Evonik lehnt BASF-Angebot ab â Neubaur begrĂŒĂt Entscheidung
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 15:57 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSEvonik hÀlt an eigener Entwicklung fest
- Der Evonik-Vorstand lehnte am Freitag das aufgestockte Angebot von BASF ab.
- Die Entscheidung betrifft den Essener Chemiekonzern und seine EigenstÀndigkeit.
- Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur lehnt eine Ăbernahme ab.
Evonik weist aufgestocktes BASF-Angebot zurĂŒck
Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsministerin Mona Neubaur begrĂŒĂt, dass Evonik das Ăbernahmeangebot von BASF zurĂŒckweist. Der Evonik-Vorstand hatte am Freitag das aufgestockte Angebot des Ludwigshafener Chemiekonzerns abgelehnt.
Neubaur pocht auf EigenstÀndigkeit
âEvonik ist ein starkes, zukunftsfĂ€higes Unternehmen und wichtiger Teil des Industriestandortes Nordrhein-Westfalen - und das soll auch so bleibenâ, sagte Neubaur der âRheinischen Postâ. Eine Ăbernahme des Unternehmens lehne sie ab.
Die Ministerin erklÀrte, mögliche GesprÀche seien Entscheidungen der Unternehmen. Zugleich werde die Landesregierung die Entwicklungen rund um Evonik und BASF aufmerksam verfolgen.
ArbeitsplÀtze und Standorte im Fokus
Neubaur mahnte, die ArbeitsplĂ€tze und die eigenstĂ€ndige Entwicklung des Unternehmens dĂŒrften nicht infrage gestellt werden. Das gelte fĂŒr die Produktion, die Forschung und ebenso fĂŒr die Verwaltung.
Strategische UnabhĂ€ngigkeit, verlĂ€ssliche Rahmenbedingungen und Mitbestimmung mĂŒssten nach ihrer Auffassung die Grundlage fĂŒr Innovationen und Investitionen in den Standort Nordrhein-Westfalen bilden. DafĂŒr werde sich die Landesregierung einsetzen.
Die Ablehnung des aufgestockten Angebots beendet zunĂ€chst die von BASF angestrebte direkte AnnĂ€herung an Evonik. Der Essener Konzern erklĂ€rte, nicht in Ăbernahmeverhandlungen einzutreten. Damit bleibt Evonik eigenstĂ€ndig und kann seine strategische Entwicklung zunĂ€chst ohne einen Zusammenschluss mit BASF fortsetzen.
FĂŒr Nordrhein-Westfalen hat der Vorgang eine besondere Bedeutung. Evonik beschĂ€ftigt in der Region zahlreiche Mitarbeiter und unterhĂ€lt dort wichtige Produktions-, Forschungs- und Verwaltungsstrukturen. Eine Ăbernahme könnte deshalb nicht nur Eigentumsfragen, sondern auch Standortentscheidungen, Investitionen und die kĂŒnftige Organisation von ArbeitsplĂ€tzen berĂŒhren.
Standortinteressen im Mittelpunkt
Neubaur verbindet ihre Ablehnung mit dem Anspruch, die industrielle Wertschöpfung und die Mitbestimmung im Land zu sichern. Ihre Position richtet sich damit gegen eine VerĂ€nderung, bei der mögliche Synergien eines gröĂeren Chemiekonzerns zulasten eigenstĂ€ndiger Entscheidungen oder einzelner Standorte gehen könnten.
FĂŒr BASF bleibt die Frage offen, ob der Konzern seine PlĂ€ne weiterverfolgt oder die Entscheidung des Evonik-Vorstands akzeptiert. Der Vorgang zeigt zugleich den wachsenden Druck zur Neuordnung in der europĂ€ischen Chemieindustrie: Unternehmen mĂŒssen Kosten, Energiepreise, internationale Konkurrenz und Investitionen in neue Technologien miteinander vereinbaren. FĂŒr BeschĂ€ftigte und Kommunen kommt es deshalb darauf an, ob die EigenstĂ€ndigkeit langfristig mit verbindlichen Investitions- und BeschĂ€ftigungsperspektiven verbunden wird.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
WDR: âKeine Ăbernahme-Verhandlungen: Evonik lehnt BASF-Angebot abâ (30.10.2026)
Der Beitrag hebt hervor, dass Evonik keine Verhandlungen ĂŒber eine Ăbernahme aufnehmen will. Damit bestĂ€tigt er den Kern der Meldung und stellt die Entscheidung des Essener Konzerns in den Mittelpunkt.
n-tv: âEvonik lehnt auch verbessertes BASF-Ăbernahme-Angebot abâ (30.10.2026)
Der Bericht betont, dass der Evonik-Vorstand auf Grundlage der vorliegenden Informationen den Eintritt in Verhandlungen ablehnt. Im Unterschied zum WDR liegt der Schwerpunkt stÀrker auf der formalen Entscheidung des Vorstands und dem verbesserten Angebot.
Beide BeitrĂ€ge bestĂ€tigen die ZurĂŒckweisung des BASF-VorstoĂes. Offen bleibt, ob BASF weitere Schritte einleitet und wie sich die Entscheidung auf die strategische Entwicklung und die Standorte von Evonik auswirkt.
