Forsa: Union steigt auf 21 Prozent, AfD bleibt bei 27 Prozent
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 14:07 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSPolitische Stimmung mit klaren Abständen
- Die AfD bleibt mit 27 Prozent stärkste Kraft, während CDU und CSU bei 21 Prozent liegen.
- Die Befragung fand vom 20. bis 26. Oktober 2026 mit 2.501 Personen statt.
- Bei der Problemlösung führt die AfD mit 14 Prozent vor der Union mit zehn Prozent.
Forsa sieht Union bei 21 Prozent
Die Union hat in der Wählergunst laut der aktuellen Forsa-Erhebung zum zweiten Mal in Folge um einen Prozentpunkt zugelegt und erreicht nun 21 Prozent. Die AfD bleibt mit 27 Prozent stärkste Kraft, ihr Vorsprung vor CDU und CSU sinkt damit auf sechs Prozentpunkte.
Grüne verlieren, SPD bleibt stabil
Die Grünen verlieren einen Prozentpunkt und kommen auf 16 Prozent. Unverändert bleiben SPD und Linke mit 13 beziehungsweise elf Prozent sowie die FDP mit vier Prozent; die sonstigen Parteien einschließlich des BSW erreichen zusammen acht Prozent.
Der Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen liegt bei 25 Prozent. Damit bleibt er über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl von 17,9 Prozent.
AfD führt bei politischer Kompetenz
Bei der Frage, welcher Partei die Bürger am ehesten die Lösung der Probleme in Deutschland zutrauen, liegt die AfD unverändert bei 14 Prozent. Die Union verbessert sich um einen Punkt auf zehn Prozent, während die Grünen bei sechs Prozent bleiben.
Die SPD verliert einen Punkt und kommt auf fünf Prozent. Die Linke steht ebenfalls bei fünf Prozent, während 57 Prozent weiterhin keiner Partei zutrauen, die Probleme im Land zu lösen.
Merz gewinnt leicht an Zustimmung
Die Zufriedenheit mit Bundeskanzler Friedrich Merz steigt im Vergleich zur Vorwoche um einen Prozentpunkt auf zwölf Prozent. Gleichzeitig sinkt der Anteil der Unzufriedenen um einen Punkt auf 86 Prozent.
Auch unter den Anhängern von CDU und CSU überwiegt die negative Bewertung. 58 Prozent bewerten die Arbeit des Kanzlers negativ, 40 Prozent sind zufrieden.
2.501 Befragte im Erhebungszeitraum
Forsa befragte für die wöchentliche Erhebung im Auftrag von RTL und ntv insgesamt 2.501 Personen. Der Befragungszeitraum erstreckte sich vom 20. bis zum 26. Oktober 2026.
Die Forsa-Zahlen zeigen eine weiterhin stark fragmentierte politische Stimmung. Zwar gewinnt die Union zum zweiten Mal nacheinander einen Prozentpunkt und erreicht 21 Prozent, doch bleibt sie deutlich hinter der AfD zurück, die mit 27 Prozent ihren Vorsprung behauptet. Für die Union bedeutet das trotz des kleinen Aufwärtstrends weiterhin eine schwierige Ausgangslage.
Besonders relevant ist der hohe Anteil der Nichtwähler und Unentschlossenen. Mit 25 Prozent liegt er über dem Anteil der Nichtwähler bei der vergangenen Bundestagswahl. Das deutet auf ein großes Mobilisierungspotenzial hin, macht die aktuellen Parteiwertungen aber zugleich anfällig für kurzfristige Verschiebungen.
Merz bleibt Belastungsfaktor
Die persönliche Bewertung des Bundeskanzlers verbessert sich nur geringfügig. Zwölf Prozent Zufriedene stehen 86 Prozent Unzufriedenen gegenüber; selbst unter Anhängern von CDU und CSU überwiegt die negative Bewertung. Damit kann der leichte Zugewinn der Union nicht mit einer breiten Popularität des Kanzlers gleichgesetzt werden.
Auch bei der politischen Kompetenz bleibt der Abstand zwischen Anspruch und Wahrnehmung groß: Die AfD liegt mit 14 Prozent vorn, während der Union zehn Prozent zutrauen, die Probleme des Landes am ehesten zu lösen. Zugleich traut eine Mehrheit von 57 Prozent keiner Partei eine Lösung zu. Das verweist auf ein grundsätzliches Vertrauensproblem, das über die momentanen Bewegungen einzelner Parteien hinausreicht.
Parlamentarische Spielräume
Die unveränderten Werte von SPD, Linken und FDP sowie der Rückgang der Grünen verdeutlichen, dass sich die Kräfteverhältnisse nicht nur zwischen Union und AfD verschieben. Für mögliche Mehrheiten bleiben damit sowohl die Stärke der Union als auch die Mobilisierung der bislang Unentschlossenen entscheidend.
Pressespiegel: Einigkeit, Unterschiede und offene Fragen
Frankfurter Rundschau: „Umfrage-Dämpfer für Alice Weidel: Absturz nach Mail-Leak – Dobrindt hat dagegen gut lachen“ (26.10.2026)
Der Artikel ordnet die aktuelle politische Stimmung über ein INSA-Politikerranking und eine weitere Sonntagsfrage ein. Er bestätigt den Vorsprung der AfD in einer anderen Erhebung, setzt den Schwerpunkt aber auf personelle Bewertungen und berichtet, dass Friedrich Merz dort weiterhin am Ende des Rankings steht.
FOCUS online: „Mehrheit der Deutschen lehnt Brandmauer nach links ab“ (27.10.2026)
Der Beitrag behandelt eine weitere Forsa-Erhebung und legt den Schwerpunkt auf die Haltung zu einem grundsätzlichen Ausschluss von Koalitionen mit der Linken. Gemeinsam ist den Berichten der Blick auf die politische Stimmung; der FOCUS-Artikel untersucht jedoch konkrete Koalitionsfragen statt der Parteistärke und Kanzlerzufriedenheit.
Die Beiträge stützen das Bild einer angespannten politischen Lage, beleuchten aber unterschiedliche Ebenen: Parteipräferenzen, Politikerbewertungen und mögliche Bündnisoptionen. Offen bleibt, ob sich der leichte Zugewinn der Union verstetigt und ob sich der hohe Anteil Unentschlossener vor einer Wahl mobilisieren lässt.
