Warken will neue MilliardenlĂŒcke bei Krankenkassen schlieĂen
11.06.2026 - 16:42:48 | dpa.deDas Spargesetz fĂŒr stabile BeitrĂ€ge bei den gesetzlichen Krankenkassen soll wegen einer neuen FinanzlĂŒcke noch umfangreicher ausfallen als geplant. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sagte nach einer Konferenz mit ihren LĂ€nderkolleginnen und -kollegen in Hannover, die Ausgabendynamik bei den Kassen sei nach Zahlen des ersten Quartals höher als erwartet. Dies ergebe ein weiteres Defizit von 3,5 Milliarden Euro.
Im Entwurf, den das Kabinett auf den Weg gebracht hat, habe es einen Puffer von einer Milliarde Euro gegeben, erlÀuterte die Ministerin. «Sprich, der Rest muss jetzt dann noch zusÀtzlich gehoben werden, um BeitragsstabilitÀt zu bekommen.» Rechnerisch ergibt sich eine Summe von rund 2,5 Milliarden Euro.
Warken wirbt um VerstĂ€ndnis fĂŒr Einschnitte
NĂ€here Angaben zu dafĂŒr vorgesehenen MaĂnahmen machte Warken auf Nachfrage nicht. Dies werde nun im parlamentarischen Verfahren geklĂ€rt. Klar sei, dass der Spielraum damit «noch etwas verengter» sei.
Nachdem Tausende Menschen zum Auftakt der Gesundheitsministerkonferenz am Mittwoch in Hannover gegen das Sparpaket protestiert hatten, warb Warken jetzt um VerstĂ€ndnis. Sie verstehe die Sorgen, sagte sie: «Nur, wenn wir jetzt nichts machen wĂŒrden, dann wĂŒrden die BeitragssĂ€tze im nĂ€chsten Jahr erheblich steigen, und das wĂ€re sehr viel teurer dann als die Dinge, die wir jetzt vorsehen. Deswegen ist es auch im Interesse aller, dass wir jetzt zu stabilen BeitragssĂ€tzen kommen.»
LĂ€nder haben Bedenken
Der Entwurf kommt an diesem Freitag in den Bundestag, auch der Bundesrat befasst sich erstmals damit. Unter den LĂ€ndern gibt es zahlreiche EinwĂ€nde gegen die vorgesehenen Einschnitte vor allem bei den Kliniken.Â
Warken plant Ausgabenbremsen bei Praxen, KrankenhĂ€usern und der Pharmabranche â aber etwa auch höhere Zuzahlungen fĂŒr Medikamente und EinschrĂ€nkungen der kostenlosen Mitversicherung von Ehepartnern. Dies soll neue Anhebungen der ZusatzbeitrĂ€ge im kommenden Jahr vermeiden.
Womöglich wird das Sparpaket fĂŒr die KrankenkassenbeitrĂ€ge noch ein Fall fĂŒr den Vermittlungsausschuss von Bundesrat und Bundestag. Hamburgs Gesundheitssenatorin Melanie Schlotzhauer sagte als Koordinatorin der SPD-gefĂŒhrten LĂ€nder: «Ich sage hier nicht, dass wir alle auf dem Weg sind in einen Vermittlungsausschuss. Ich will aber auch sagen, wir können ihn zum jetzigen Zeitpunkt jedenfalls in Teilen der Gruppe, die ich vertrete, nicht ausschlieĂen.»
Ihr GegenĂŒber fĂŒr die unionsgefĂŒhrten LĂ€nder, Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), erklĂ€rte, es sei «nicht das Ziel, ein Vermittlungsverfahren zu machen, sondern das Ziel muss sein, dass wir das vernĂŒnftig in den Gesetzgebungsprozessen lösen».
