Elif Eralp will für Sicherheit aller Berliner sorgen
Veröffentlicht am: 29.10.2026 um 12:55 Uhr | dpa, AD HOC NEWSEralps Sicherheitskurs in Berlin
- Eralp erklärte am Mittag in Berlin, sie werde für die Sicherheit aller Berlinerinnen und Berliner sorgen.
- Sie kündigte konsequentes Vorgehen gegen organisierte Kriminalität, Gewalt und Terror an.
- Die Politikerin nannte ausdrücklich den Schutz jüdischer und muslimischer Menschen.
Eralp reagiert auf Bericht zu Sicherheitsbedenken
Die Berliner Linken-Wahlsiegerin Elif Eralp will sich als Regierende Bürgermeisterin konsequent für die Sicherheit in der Hauptstadt einsetzen. Das sagte sie nach einem Bericht des Magazins „Der Spiegel“, wonach sie die Sicherheit ihrer Familie gefährdet sehe, wenn sie sich ausdrücklich zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußere.
Politikerin verweist auf private Inhalte
Eralp sagte am Mittag in Berlin, sie wolle sich zu dem Bericht wegen veröffentlichter privater und interner Inhalte nicht konkret äußern. Zugleich erklärte sie: „Was ich aber ganz klar sagen kann, dass ich für die Sicherheit von allen Berlinerinnen und Berlinern als Regierende Bürgermeisterin sorgen werde.“
Sie werde konsequent gegen Gewalt und Terror vorgehen. Außerdem werde sie sich gegen jede Form organisierter Kriminalität wenden.
Schutz für jüdische und muslimische Menschen
„Ich habe ganz klar gesagt, ich werde mich von niemandem einschüchtern lassen“, sagte Eralp. Sorgen um die eigene Familie seien normal und selbstverständlich.
Die Politikerin betonte, sie stehe für den Schutz und die Sicherheit aller Menschen. Dazu zählte sie jüdische Menschen, die besonders unter Druck stünden, sowie muslimische Menschen, die Diskriminierung und Rassismus erlebten.
Interne Anmerkungen an Magazin übermittelt
Der „Spiegel“ berichtete, Eralp sehe die Sicherheit ihrer Familie in Gefahr, wenn sie sich ausdrücklich zu einem bekannten Palästina-Aktivisten äußere. Grundlage seien interne Anmerkungen zu einem Interview mit der Politikerin.
Das Dokument sei demnach versehentlich samt den Kommentaren von Eralps Büro an das Magazin geschickt worden. Eralp strebt das Amt der Regierenden Bürgermeisterin an.
Der Vorgang berührt zwei Ebenen: die persönliche Sicherheitslage einer Spitzenpolitikerin und die politische Verantwortung einer möglichen künftigen Landesregierung. Eralp verbindet in ihrer Erklärung den Schutz vor Gewalt, Terror und organisierter Kriminalität mit dem Anspruch, jüdische und muslimische Berliner gleichermaßen zu schützen. Damit versucht sie, die Debatte von der Frage einzelner Namen auf einen allgemeinen staatlichen Sicherheitsauftrag zu lenken.
Der Fall fällt in eine Phase, in der die Berliner Linke nach der Abgeordnetenhauswahl über eine Regierungsbildung mit Grünen und SPD sondiert. Aussagen zum Umgang mit Antisemitismus, Hamas-Bezügen und sicherheitsrelevanten Akteuren haben deshalb unmittelbare Bedeutung für das Vertrauen möglicher Koalitionspartner. Zugleich kann der Schutzbedarf von Politikerinnen und ihren Familien die öffentliche Kommunikation über konkrete Personen beeinflussen.
Politische Tragweite
Für die weitere Debatte wird entscheidend sein, wie Eralp den angekündigten Kurs gegen Gewalt und Terror praktisch unterlegt und wie die beteiligten Parteien mit den internen Äußerungen umgehen. Für Berlinerinnen und Berliner geht es dabei nicht nur um die Regierungsbildung, sondern auch um die Frage, wie konsequent der Senat Bedrohungen, politischen Extremismus und Diskriminierung bekämpfen will.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
taz: „Bericht des 'Spiegels': Elif Eralp hat Angst“ (29.10.2026)
Der Artikel habe den Bericht über interne Anmerkungen und die Sorge um Eralps Familie aufgegriffen. Zusätzlich ordne er Reaktionen aus Berliner Parteien sowie die möglichen Folgen für die Sondierungen ein.
stern: „Angst vor Palästinaaktivisten: 'Spiegel': Eralp fürchtet um Sicherheit ihrer Familie“ (29.10.2026)
Der Beitrag habe die Entstehung des internen Dokuments und die darin beschriebenen Äußerungen ausführlicher dargestellt. Im Mittelpunkt stehe stärker als bei der taz die Frage, welche konkreten Aussagen zu einem Palästina-Aktivisten aus der autorisierten Interviewfassung entfernt worden seien.
Beide Beiträge hätten den Kern des Spiegel-Berichts bestätigt; Unterschiede lägen vor allem in der Gewichtung von Dokumententstehung, politischer Reaktion und möglichen Koalitionsfolgen.
