E-Autos: Die Deutschen werden mutiger â aber bleiben skeptisch
Veröffentlicht am: 25.08.2026 um 13:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Immer mehr Menschen in Deutschland können sich ElektromobilitĂ€t vorstellen. Eine aktuelle TĂV-Umfrage zeigt dennoch: Die Bedenken sind trotz gewachsener Offenheit tief verwurzelt.
StraĂenverkehr (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Die TĂV Mobility Studie 2026 stellt fest: Etwa ein Viertel der Befragten (25 Prozent) wĂŒrde bei einem Neukauf am liebsten ein reines Elektroauto fahren. Ein weiteres Viertel möchte lieber einen Hybrid, wĂ€hrend nur vier Prozent Wasserstofffahrzeuge als Favoriten nennen. Trotzdem greifen noch 35 Prozent am liebsten zum klassischen Verbrenner. Elf Prozent bewegen sich irgendwo zwischen Zögern und völliger Autofrust â sie wissen nicht oder wollen gar keins. Interessant darin: Selbst unter Verbrenner- und Hybridfans kann sich ein gutes FĂŒnftel (23 Prozent) vorstellen, irgendwann doch auf ein E-Auto umzusteigen.
Die gröĂten Bremsklötze? Ganz klassisch: 57 Prozent fĂŒrchten nach wie vor die teuren Anschaffungskosten, 52 Prozent stammeln was von Reichweitenangst und 50 Prozent bemĂ€ngeln das Dauerchaos bei den Lademöglichkeiten, besonders in groĂen StĂ€dten (dort klagen sogar 58 Prozent). Wer im Winter elektrisiert unterwegs ist, fĂŒhlt sich schnell ausgebremst â 61 Prozent erleben dann ganz reale DistanzeinbuĂen. Weiteres Kopfzerbrechen machen komplizierte Bezahlverfahren (48 Prozent) und undurchsichtige Preisgestaltung an LadesĂ€ulen (49 Prozent).
Gleichzeitig wĂ€chst das BedĂŒrfnis nach Bus, Bahn und Co: Stolze 76 Prozent wĂŒnschen sich eine intensivere Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, 72 Prozent möchten auch mehr Engagement fĂŒr den Fern- und Regionalzugverkehr. Trotzdem bleibt das Auto das unangefochten meistgenutzte Fortbewegungsmittel â 83 Prozent der Leute sitzen mindestens einmal pro Woche hinters Steuer, 63 Prozent gehen öfter zu FuĂ, 20 Prozent schwingen sich aufs klassische Fahrrad, 14 Prozent aufs E-Bike und jeder FĂŒnfte nutzt regelmĂ€Ăig Bus oder Bahn.
Noch ein Knick in der Statistik: Die Unterschiede zwischen Stadt und Land bleiben markant. In Orten mit weniger als 5.000 Einwohnern sind 96 Prozent mit dem Auto unterwegs; in GroĂstĂ€dten und Metropolen (ĂŒber 500.000 Einwohner) fĂ€llt die Quote immerhin auf 66 Prozent. Fahrradnutzung ist in dicht besiedelten StĂ€dten mit 26 Prozent klassischem Rad ĂŒberdurchschnittlich, auf dem Land sind hingegen eher E-Bikes (18 Prozent) gefragt. Beim ĂPNV klafft die Schere besonders: Auf dem Land fĂ€hrt kaum jemand (8 bis 12 Prozent), wĂ€hrend in StĂ€dten mittlerer GröĂe 35 Prozent, in Metropolen sogar 47 Prozent wöchentlich Bus und Bahn nehmen.
Befragt wurden 2.504 Personen ab 18 Jahren durch Forsa im Auftrag des TĂV-Verbands, Zeitraum MĂ€rz bis April 2026. Auch wenn die ElektromobilitĂ€t populĂ€rer wird: So ein paar HĂŒrden sind da wohl noch zu nehmen.
Unterm Strich scheint ElektromobilitĂ€t ihren festen Platz unter deutschen Autofahrer:innen gefunden zu haben â auch wenn sie noch ordentlich Gegenwind erfĂ€hrt. Nach wie vor macht vor allem die Preisfrage viele skeptisch, wĂ€hrend zugleich die Lust auf Alternativen wĂ€chst: Ob ĂPNV, (E-)Bike oder Wasserstoffantrieb, die Zukunft ist in Bewegung, auch wenn sie nicht linear verlĂ€uft. Bei der Recherche habe ich gelesen, dass laut aktuellen Zahlen des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft die Zahl der öffentlichen Ladepunkte in Deutschland 2024 zwar erstmals die 100.000 ĂŒberschritten hat, jedoch die Verteilung immer noch lĂŒckenhaft ist â besonders auf dem Land gibt es groĂe weiĂe Flecken. Neue Förderprogramme der Bundesregierung zielen darauf ab, den Ausbau zu beschleunigen und die Ladeinfrastruktur flĂ€chendeckender zu machen. Zudem wird in vielen BeitrĂ€gen thematisiert, dass der Gebrauchtwagenmarkt fĂŒr E-Autos gerade boomt, was darauf hindeutet, dass ElektromobilitĂ€t allmĂ€hlich auch in der Breite ankommt.
Ein ausfĂŒhrlicher Artikel der SĂŒddeutschen Zeitung berichtet, dass die Bundesregierung neue ZuschĂŒsse fĂŒr den Ausbau der Ladeinfrastruktur plant; Experten sehen dennoch die Gefahr, dass lĂ€ndliche Regionen weiterhin abgehĂ€ngt bleiben, da die meisten Stationen aktuell in GroĂstĂ€dten entstehen (Quelle: SĂŒddeutsche Zeitung).
Die FAZ analysiert, dass sich die Einstellungen zur ElektromobilitÀt durch hohe Gebrauchtwagenpreise und schwankende Stromkosten zuletzt verschoben haben: Viele rechnen nun genauer nach, ob sich ein E-Auto wirklich lohnt, wÀhrend die Politik weiter auf Subventionen setzt (Quelle: FAZ).
Spiegel Online berichtet, dass die deutsche Autoindustrie trotz allem auf die nÀchste Generation von E-Modellen setzt und neue Kooperationen mit Energiekonzernen eingeht, um innovative Ladeservices und flexiblere Bezahlsysteme zu schaffen (Quelle: Spiegel Online).