Grundsicherung im Alter erreicht mit 771.275 Beziehern Rekord
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 00:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDie Zahl der Empfänger von Grundsicherung im Alter ist auf einen neuen Höchststand gestiegen. Ende des ersten Quartals 2026 bezogen insgesamt 771.275 Menschen die steuerfinanzierte Leistung, wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten René Springer hervorgeht.
Mehr als ein Drittel der Bezieher sind Ausländer
Ende 2020 hatte die Zahl der Bezieher noch bei 564.110 gelegen. Das entspricht einem Anstieg um 36,7 Prozent.
Besonders deutlich nahm die Zahl ausländischer Empfänger zu. Sie stieg von 152.320 Ende 2020 auf 279.275 Anfang 2026 und damit um 83,3 Prozent. Inzwischen ist mehr als jeder dritte Empfänger Ausländer.
Auch Zahl deutscher Empfänger gestiegen
Die Zahl deutscher Empfänger erhöhte sich im gleichen Zeitraum von 411.790 auf 492.000. Das entspricht einem Plus von 19,5 Prozent.
Nettoausgaben haben sich seit 2020 fast verdoppelt
Auch die Ausgaben für die Grundsicherung im Alter legten deutlich zu. Die Nettoausgaben stiegen von rund 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf rund 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025.
René Springer fordert angesichts der Entwicklung höhere Zugangshürden und längere Wartezeiten für steuerfinanzierte Sozialleistungen.
Die Grundsicherung im Alter ist eine steuerfinanzierte Leistung für Menschen, deren Einkommen im Ruhestand nicht für den notwendigen Lebensunterhalt reicht. Sie wird unabhängig davon gezahlt, ob eine Person zuvor gesetzlich rentenversichert war; berücksichtigt werden unter anderem Einkommen, Vermögen und die angemessenen Kosten für Unterkunft und Heizung.
Der Anstieg der Empfängerzahl steht im Zusammenhang mit mehreren langfristigen Entwicklungen. Dazu gehören niedrige Renten nach unterbrochenen oder gering entlohnten Erwerbsbiografien, die Alterung der Bevölkerung sowie steigende Wohn- und Lebenshaltungskosten. Die Zahl ausländischer Bezieher kann zudem durch Zuwanderung und unterschiedliche Erwerbs- und Versicherungsverläufe beeinflusst werden. Aus der Staatsangehörigkeit allein lässt sich deshalb keine einzelne Ursache für den Anstieg ableiten.
Belastung für den Bundeshaushalt
Der Anstieg der Nettoausgaben von rund 3,3 Milliarden Euro im Jahr 2020 auf rund 6,2 Milliarden Euro im Jahr 2025 erhöht den Finanzierungsdruck auf den Bund. Die Entwicklung betrifft damit nicht nur die individuelle soziale Sicherung, sondern auch die Debatte über Rentenniveau, ergänzende Altersvorsorge, Erwerbsbeteiligung und Zuwanderung.
Höhere Zugangshürden oder längere Wartezeiten würden die Ausgaben möglicherweise begrenzen, könnten aber zugleich mehr ältere Menschen mit unzureichendem Einkommen treffen. Für die politische Bewertung kommt es daher darauf an, zwischen einer bedürftigkeitsgeprüften Grundsicherung und allgemeinen Leistungen der gesetzlichen Rentenversicherung zu unterscheiden.
