NiederlÀnder, Joost

NiederlÀnder Joost Klein vom ESC ausgeschlossen

11.05.2024 - 12:43:16 | dpa.de

Erst von den Proben ausgeschlossen, jetzt von der ganzen Show. Gegen den niederlÀndischen ESC-Teilnehmer ermittelt jetzt auch noch die Polizei.

Seinen Song «Europapa» wird Joost Klein beim ESC 2024 nicht zeigen dĂŒrfen. - Foto: Jens BĂŒttner/dpa

Der niederlĂ€ndische Kandidat fĂŒr den Eurovision Song Contest (ESC), Joost Klein, ist offiziell vom Wettbewerb ausgeschlossen worden. Das teilte die EuropĂ€ische Rundfunkunion (EBU) wenige Stunden vor der Show mit. Grund dafĂŒr seien Polizeiermittlungen im Kontext eines Zwischenfalls nach dem Halbfinal-Auftritt Kleins am Donnerstagabend.

«Die schwedische Polizei hat die Anzeige eines weiblichen Mitglieds des Produktionsteams nach einem Zwischenfall nach seinem Auftritt im Halbfinale am Donnerstagabend untersucht. WĂ€hrend die Ermittlungen ihren Lauf nehmen, wĂ€re es fĂŒr ihn nicht angebracht, weiter am Wettbewerb teilzunehmen», schrieb die EBU. Das große Finale des 68. Eurovision Song Contest werde nun mit 25 teilnehmenden Liedern fortgesetzt.

«Wir möchten klarstellen, dass im Gegensatz zu einigen Medienberichten und Spekulationen in den sozialen Medien in diesen Vorfall keine anderen KĂŒnstler oder Delegationsmitglieder verwickelt waren», hieß es von der EBU. Sie verfolge eine Null-Toleranz-Politik gegenĂŒber unangemessenem Verhalten bei Veranstaltung und sei bestrebt, allen Mitarbeitern des Wettbewerbs ein sicheres Arbeitsumfeld zu bieten. «Vor diesem Hintergrund wird das Verhalten von Joost Klein gegenĂŒber einem Teammitglied als Verstoß gegen die Wettbewerbsregeln gewertet.»

Niederlande bedauern Ausschluss

Die Niederlande haben enttĂ€uscht und empört auf den Ausschluss ihres Kandidaten reagiert. Der niederlĂ€ndische öffentlich-rechtliche Rundfunk (NPO) bedauerte die Disqualifizierung. «Die NPO hĂ€lt dies fĂŒr eine sehr drastische Entscheidung.» FĂŒr die Millionen von Song-Contest-Fans in den Niederlanden und in anderen LĂ€ndern Europas sei dies eine EnttĂ€uschung. Man werde den Verlauf der Ereignisse nach dem Wettbewerb mit allen Beteiligten eingehend bewerten.

Der teilnehmende niederlĂ€ndische Fernsehsender Avrotros nannte die Disqualifizierung «unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig». Der Sender sei «schockiert ĂŒber die Entscheidung». Avrotros wollte sich spĂ€ter auch inhaltlich zu dem Ausschluss Ă€ußern. Der niederlĂ€ndische TV-Kommentator Cornald Maas erklĂ€rte, dass der Vorfall mit Joost ĂŒberhaupt nichts mit Israel oder der israelischen Delegation zu tun habe. «Der Vorfall ist kaum der Rede wert.» FĂŒr Joost Klein und sein Team sei der Ausschluss «die Hölle».

In den sozialen Netzwerken in den Niederlanden stieß der Ausschluss auf ein geteiltes Echo, viele Menschen wollten vor allem erfahren, was denn wirklich vorgefallen ist. Das niederlĂ€ndische Fernsehen solle wĂ€hrend des Wettbewerbs halt auf schwarz schalten oder den Beitrag von Joost Klein in einer Dauerschleife senden, meinte ein Nutzer. Eine Frau zu belĂ€stigen, könne keine Lappalie sein, empörte sich eine Nutzerin unterdessen, insbesondere wenn deshalb die Polizei anrĂŒcke. «Anstatt zu urteilen und zu verurteilen, sollten wir Joost Klein jetzt in den Arm nehmen. Wie schwer muss es ihm jetzt fallen. Ich weine um ihn», schrieb unterdessen Userin Jozien.

Klein zuvor von Proben ausgeschlossen

Am Freitag nahm der Musiker bereits nicht an den zwei Durchlaufproben fĂŒr das große Finale teil. Grund dafĂŒr waren laut einer EBU-Mitteilung vom Freitag Untersuchungen eines Falls, die den niederlĂ€ndischen KĂŒnstler betreffen. Worum es sich dabei handelte, wurde zunĂ€chst nicht bekannt gemacht.

Bei der ersten Probe war Klein zwar bei der ersten Durchlaufprobe des Finales erschienen und bei der Flaggenparade noch anwesend gewesen, seinen Song «Europapa» probte er jedoch nicht. Die EBU beschloss wenig spĂ€ter, den SĂ€nger auch wĂ€hrend der zweiten Generalprobe des Wettbewerbs nicht auftreten zu lassen. Bei dieser stimmen regelgemĂ€ĂŸ die Jurys aller TeilnehmerlĂ€nder ab.

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