E-Bus-Förderung sinkt 2027 auf 130 Millionen Euro
Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 10:57 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSHaushaltsansatz fĂŒr E-Busse
- Die Linke kritisiert geplante KĂŒrzungen bei der Förderung fĂŒr den Ankauf von E-Bussen.
- Die Mittel sollen 2027 laut Haushaltsentwurf von rund 403 Millionen auf etwa 130 Millionen Euro sinken.
- Luigi Pantisano fordert 10.000 zusÀtzliche E-Busse bis 2030 und eine bundesweite MobilitÀtsgarantie.
Linke fordert mehr Geld fĂŒr E-Busse
Linken-Chef Luigi Pantisano kritisiert die fĂŒr 2027 geplante KĂŒrzung der Fördermittel fĂŒr den Ankauf von E-Bussen. Nach seinen Angaben gefĂ€hrdet die Bundesregierung damit zugleich Klimaziele und mögliche AuftrĂ€ge fĂŒr die Automobilindustrie.
Förderung soll deutlich sinken
Die Förderung soll von derzeit rund 403 Millionen Euro auf etwa 130 Millionen Euro sinken. Das geht aus dem Haushaltsentwurf der Bundesregierung fĂŒr 2027 hervor.
Pantisano warnt vor Folgen fĂŒr ArbeitsplĂ€tze
Pantisano sagte, wĂ€hrend Autowerke nicht ausgelastet seien und BeschĂ€ftigte um ihre Zukunft bangten, streiche die Bundesregierung ausgerechnet dort Mittel, wo neue AuftrĂ€ge und sichere ArbeitsplĂ€tze entstehen könnten. Er bezeichnete die KĂŒrzung als industriepolitisch desaströs und klimapolitisch widersinnig.
Forderung nach MobilitÀtsgarantie
Statt die Förderung zu kĂŒrzen, verlangt der Linken-Chef eine bundesweite MobilitĂ€tsstrategie mit einer verbindlichen MobilitĂ€tsgarantie. Jeder Ort mĂŒsse tagsĂŒber mindestens einmal pro Stunde mit Bus oder Bahn erreichbar sein.
10.000 zusÀtzliche E-Busse bis 2030
Im ersten Schritt fordert Pantisano 10.000 zusÀtzliche E-Busse bis 2030. Der Bund solle die Förderung ausbauen und gemeinsam mit LÀndern und Kommunen langfristige AuftrÀge vergeben, um Planungssicherheit zu schaffen und ArbeitsplÀtze zu sichern.
Die geplante Absenkung der Förderung von rund 403 Millionen auf etwa 130 Millionen Euro wĂŒrde die Bundesmittel fĂŒr den Ankauf von E-Bussen um ungefĂ€hr zwei Drittel reduzieren. FĂŒr Verkehrsunternehmen ist die Förderung ein wichtiger Bestandteil der Finanzierung, weil emissionsfreie Busse in der Anschaffung meist teurer sind als Dieselmodelle und zugleich Ladeinfrastruktur aufgebaut werden muss.
Der Streit berĂŒhrt damit zwei Politikfelder: den Klimaschutz im Verkehr und die Industriepolitik. Ăffentliche Verkehrsunternehmen beschaffen Busse in gröĂeren Ausschreibungen. KĂŒrzungen können dazu fĂŒhren, dass Bestellungen verschoben, Flotten lĂ€nger betrieben oder emissionsfreie Fahrzeuge in geringerem Umfang angeschafft werden. Das wĂŒrde den Modernisierungspfad des Nahverkehrs verlangsamen.
Förderung entscheidet ĂŒber Planungssicherheit
Pantisano verbindet die Debatte mit der Lage der Automobilindustrie und fordert 10.000 zusĂ€tzliche E-Busse bis 2030. Ein solches Ziel wĂŒrde nicht nur Fahrzeughersteller, sondern auch Zulieferer, Ladeinfrastruktur, Wartung und Energieversorgung betreffen. Langfristige AuftrĂ€ge könnten Investitionen erleichtern, wĂ€hrend wechselnde Förderbedingungen die Planung erschweren.
Folgen fĂŒr Kommunen und FahrgĂ€ste
FĂŒr LĂ€nder, Kommunen und VerkehrsverbĂŒnde hĂ€ngt die praktische Wirkung davon ab, wie die verbleibenden Mittel verteilt werden und ob weitere Finanzierungsquellen verfĂŒgbar sind. Eine MobilitĂ€tsgarantie mit mindestens stĂŒndlichen Verbindungen wĂŒrde zudem zusĂ€tzliche Fahrzeuge und Personal erfordern. Die Haushaltsentscheidung beeinflusst deshalb sowohl die Erneuerung kommunaler Busflotten als auch die Frage, wie schnell der öffentliche Verkehr klimavertrĂ€glicher wird.
