Forsa: Union bleibt mit 19 Prozent hinter AfD zurück
Veröffentlicht am: 13.10.2026 um 14:08 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS
Wählerwanderung und Kompetenzwerte im Forsa-Trend
- CDU und CSU erreichen in der dritten Woche in Folge weniger als 20 Prozent.
- Die AfD bleibt mit 26 Prozent sieben Prozentpunkte vor der Union.
- 37 Prozent früherer Unionswähler würden derzeit gar nicht wählen.
CDU und CSU bleiben in der wöchentlichen Forsa-Erhebung für RTL und ntv bei 19 Prozent. Die AfD behauptet mit 26 Prozent ihre Position als stärkste Kraft und liegt sieben Prozentpunkte vor der Union.
SPD hält Zugewinne
Die SPD bleibt nach ihren Gewinnen im Zusammenhang mit der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern bei 14 Prozent. Die Grünen verharren bei 17 Prozent, während die Linke um einen Punkt auf zwölf Prozent zulegt.
Die FDP kommt weiterhin auf vier Prozent. Sonstige Parteien einschließlich des BSW erreichen zusammen acht Prozent.
Viele Befragte ohne feste Wahlabsicht
Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen steigt um einen Prozentpunkt auf 25 Prozent. Damit liegt er weiterhin über dem Nichtwähleranteil von 17,9 Prozent bei der Bundestagswahl 2025.
Union verliert Wähler nicht nur an die AfD
Von den Befragten, die bei der Bundestagswahl 2025 CDU oder CSU gewählt haben und sich inzwischen nicht mehr für die Union entscheiden würden, wollen 37 Prozent derzeit gar nicht wählen.
Jeweils 15 Prozent nennen SPD oder Grüne als mögliche Wahlentscheidung. 18 Prozent würden zur AfD wechseln, zwei Prozent zur Linken, sechs Prozent zur FDP und sieben Prozent zu sonstigen Parteien.
AfD führt bei Lösungskompetenz
14 Prozent trauen der AfD derzeit am ehesten zu, die Probleme im Land zu bewältigen. Der Wert steigt um einen Punkt; die Union bleibt bei neun Prozent.
SPD und Grüne erreichen bei dieser Frage jeweils sieben Prozent, die Linke sechs Prozent. 55 Prozent sprechen keiner Partei die Fähigkeit zu, die Probleme im Land zu lösen.
Der Forsa-Wert ordnet sich in eine Phase ein, in der die Union bundesweit unter erheblichem Druck steht. Mit 19 Prozent bleibt sie zum dritten Mal in Folge unter der Marke von 20 Prozent. Zugleich liegt die AfD mit 26 Prozent deutlich vorn. Der Abstand von sieben Prozentpunkten ist politisch besonders relevant, weil er nicht nur eine Momentaufnahme der Union beschreibt, sondern die Kräfteverhältnisse zwischen den beiden Parteien sichtbar macht.
Verluste gehen nicht nur zur AfD
Die Befragung liefert zugleich eine wichtige Differenzierung: Unter früheren Unionswählern, die derzeit nicht mehr CDU oder CSU wählen würden, ist die Gruppe der Nichtwähler mit 37 Prozent am größten. Je 15 Prozent nennen SPD oder Grüne, 18 Prozent die AfD. Damit besteht für die Union grundsätzlich ein Mobilisierungsproblem, das über die Konkurrenz durch die AfD hinausgeht.
Die hohe Zahl der Nichtwähler und Unentschlossenen von 25 Prozent unterstreicht diese offene Lage. Sie liegt über dem Nichtwähleranteil der Bundestagswahl 2025. Für die Parteien bedeutet das, dass aktuelle Umfragewerte nicht allein feste Lager abbilden, sondern auch eine große Gruppe, deren Wahlentscheidung noch nicht feststeht.
Kompetenzwerte verschärfen den Druck
Beim Vertrauen in die Problemlösung liegt die AfD mit 14 Prozent ebenfalls vor der Union mit neun Prozent. Gleichzeitig trauen 55 Prozent keiner Partei zu, die Probleme im Land zu bewältigen. Das begrenzt die Aussagekraft bloßer Parteipräferenzen: Entscheidend wird sein, ob es den Parteien gelingt, aus Unzufriedenheit wieder konkrete Zustimmung und Wahlbeteiligung zu machen.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
ntv: „Merz verschnupft: Eine Flucht nach vorn, die fünf Milliarden Euro kostet“ (12.10.2026)
Der Beitrag bestätigt den Unionswert von 19 Prozent im RTL/ntv-Trendbarometer und ordnet ihn als Ausdruck einer sinkenden Tendenz ein. Der Schwerpunkt liegt stärker auf den politischen Folgen für Friedrich Merz als auf der Verteilung früherer Unionswähler.
ZDFheute: „CDU-Klausur nach Wahl-Debakel: Friedrich Merz in schwerer Krise“ (11.10.2026)
Das ZDF verbindet die Umfragewerte unter 20 Prozent mit den Folgen mehrerer verlorener Landtagswahlen und einer Führungsklausur der CDU. Anders als die Forsa-Zahlen konzentriert sich der Artikel auf die innerparteiliche Suche nach Konsequenzen.
Beide Beiträge bestätigen den politischen Druck auf die Union, setzen aber unterschiedliche Schwerpunkte: Der ntv-Artikel fokussiert die bundesweite Umfrageentwicklung, während ZDFheute die Parteiführung und die Konsequenzen aus den Wahlergebnissen betrachtet.
