Friedrich Merz besucht frühere Schule – verrät der Kanzler seine Abiturnote?
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 04:30 Uhr | dpa, AD HOC NEWSBundeskanzler Friedrich Merz besucht an diesem Montag zum 100-jährigen Bestehen das Friedrich-Spee-Gymnasium in Rüthen, an dem er vor 51 Jahren sein Abitur gemacht hat.
Abiturnote bleibt unter Verschluss
Die Note seines Abiturzeugnisses hält Merz seit Jahren geheim. In einem Podcast sagte er Anfang vergangenen Jahres, das Zeugnis liege in einem Tresor zu Hause und werde nicht herausgegeben.
Als BegrĂĽndung nannte der Kanzler seine sieben Enkelkinder, die selbst Schulen besuchten oder besuchen. Ihre Motivation solle trotz seiner eigenen eher schwachen Abiturnote erhalten bleiben.
Hinweis auf einen Schnitt von etwa 3,8
Auf Nachfrage deutete Merz an, sein Abiturschnitt habe im unteren Bereich gelegen. Als die Zahl 3,8 genannt wurde, antwortete er, man solle davon ausgehen, dass die Note in dieser Bandbreite gelegen habe. Eine genaue Bestätigung gab er nicht.
Ein solcher Schnitt gehört zu den schlechtesten Ergebnissen, mit denen das Abitur noch bestanden werden kann. Merz hatte nach einem Schulwechsel und einer Wiederholung einer Klasse mit 19 Jahren die allgemeine Hochschulreife erreicht.
Gespräch mit Schülerinnen und Schülern
Der Auftritt in Rüthen findet in der Reihe „Ehemalige erzählen“ statt. Das Gespräch mit den Schülerinnen und Schülern soll hinter verschlossenen Türen stattfinden, sodass auch persönliche Fragen zu seiner Schulzeit möglich sind.
Merz hat über seine damalige fehlende Disziplin und „echte Motivationsprobleme“ gesprochen. Er habe „keinen Bock“ auf Schule gehabt und sich von seinem Freundeskreis zusätzlich demotivieren lassen.
Erfahrungen mit Schule und PrĂĽgelstrafe
Auch an Erlebnisse aus seiner Grundschulzeit erinnert sich der Kanzler. Er berichtete von Lehrern, die noch Weltkriegsteilnehmer gewesen seien, und von körperlichen Strafen mit einem Stöckchen auf Finger und Hintern.
Die Prügelstrafe wurde in fast allen Bundesländern 1973 verboten; in Bayern galt sie noch einige Jahre länger. Merz gründete 2005 gemeinsam mit seiner Frau eine Stiftung, die junge Menschen aus sozial schwachen Familien bei Schule und Ausbildung unterstützen soll.
Mehr Präsenz an Schulen geplant
Als Kanzler will Merz nach eigenen Worten wieder häufiger Schulen besuchen. Bei der Verleihung des Deutschen Schulpreises in Berlin bezeichnete er Bildung als eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft und Lehrerinnen und Lehrer als wichtigste Berufsgruppe des Landes.
Bei der Preisverleihung an die Bertha-von-Suttner-Gesamtschule aus Mörfelden-Walldorf war Merz sichtbar bewegt. Nach seiner Rede kamen ihm kurz die Tränen.
