Ministerin BĂ€r stellt sich auf Aus fĂŒr Bafög-Reform ein
31.05.2026 - 01:05:04 | dpa.de
Bundesforschungsministerin Dorothee BĂ€r rechnet nicht mehr mit einer schnellen Reform der Ausbildungsförderung Bafög. «Mein Haus hat alle Weichen gestellt fĂŒr die Bafög-Reform, und wir sind auch im Zeitplan. Ich habe aber auch gehört, dass die Reform von den Regierungsfraktionen nicht mehr unterstĂŒtzt wird», sagte die CSU-Politikerin den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.
Ein Streit ĂŒber die Finanzierung der geplanten Bafög-Reform schien noch Ende April beigelegt zu sein. Damals war nach Angaben aus der schwarz-roten Koalition im Zuge der Haushaltsaufstellung eine Einigung erzielt worden. Man gehe beim Bafög jetzt regulĂ€r ins Gesetzgebungsverfahren, sagte damals eine Sprecherin des Forschungsministeriums.
Bafög-Modernisierung im Koalitionsvertrag angekĂŒndigt
Im Koalitionsvertrag hatten Union und SPD angekĂŒndigt, das Bafög «in einer groĂen Novelle» zu modernisieren. Im ersten Schritt sollte demnach zum kommenden Wintersemester die im Bafög enthaltene Wohnkostenpauschale fĂŒr Studierende, die nicht mehr bei den Eltern wohnen, von derzeit 380 auf 440 Euro im Monat angehoben werden. AnschlieĂend sollte der sogenannte Bafög-Grundbedarf - aktuell 475 Euro im Monat - in zwei Schritten zum Wintersemester 2027/2028 und ein Jahr spĂ€ter dauerhaft an das Niveau der Grundsicherung angepasst werden. Der eigentliche Bafög-Satz wird immer individuell nach Einkommen der Eltern und anderen Faktoren berechnet.
BĂ€r zeigt VerstĂ€ndnis fĂŒr möglichen Reform-Stopp
BĂ€r zeigte VerstĂ€ndnis fĂŒr einen möglichen Stopp der Reform. «Wenn PflegebedĂŒrftige sparen sollen und beim Elterngeld KĂŒrzungen vorgenommen werden, dann ist nachvollziehbar, dass man nicht gleichzeitig an anderer Stelle groĂe zusĂ€tzliche Leistungen verspricht», sagte sie. «Politik besteht eben darin, PrioritĂ€ten zu setzen und tragfĂ€hige Gesamtpakete zu schnĂŒren. Und am Ende bringt es auch nichts, Forderungen ins Parlament einzubringen, von denen man weiĂ, dass sie keine Mehrheit finden.»
Die Situation fĂŒr Studierende in Deutschland beschrieb die Ministerin als sehr privilegiert. «Es gibt keine StudiengebĂŒhren, und der Staat ermöglicht vielen jungen Menschen ĂŒberhaupt erst ein Studium.» Es sei «kein Drama, wenn Studierende neben dem Studium jobben â viele sammeln dabei sogar wichtige Erfahrungen fĂŒrs Leben und den Beruf», gegebenenfalls in den Semesterferien. «Es wird kein Vollkaskostudium geben, jeder muss seinen Teil dazu beitragen», sagte sie.
BĂ€r sagt rasche Reform des Wissenschaftszeitvertrag-Gesetzes zu
BĂ€r sagte zugleich eine rasche Reform des Wissenschaftszeitvertrag-Gesetzes zu. Der Gesetzentwurf sei jetzt in die LĂ€nder- und VerbĂ€ndeanhörung gegangen, die Verhandlungen zwischen Union und SPD liefen gut. Unter anderem sollten fĂŒr ErstvertrĂ€ge Mindestvertragslaufzeiten eingefĂŒhrt werden.
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