Forsa: Lebenszufriedenheit der Deutschen sinkt auf 71 Prozent
Veröffentlicht am: 06.11.2026 um 06:00 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSAltersgruppen bewerten Zukunft unterschiedlich
- Forsa befragte 1.009 Menschen zwischen dem 21. und 26. Oktober.
- Bei den 18- bis 29-Jährigen bewerten 85 Prozent ihre aktuelle Lebenssituation positiv.
- Bei den 45- bis 59-Jährigen blicken 63 Prozent sorgenvoll in die persönliche Zukunft.
Forsa misst sinkende Lebenszufriedenheit in Deutschland
Die Mehrheit der Deutschen ist mit ihrer persönlichen Lebenssituation weiterhin zufrieden, doch der Anteil ist seit April 2022 gesunken. Das geht aus einer Forsa-Umfrage unter 1.009 Menschen hervor, die vom 21. bis 26. Oktober befragt wurden.
Zufriedenheit fällt auf 71 Prozent
Aktuell bewerten 71 Prozent der Befragten ihre Lebenssituation als zufrieden oder sehr zufrieden. Im April 2022 waren es bei einer vergleichbaren Befragung noch 78 Prozent.
Der Anteil der Unzufriedenen stieg im selben Zeitraum von 21 auf 28 Prozent. Damit bleibt die positive Bewertung in der Mehrheit, liegt aber deutlich unter dem früheren Umfragewert.
Jüngere bewerten ihre Lage positiver
Bei den 18- bis 29-Jährigen äußern sich 85 Prozent positiv über ihre derzeitige Lebenssituation. Bei den 30- bis 44-Jährigen sind es 70 Prozent, bei den 45- bis 59-Jährigen und den Über-60-Jährigen jeweils 69 Prozent.
Einkommen prägt die Bewertung
Deutliche Unterschiede zeigen sich nach dem Haushaltsnettoeinkommen. Von den Befragten mit mindestens 4.000 Euro im Monat sind 83 Prozent zufrieden oder sehr zufrieden, bei 2.500 bis 4.000 Euro liegt der Anteil bei 79 Prozent.
Unterhalb von 2.500 Euro bewerten dagegen nur 56 Prozent ihre Lebenssituation positiv. Zwischen der höchsten und der niedrigsten Einkommensgruppe liegen damit 27 Prozentpunkte.
Mehrheit blickt sorgenvoll nach vorn
Mit Blick auf die persönliche Zukunft überwiegen inzwischen die Sorgen. 56 Prozent sehen ihr künftiges Leben eher sorgenvoll, während 43 Prozent zuversichtlich sind.
Im Mai 2024 hatten 51 Prozent sorgenvoll und 47 Prozent zuversichtlich in die Zukunft geblickt. Bei den 18- bis 29-Jährigen sind aktuell 65 Prozent zuversichtlich, bei den 30- bis 44-Jährigen 49 Prozent.
Unter den 45- bis 59-Jährigen überwiegt der pessimistische Blick mit 63 zu 35 Prozent. Bei den Über-60-Jährigen liegt das Verhältnis bei 63 zu 36 Prozent.
Die Forsa-Zahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild: Die persönliche Lebenssituation wird weiterhin von einer deutlichen Mehrheit positiv bewertet, zugleich hat sich das Niveau gegenüber April 2022 spürbar verschlechtert. Der Rückgang um sieben Prozentpunkte bei der Zufriedenheit fällt zusammen mit einem Anstieg des Anteils der Unzufriedenen um sieben Punkte.
Besonders deutlich ist der Zusammenhang zwischen finanzieller Lage und Lebenszufriedenheit. Während 83 Prozent der Menschen mit mindestens 4.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen zufrieden sind, fällt der Anteil bei Einkommen unter 2.500 Euro auf 56 Prozent. Damit liegen 27 Prozentpunkte zwischen den beiden Gruppen. Die Ergebnisse verweisen auf eine soziale Spreizung, bei der wirtschaftliche Belastungen die persönliche Bewertung des eigenen Lebens stark prägen.
Generationsunterschiede beim Zukunftsblick
Auch beim Ausblick auf die persönliche Zukunft zeigt sich ein Altersgefälle. Junge Erwachsene blicken deutlich häufiger zuversichtlich nach vorn, während bei den über 45-Jährigen Sorgen klar überwiegen. Das kann auf unterschiedliche Lebensphasen, finanzielle Verpflichtungen und Erwartungen an die weitere wirtschaftliche Entwicklung hindeuten.
Für die gesellschaftliche Stimmung ist deshalb nicht allein die weiterhin hohe aktuelle Zufriedenheit entscheidend. Der wachsende Zukunftspessimismus kann politische Debatten über Einkommen, soziale Sicherheit und die Belastungen des Alltags verstärken. Die Umfrage bildet dabei eine Momentaufnahme von Ende Oktober ab und erlaubt keine Aussage über die Ursachen einzelner Veränderungen.
