Hessen, Finanzindustrie

Frankfurter Justiz erhebt Anklage gegen mutmaßliche Cum-Ex-TĂ€ter

Veröffentlicht am: 20.08.2026 um 09:44 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWS

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen vier MÀnner wegen schwerer Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Cum-Ex-GeschÀften erhoben.

Frankfurter Justiz erhebt Anklage gegen mutmaßliche Cum-Ex-TĂ€ter
Skyline von Frankfurt am Main - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Das teilte die Behörde am Donnerstag mit. Die Anklage wurde bei der Wirtschaftsstrafkammer des Landgerichts Frankfurt am Main eingereicht. Bei den Beschuldigten handelt es sich um einen 66-jĂ€hrigen sowie einen 59-jĂ€hrigen Briten, einen 61-jĂ€hrigen Deutschen und einen 60-jĂ€hrigen US-BĂŒrger.

Den MĂ€nnern wird vorgeworfen, als Mitarbeiter eines Bankinstituts mit Sitz in Frankfurt am Main im Jahr 2008 eine Cum-Ex-Handelsstrategie mit Dax-Werten um den Dividendenstichtag entwickelt, genehmigt und umgesetzt zu haben. Ziel der Strategie soll es gewesen sein, nicht existente SteuerabzugsbetrĂ€ge fĂŒr Kapitalertragsteuer und SolidaritĂ€tszuschlag zu generieren und sich diese vom Bankinstitut bescheinigen zu lassen.

Aufgrund dieser falschen Steuerbescheinigungen sollen die BetrĂ€ge anschließend im Rahmen der körperschaftlichen Veranlagung rechtsgrundlos angerechnet und ausgezahlt worden sein. Dadurch soll dem hessischen Steuerfiskus ein Schaden von ĂŒber 20 Millionen Euro entstanden sein. Zwei der Angeschuldigten sollen in der Frankfurter Niederlassung tĂ€tig gewesen sein, zwei weitere in London.

Die Eingreifreserve der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main bearbeitet die Cum-Ex-Verfahren in Hessen. Nach Angaben der Behörde wurden in dem Ermittlungskomplex bisher sieben Anklagen erhoben. In den einzelnen Verfahrenskomplexen wurden bereits zwölf Angeklagte durch Gerichte in Frankfurt am Main und Wiesbaden verurteilt, teilweise rechtskrĂ€ftig. In fĂŒnf weiteren Verfahren im Zusammenhang mit Finanzinstituten sind Verfahren nach dem Ordnungswidrigkeitengesetz abgeschlossen. Die Ermittlungen in zehn umfangreichen Verfahrenskomplexen gegen insgesamt 39 Beschuldigte dauern an.

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