Frankfurter Justiz erhebt Anklage gegen mutmaĂliche Cum-Ex-TĂ€ter
Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 09:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDen MĂ€nnern wird vorgeworfen, als Mitarbeiter eines Bankinstituts mit Sitz in Frankfurt am Main im Jahr 2008 eine Cum-Ex-Handelsstrategie mit Dax-Werten um den Dividendenstichtag entwickelt, genehmigt und umgesetzt zu haben. Ziel der Strategie soll es gewesen sein, nicht existente SteuerabzugsbetrĂ€ge fĂŒr Kapitalertragsteuer und SolidaritĂ€tszuschlag zu generieren und sich diese vom Bankinstitut bescheinigen zu lassen.
Aufgrund dieser falschen Steuerbescheinigungen sollen die BetrĂ€ge anschlieĂend im Rahmen der körperschaftlichen Veranlagung rechtsgrundlos angerechnet und ausgezahlt worden sein. Dadurch soll dem hessischen Steuerfiskus ein Schaden von ĂŒber 20 Millionen Euro entstanden sein. Zwei der Angeschuldigten sollen in der Frankfurter Niederlassung tĂ€tig gewesen sein, zwei weitere in London.
Die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bearbeitet die Cum-Ex-Verfahren in Hessen. Nach Angaben der Behörde wurden in dem Ermittlungskomplex bisher sieben Anklagen erhoben. In den einzelnen Verfahrenskomplexen wurden bereits zwölf Angeklagte durch Gerichte in Frankfurt am Main und Wiesbaden verurteilt, teilweise rechtskrĂ€ftig. In fĂŒnf weiteren Verfahren im Zusammenhang mit Finanzinstituten sind Verfahren nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz abgeschlossen. Die Ermittlungen in zehn umfangreichen Verfahrenskomplexen gegen insgesamt 39 Beschuldigte dauern an.
