Forsa: Union fÀllt auf 19 Prozent, AfD bleibt bei 26 Prozent
Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 14:12 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSCDU und CSU fallen im aktuellen Forsa-Trendbarometer von RTL und ntv um einen Prozentpunkt auf 19 Prozent. Damit erreicht die Union in dieser Erhebung einen neuen Tiefstwert und liegt erstmals unter der Marke von 20 Prozent.
AfD bleibt stÀrkste Kraft
Die AfD verliert ebenfalls einen Punkt, bleibt mit 26 Prozent aber stĂ€rkste Partei. Die GrĂŒnen geben einen Punkt auf 16 Prozent ab, wĂ€hrend die SPD zwei Punkte gewinnt und nun 14 Prozent erreicht.
Linke, FDP und BSW verĂ€ndern sich nicht und kommen auf 12, 4 beziehungsweise 3 Prozent. Der Anteil der NichtwĂ€hler und Unentschlossenen liegt bei 24 Prozent und damit ĂŒber dem Wert von 17,9 Prozent bei der Bundestagswahl 2021.
Union verliert auch bei Kompetenz
Bei der Frage, welcher Partei die BĂŒrger am ehesten zutrauen, die Probleme in Deutschland zu lösen, fĂ€llt die Union um einen Punkt auf 9 Prozent. Die AfD liegt trotz eines RĂŒckgangs um einen Punkt mit 12 Prozent vorn, die SPD verbessert sich um zwei Punkte auf 8 Prozent.
55 Prozent trauen weiterhin keiner Partei die Lösung der Probleme zu. Die GrĂŒnen kommen bei dieser Frage auf 7 Prozent, die Linke bleibt bei 6 Prozent.
Merz-Zufriedenheit bleibt niedrig
Mit der Arbeit von Bundeskanzler Friedrich Merz sind unverĂ€ndert 11 Prozent der Befragten zufrieden, 87 Prozent Ă€uĂern sich unzufrieden. Auch unter den AnhĂ€ngern von CDU und CSU ĂŒberwiegt die Kritik: 39 Prozent bewerten seine Arbeit positiv, 59 Prozent negativ.
FĂŒr die Erhebung wurden 2.501 Menschen befragt. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 22. bis zum 28. September 2026.
Die Forsa-Zahlen markieren eine deutliche Verschiebung im Parteiensystem: Die Union liegt erstmals in dieser Erhebung unter 20 Prozent, wĂ€hrend die AfD mit 26 Prozent klar vorn bleibt. Zugleich rĂŒckt die SPD mit 14 Prozent an die GrĂŒnen heran, die bei 16 Prozent liegen. Das KrĂ€fteverhĂ€ltnis innerhalb des demokratischen Parteienspektrums bleibt damit eng, wĂ€hrend die AfD ihren Abstand zur Union ausbaut.
Besonders relevant ist der hohe Anteil der NichtwĂ€hler und Unentschlossenen von 24 Prozent. Er liegt ĂŒber dem bei der Bundestagswahl 2021 gemessenen Anteil von 17,9 Prozent und zeigt, dass ein erheblicher Teil der Befragten derzeit keiner Partei fest verbunden ist. Umfragewerte bilden keine Wahlergebnisse ab, können aber politische Stimmungen und Mobilisierungspotenziale sichtbar machen.
Vertrauensproblem fĂŒr die Union
Die Kompetenzwerte verschĂ€rfen den Befund: Nur neun Prozent trauen CDU und CSU am ehesten zu, die Probleme des Landes zu lösen. Dass 55 Prozent keiner Partei diese FĂ€higkeit zuschreiben, verweist auf ein breites parteiĂŒbergreifendes UnzufriedenheitsgefĂŒhl. FĂŒr die Union fĂ€llt zudem ins Gewicht, dass selbst unter ihren AnhĂ€ngern eine Mehrheit die Arbeit des Bundeskanzlers kritisch bewertet.
Die niedrige Zufriedenheit mit Friedrich Merz von elf Prozent erhöht den politischen Druck auf die Regierungsparteien. FĂŒr die SPD bedeutet der Zugewinn zwar eine AnnĂ€herung an die GrĂŒnen, mit 14 Prozent bleibt sie jedoch deutlich hinter der AfD und der Union zurĂŒck. Entscheidend fĂŒr die weitere Entwicklung dĂŒrfte sein, ob die Parteien die groĂe Gruppe der Unentschlossenen erreichen und ihre Kompetenzwerte verbessern können.
