalb des Heeres. Der Aufbau dürfte langfristig auch Fragen nach Beschaffung, Kosten, Standort, Ausbildung und der Einbindung in die NATO-Kommandostrukturen aufwerfen. Für die Bevölkerung ist vor allem relevant, dass Drohnen künftig sichtbarer zum regulären Fähigkeitsprofil der Bundeswehr gehören und Einsätze stärker durch digitale Aufklärung und weitreichende unbemannte Systeme geprägt werden.
