Elterngeldreform, Karin Prien

Elterngeldreform: Prien hält 14 Monate Bezugsdauer fest

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 19:45 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Die maximale Bezugsdauer bleibt bei 14 Monaten, während die Aufteilung zwischen den Eltern flexibler werden soll. Die Bundesregierung will zugleich Einsparungen erzielen und die Rückkehr von Müttern in den Beruf erleichtern.

Regeln für die Elterngeldaufteilung

  • Bundesfamilienministerin Karin Prien beriet den Entwurf mit den drei Koalitionspartnern.
  • Beide Elternteile sollen jeweils vier Monate Basiselterngeld mit 80 Prozent Lohnersatz wählen können.
  • Ab 2030 rechnet Prien mit knapp 1,3 Milliarden Euro Einsparungen.
Mutter mit Kind und Kinderwagen (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur

Elterngeldreform soll 14 Monate sichern

Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) verteidigt die überarbeitete Elterngeldreform und hält an einer Bezugsdauer von 14 Monaten Basiselterngeld fest. Der neue Entwurf soll die Leistung flexibler gestalten, die Beteiligung von Vätern stärken und Familien bei der Vereinbarkeit von Betreuung und Beruf unterstützen.

Vier Monate für jeden Elternteil

Beide Elternteile sollen künftig jeweils vier Monate Basiselterngeld mit einer Lohnersatzrate von 80 Prozent wählen können. Weitere sechs Monate sollen die Eltern frei untereinander aufteilen; auch Elterngeld Plus soll weiterhin möglich sein.

Prien sagte dem ARD-Hauptstadtstudio, die öffentliche Kritik am ursprünglichen Vorschlag sei ernst genommen worden. In dem ersten Entwurf war eine Verkürzung der Bezugsdauer von 14 auf zwölf Monate vorgesehen.

Reform reagiert auf Kita-Eingewöhnung

Als wichtigen Grund für die Rückkehr zu 14 Monaten nannte Prien die Eingewöhnung in der Kita. Der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz beginnt erst mit dem 13. Lebensmonat, sodass bei einer zwölfmonatigen Bezugsdauer eine finanzielle Lücke hätte entstehen können.

Für Selbstständige sollen die Regeln verbessert und die Berechnungsgrundlage vereinheitlicht werden. Künftig soll für Angestellte und Selbstständige das Einkommen des Vorjahres maßgeblich sein; zusätzliche Einkommensbestandteile sollen ebenfalls berücksichtigt werden.

Ministerin hält an Einsparungen fest

Trotz der längeren Bezugsdauer rechnet Prien ab 2030 mit knapp 1,3 Milliarden Euro Einsparungen. Für 2027 erwartet sie wegen sinkender Geburtenzahlen keinen Unterschied bei den Ausgaben gegenüber der bisherigen Planung.

Das ursprünglich erwartete Einsparvolumen von 1,6 Milliarden Euro jährlich wird damit unterschritten. Nach Priens Angaben ist die geringere Einsparung mit dem Finanzministerium besprochen; die Mindereinsparung müsse nicht zusätzlich vom Familienministerium erbracht werden.

Mehr Wahlfreiheit im Erwerbsleben

Prien verbindet die Reform mit dem Ziel, Frauen eine frühere Rückkehr in den Beruf und auch in Vollzeit zu ermöglichen. Das derzeitige System bringe viele Frauen in Teilzeit, aus der sie später nicht wieder herauskämen.

Der neue Entwurf soll deshalb Wahlfreiheit, Gleichstellung und eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf miteinander verbinden.

Die Reform setzt an einem Zielkonflikt des Elterngeldes an: Die Leistung soll Familien in der frühen Betreuungsphase absichern, zugleich aber die Rückkehr in den Beruf erleichtern und den Staatshaushalt entlasten. Mit der Beibehaltung von 14 Monaten Basiselterngeld reagiert der Entwurf auf die praktische Lücke, die bei einem Auslaufen der Leistung vor Beginn des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz entstehen könnte.

Mehr Flexibilität für Eltern

Das geplante Modell verbindet einen festen partnerschaftlichen Anteil mit frei verteilbaren Monaten. Dadurch sollen Väter stärker in die Betreuung einbezogen und Mütter weniger häufig dauerhaft aus dem Beruf gedrängt werden. Ob diese Wirkung eintritt, hängt jedoch nicht allein vom Elterngeld ab, sondern auch von verfügbaren Betreuungsplätzen, Arbeitszeitmodellen und den finanziellen Folgen einer längeren Erwerbsunterbrechung.

Für Selbstständige kann die einheitlichere Berechnungsgrundlage die Planung erleichtern. Die Einbeziehung zusätzlicher Einkommensbestandteile und mehr Spielraum beim Geschwisterbonus zielen auf Fälle, in denen die bisherige Systematik den tatsächlichen Familien- und Erwerbsverläufen nur unzureichend entspricht.

Haushalt bleibt zentraler Prüfstein

Trotz der längeren Bezugsdauer hält Prien an Einsparungen fest. Die erwarteten knapp 1,3 Milliarden Euro ab 2030 liegen unter dem ursprünglich genannten Sparziel von 1,6 Milliarden Euro jährlich. Damit bleibt die Reform politisch und finanziell ein Ausgleich zwischen Familienförderung, Gleichstellung und Konsolidierung.

Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen

tagesschau: „Weitere 14 Monate“ (28.10.2026)

Der Beitrag bestätigt die Beibehaltung der maximalen Bezugsdauer und stellt die geplanten Einsparungen ab 2030 heraus. Der Schwerpunkt liegt stärker auf dem finanzpolitischen Vergleich mit dem ursprünglichen Reformansatz.

stern: „Prien verzichtet auf geplante Kürzung beim Elterngeld“ (28.10.2026)

Der Artikel bestätigt, dass die Kürzung von 14 auf zwölf Monate nicht umgesetzt werden soll. Anders als der tagesschau-Beitrag hebt er vor allem die politische Entscheidung und die Mitteilung aus dem Ministerium hervor.

Beide Beiträge stimmen beim Kern der Reform überein. Unterschiede bestehen vor allem bei der Gewichtung von Haushaltsentlastung und politischem Entscheidungsprozess; offen bleibt die weitere Ausgestaltung des Entwurfs.

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de | politik | 70426201 |