Eishockey-WM 2027, Russland

Eishockey-WM 2027: DEB erwägt Rückgabe wegen Russland

Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 05:12 Uhr | dpa, AD HOC NEWS
Nach dem CAS-Urteil zur möglichen Rückkehr russischer Teams steht die deutsche Heim-WM vor politischen, sicherheitsrelevanten und wirtschaftlichen Problemen. Der Weltverband IIHF berät weiter über die Folgen, während der DEB eine Rückgabe des Turniers erwägt.

Entscheidungen für die Heim-WM stehen aus

  • Wojciech Stachowiak erzielte beim 3:0 gegen Österreich in der 48. Minute das dritte deutsche Tor.
  • Der DEB bezeichnete eine Rückgabe der WM als mögliche Option für das Turnier im kommenden Mai.
  • Die IIHF berät seit Montag über die Folgen des CAS-Urteils, hat aber bislang keinen Beschluss gefasst.
Wojciech Stachowiak (M) und Dominik Bokk (26) wollen nicht über Politik reden. - Bild: Markus Lenhardt/dpa

Nationalspieler halten sich aus Russland-Debatte heraus

Die deutschen Eishockey-Nationalspieler wollen sich offiziell nicht zur möglichen Rückkehr russischer Teams äußern. Beim Deutschland Cup in Düsseldorf gewann die Auswahl ihr Auftaktspiel gegen Österreich mit 3:0.

Stachowiak trifft beim Auftaktsieg

Stürmer Wojciech Stachowiak vom schwedischen Club Örebro HK sagte nach der Partie, er sei nur Spieler und wolle keinen Kommentar abgeben. Er erzielte in der 48. Minute das dritte deutsche Tor.

Heim-WM 2027 steht auf der Kippe

Ob die Weltmeisterschaft im kommenden Mai wie geplant in Düsseldorf und Mannheim stattfindet, ist unklar. Der Deutsche Eishockey-Bund prüft, ob er das Turnier zurückgibt.

Mehrere Nationen haben für den Fall einer russischen Teilnahme einen WM-Boykott angekündigt. Zudem drohen wichtige Sponsoren mit dem Rückzug, wodurch die sportliche und wirtschaftliche Grundlage der Veranstaltung belastet würde.

DEB verweist auf eigene Stellungnahme

Kapitän Yasin Ehliz erklärte, die Mannschaft konzentriere sich beim Deutschland Cup auf ihre Aufgaben. Tobias Rieder und Dominik Bokk verwiesen ebenfalls auf die Stellungnahme des DEB und wollten die Debatte ausblenden.

DEB-Vorstandsvorsitzender Frank Lutz hatte das CAS-Urteil als grundlegende Veränderung der Ausgangslage bezeichnet. Eine Zulassung Russlands habe für den Gastgeber erhebliche sicherheitsrelevante, politische und wirtschaftliche Folgen; die Rückgabe der WM sei eine mögliche Option.

IIHF berät über Konsequenzen

Der Internationale Sportgerichtshof CAS hatte die Suspendierung russischer Mannschaften vom Spielbetrieb des Weltverbands IIHF aufgehoben. Seit 2022 dürfen russische Teams wegen des Angriffskrieges gegen die Ukraine nicht an den WM-Turnieren teilnehmen.

Die IIHF mit dem deutschen Präsidenten Franz Reindl berät seit Montag über das weitere Vorgehen. Eine Entscheidung liegt bislang nicht vor.

Das CAS-Urteil verändert die Voraussetzungen für die Eishockey-WM 2027 grundlegend. Seit 2022 waren russische Nationalmannschaften wegen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine von internationalen Wettbewerben ausgeschlossen. Mit der Aufhebung der Suspendierung steht nun die Frage im Mittelpunkt, ob und unter welchen Bedingungen Russland wieder an Weltmeisterschaften teilnehmen darf.

Organisatorischer und politischer Druck

Für den Deutschen Eishockey-Bund geht es nicht nur um die sportliche Besetzung des Turniers. Eine russische Teilnahme könnte Sicherheitsauflagen, politische Proteste und wirtschaftliche Risiken verschärfen. Mehrere europäische Verbände haben einen Boykott angekündigt oder in Aussicht gestellt, falls Russland spielt. Damit wäre die sportliche und finanzielle Grundlage der Heim-WM berührt.

Der Druck trifft zugleich den Weltverband IIHF, der über das weitere Vorgehen beraten muss. Möglich sind Entscheidungen zur Teilnahme, zum Turnierformat oder zu Sicherheitsbedingungen; konkrete Beschlüsse stehen noch aus. Für Zuschauer, Gastgeberstädte und Sponsoren bleibt damit entscheidend, ob die WM im Mai 2027 wie geplant in Deutschland ausgetragen wird und welche Mannschaften tatsächlich antreten.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

Frankfurter Rundschau: „Eishockey-WM-Boykott: Immer mehr Sponsoren springen ab – Weltverband vertagt Entscheidung – alle News im Ticker“ (05.11.2026)

Der Beitrag berichtet über drohende Boykotte mehrerer Nationen und den wachsenden wirtschaftlichen Druck auf den Weltverband. Anders als die dpa-Meldung rückt er zusätzlich einzelne Sponsoren sowie die geplanten Spielorte Düsseldorf, Mannheim und Gelsenkirchen in den Mittelpunkt.

stern: „Deutschland Cup: Im Schatten der Politik: Deutschland Cup im Eishockey steigt“ (05.11.2026)

Der Artikel ordnet den Deutschland Cup als Turnier im Schatten der Debatte über Russlands mögliche Rückkehr ein. Damit bestätigt er den politischen Kontext der dpa-Meldung, setzt den Schwerpunkt aber stärker auf die Belastung des laufenden Wettbewerbs.

Übereinstimmend steht die mögliche Russland-Teilnahme im Zentrum. Unterschiede ergeben sich vor allem bei der Gewichtung von Boykott- und Sponsorenrisiken; offen bleibt die Entscheidung des Weltverbands über das weitere Vorgehen.

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