EU erlaubt neue GepÀckregeln
01.08.2025 - 07:19:59 | dpa.deNun ist in der EU der Weg fĂŒr ein Ende der FlĂŒssigkeitsmengen-Begrenzung bei Flugreisen frei. Die EuropĂ€ische Union hat Scanner zugelassen, die flĂŒssige Sprengstoffe zuverlĂ€ssig erkennen können und gröĂere Flaschen im HandgepĂ€ck theoretisch erlauben, wie eine Sprecherin der EU-Kommission der Deutschen Presse-Agentur sagte. Alles Weitere sei nun Sache der FlughĂ€fen.
Zumindest in Deutschland dĂŒrfte das Ende der 100-Milliliter-BehĂ€lter-Regel aber noch etwas auf sich warten lassen, obwohl entsprechende Scanner lĂ€ngst vorhanden sind. Grund ist, dass es weiter auch alte GerĂ€te gibt und Reisende bislang nicht vorab darĂŒber informiert werden können, an welchem Scanner sie die Sicherheitskontrolle durchlaufen werden. Zudem fehlt an manchen neuen GerĂ€ten die richtige Software.
Damit wird dort vorerst weiter gelten, dass FluggĂ€ste FlĂŒssigkeiten nur in BehĂ€ltern mit einem Volumen von bis zu 100 Millilitern mitnehmen dĂŒrfen - und diese in einem wiederverschlieĂbaren transparenten Plastikbeutel mit einem maximalen Fassungsvolumen von bis zu einem Liter verpackt sein mĂŒssen.
Mehrere deutsche FlughÀfen haben neue Scanner
Am gröĂten deutschen Flughafen in Frankfurt stehen nach Angaben einer Sprecherin bereits an 40 der knapp 190 Kontrollspuren die neuartigen Scanner. 40 weitere GerĂ€te sind fest bestellt. Doch vorlĂ€ufig wird sich fĂŒr die Passagiere nichts Ă€ndern. Die Sprecherin verweist darauf, dass man vorher nicht wissen könne, mit welcher Technologie das HandgepĂ€ck des jeweiligen Fluggastes geprĂŒft werde. Wann der gesamte Flughafen mit der neuen Technologie ausgestattet ist, stehe nicht fest.
Auch in MĂŒnchen mĂŒssen sich die Passagiere gedulden. Die notwendigen Scanner sind zwar bereits in gröĂerer Zahl am Flughafen MĂŒnchen vorhanden, allerdings muss noch die Software der GerĂ€te angepasst werden, wie ein Sprecher der Regierung von Oberbayern mitteilt. Aus RĂŒcksicht auf das hohe Fluggastaufkommen wĂ€hrend der bayerischen Sommerferien werden die Anpassungen jedoch auf einen bislang unbekannten Zeitpunkt verschoben. Die BeschrĂ€nkung von 100 Millilitern bleibt so auch hier erst einmal bestehen. An den Kontrollspuren mit der alten herkömmlichen Technik gilt sie ohnehin weiter.
Neue Scanner sind Computertomographen
Nach Angaben der EU-Kommission werden derzeit bereits etwa 700 GerÀte mit der jetzt zugelassenen Technik auf FlughÀfen in 21 LÀndern der EuropÀischen Union eingesetzt oder installiert. Die GerÀte des britischen Herstellers Smiths Detection durchleuchten das HandgepÀck mit der aus der Medizin bekannten Technik der Computertomographie (CT).
Statt weniger unscharfer Aufsichtsbilder liefern sie ohne Tempoverlust Hunderte Aufnahmen des GepĂ€ckstĂŒcks, was am Kontrollschirm dreidimensionale Ansichten und die schichtweise Durchleuchtung des GepĂ€ckinhalts ermöglicht. Auch feste und flĂŒssige Sprengstoffe können von den GerĂ€ten erkannt werden.
Die FlĂŒssigkeitsbeschrĂ€nkungen im Luftverkehr waren 2006 eingefĂŒhrt worden, nachdem bekanntgeworden war, dass Terroristen an Bord eines Flugzeugs aus mehreren FlĂŒssigkeiten Sprengstoff herstellen könnten.
Umstellung ist aufwendig
Die bundesweite, vollstĂ€ndige Umstellung aller Kontrollspuren sei aufwendig, teilte eine Sprecherin des Flughafenverbands ADV mit. Sie verursache nicht nur hohe Anschaffungskosten, sondern erfordere auch umfangreiche bauliche Anpassungen an den Kontrollstellen, etwa weil die GerĂ€te gröĂer sind. Eine Finanzierung der KontrollgerĂ€te könnte - je nach ZustĂ€ndigkeit fĂŒr die DurchfĂŒhrung der Kontrollen - durch die Flughafenbetreiber selbst, das Bundesinnenministerium oder die Luftsicherheitsbehörden der LĂ€nder erfolgen.
Bisherige Zweifel an der Technologie
CT-Scanner sind grundsĂ€tzlich bereits seit Jahren im Einsatz. Unmittelbar nach ihrer EinfĂŒhrung wurden an den entsprechenden Spuren teilweise auch gröĂere FlĂŒssigkeitsbehĂ€lter akzeptiert. Eine offizielle Empfehlung gab es aber nicht. Im vergangenen Sommer tauchten dann aber Zweifel an der ZuverlĂ€ssigkeit der GepĂ€ckscanner auf und die EU ordnete weitere ĂberprĂŒfungen an.
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