SPD und GrĂŒne gegen Nennung der NationalitĂ€t von StrafverdĂ€chtigen
04.08.2024 - 18:56:18 | dts-nachrichtenagentur.de
FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai erntet fĂŒr seine Forderung, dass staatliche Stellen bei AuskĂŒnften zu Straftaten stets die NationalitĂ€t der VerdĂ€chtigen nennen sollen, Kritik aus Kreisen von SPD und GrĂŒnen.
"Ich weise die Unterstellung zurĂŒck, dass die Sicherheitsbehörden in Deutschland die NationalitĂ€t von TatverdĂ€chtigen aus politischen GrĂŒnden verschweigen wĂŒrden", sagte Georg Maier, Innenminister in ThĂŒringen und SPD-Spitzenkandidat zur Landtagswahl im September, dem "Tagesspiegel". Aziz Bozkurt, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Migration und Vielfalt in der SPD, warf Djir-Sarai vor, es sich einfach zu machen, "indem er mit seiner Forderung in das rechtspopulistische Horn blĂ€st". Dabei belegten Studien deutlich, dass KriminalitĂ€t vielschichtige Ursachen haben könne, die nicht an der NationalitĂ€t hingen.
Auch die GrĂŒnen-Bundestagsabgeordnete Manuela Rottmann kritisierte Djir-Sarais Forderung scharf: "Die FDP tut so, als wĂŒrde AuslĂ€nderkriminalitĂ€t von den Behörden unter den Tisch gekehrt. Das ist nicht der Fall."
Eine bundesweite Verpflichtung halte sie fĂŒr falsch, betonte Rottmann. "Denn das wĂŒrde den Ermittlungsbehörden den Ermessensspielraum nehmen, den sie fĂŒr eine erfolgreiche Arbeit brauchen."
Die Forderung der FDP stieĂ hingegen bei der Union auf Zustimmung. Der innenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag, Alexander Throm, nannte den VorstoĂ der FDP "grundsĂ€tzlich sinnvoll". Dem "Tagesspiegel" sagte Throm: "Die Nennung der NationalitĂ€ten von StraftĂ€tern schafft Transparenz und nimmt Spekulationen ĂŒber die Herkunft der TĂ€ter den Raum."
Bisher steht es Ermittlungsbehörden in der Regel frei, ob sie die NationalitĂ€t von VerdĂ€chtigen nennen oder nicht. GegenĂŒber der "Bild am Sonntag" sagte FDP-GeneralsekretĂ€r Bijan Djir-Sarai, dass die Menschen in Deutschland darauf vertrauen mĂŒssten, "dass die Politik das Problem der AuslĂ€nderkriminalitĂ€t ernst nimmt", weshalb die Behörden kĂŒnftig bei AuskĂŒnften ĂŒber Straftaten stets die NationalitĂ€t der TatverdĂ€chtigen nennen sollten, "um die notwendige Transparenz zu schaffen."
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