Ergebnisse, Produktion/Absatz

Uniper zahlt 2,6 Milliarden Euro zurĂŒck

25.02.2025 - 14:54:48 | dpa.de

DÜSSELDORF - Der mit Beihilfen gerettete Energiekonzern Uniper DE000UNSE018 zahlt Deutschland 2,6 Milliarden Euro zurĂŒck.

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DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der mit Beihilfen gerettete Energiekonzern Uniper DE000UNSE018 zahlt Deutschland 2,6 Milliarden Euro zurĂŒck. Noch im ersten Quartal sei eine entsprechende Zahlung an die Bundesrepublik Deutschland geplant, teilte Uniper in DĂŒsseldorf bei der Vorlage der Jahreszahlen mit. Damit fĂ€llt die RĂŒckzahlung etwas höher aus als zuvor angekĂŒndigt. Bislang war die Rede von 2,5 Milliarden Euro gewesen. Das Unternehmen kommt damit einer Beihilfe-Auflage der EU-Kommission nach.

Uniper gehört derzeit fast vollstÀndig dem Bund. Bis Ende 2028 muss Deutschland seine Beteiligung aber auf höchstens 25 Prozent plus eine Aktie reduzieren.

Uniper hatte rund 13,5 Milliarden Euro Beihilfen erhalten

Uniper war 2022 in Schieflage geraten, weil Russland nach dem Angriff auf die Ukraine seine Gaslieferungen erst verringerte und dann einstellte. Die Gas-Ersatzbeschaffungen kosteten Milliarden. Damit Uniper nicht in die Knie ging, zahlte Deutschland Beihilfen von rund 13,5 Milliarden Euro und wurde mit ĂŒber 99 Prozent MehrheitseigentĂŒmerin. Die EU-Kommission hatte die Beihilfe-Genehmigung an eine Reihe von Auflagen geknĂŒpft. Dazu gehört auch der Verkauf von zahlreichen Beteiligungen bis Ende 2026. Unter anderem muss das Kohlekraftwerk Datteln 4 bis dahin verkauft sein.

Uniper hatte bereits Ende September eine erste RĂŒckzahlung an den deutschen Staat geleistet. Damals flossen 530 Millionen Euro. Es war Geld, was Uniper im August 2022 im Zuge des Gasstreits mit dem russischen Gaskonzern Gazprom US3682872078 einbehalten hatte, als dieser kein Gas mehr lieferte.

Die zusammengenommen 3,1 Milliarden Euro kĂ€men "dem deutschen Staatshaushalt und damit den deutschen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern zugute", betonte FinanzvorstĂ€ndin Jutta Dönges. Nach ihren Angaben ist damit die Auflage der EU, unter bestimmten UmstĂ€nden Geld an den Staat zurĂŒckzuzahlen, "erledigt".

Das Bundesfinanzministerium hatte im September erklĂ€rt, dass Uniper vor allem ĂŒber AktienverkĂ€ufe auf dem Kapitalmarkt wieder in private HĂ€nde kommen soll. Das Ministerium verwaltet die Uniper-Anteile. "Es ist damit zu rechnen, dass der Bund vor allem aus dem Verkauf seiner Anteile an Uniper weitere Erlöse erzielen wird", sagte Dönges weiter.

GrĂ¶ĂŸter GashĂ€ndler und Speicherbetreiber Deutschlands

Uniper zĂ€hlt zu den grĂ¶ĂŸten Energieunternehmen Europas und beschĂ€ftigt knapp 7.500 BeschĂ€ftigte, davon rund 5.000 in Deutschland, davon rund 2.500 in DĂŒsseldorf. Das Unternehmen ist Deutschlands grĂ¶ĂŸter GashĂ€ndler: Beliefert werden rund 1.000 Stadtwerke und große Industrieunternehmen. In Deutschland und anderen europĂ€ischen LĂ€ndern betreibt das Unternehmen außerdem viele Kraftwerke, die Strom aus Gas, Kohle, Wasserkraft, Atomkraft und Öl erzeugen. Investitionen in weitere erneuerbare Energien und wasserstofffĂ€hige Gaskraftwerke sind geplant. Uniper ist daneben Deutschlands grĂ¶ĂŸter Erdgas-Speicherbetreiber. Privatkunden beliefert Uniper außer bei FernwĂ€rme nicht.

Die wichtigsten Jahreszahlen 2024 hatte Uniper schon vor knapp zwei Wochen mitgeteilt. Demnach lag der um nicht operative Effekte bereinigte JahresĂŒberschuss bei 1,6 Milliarden Euro - nach 4,4 Milliarden Euro 2023. GrĂŒnde fĂŒr den extrem hohen Gewinn 2023 waren unter anderem hohe Handelsgewinne und niedrige Preise bei der Gasbeschaffung.

2025 erwartet Uniper mindestens 250 Millionen Euro Nettogewinn

"Wie erwartet lag das Ergebnis 2024 deutlich unter dem des Vorjahres, aber fĂŒr sich betrachtet auf einem sehr hohen Niveau", erklĂ€rte Dönges. Bereits 2024 sei absehbar gewesen, dass sich das Ergebnis in den kommenden GeschĂ€ftsjahren nicht auf diesem Level wiederholen lasse. FĂŒr 2025 rechne man daher mit einem deutlich niedrigeren bereinigten Nettogewinn in Höhe von 250 bis 550 Millionen Euro.

Uniper-Chef Michael Lewis bekrĂ€ftigte das Interesse des Energiekonzerns, in Deutschland neue Gaskraftwerke zur StĂ€rkung der Versorgungssicherheit zu bauen. Sie sollen Strom produzieren, wenn nicht genĂŒgend Wind- oder Sonnenstrom vorhanden ist. Man stehe fĂŒr Investitionen bereit, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. "Wichtig ist, dass die neue Bundesregierung das Thema schnell angeht und wir nicht noch mehr Zeit verlieren, damit wir die notwendigen Investitionen in eine bezahlbare, sichere und nachhaltige Energieversorgung vornehmen können", so Lewis.

Uniper-Chef: Kraftwerksausschreibungen frĂŒhestens Anfang 2026

Die abgewĂ€hlte Bundesregierung hatte kein Kraftwerkssicherheitsgesetz mehr verabschieden können. Erste Ausschreibungen zum Bau neuer Kraftwerke sollte es eigentlich schon im ersten Halbjahr 2025 geben. Lewis hofft, dass die neue Bundesregierung solch ein Gesetz jetzt möglichst schnell verabschiedet. Eine erste Auktion könne dann nach seiner EinschĂ€tzung frĂŒhestens Anfang 2026 stattfinden. Betriebsvorstand Holger Kreetz sagte, dass Genehmigung und Bau solcher Kraftwerke rund fĂŒnf Jahre dauerten. Eine Fertigstellung der ersten Anlagen bis Ende 2030 halte er daher fĂŒr "sehr ambitioniert".

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