Deutschland, Nordrhein-Westfalen

Großeinsatz für Castor-Transport gestartet

Veröffentlicht: 07.07.2026 um 20:07 Uhr, dpa.de

Der Atommüll-Transport wird in NRW erneut von einem Großaufgebot der Polizei begleitet. Es ist bereits der fünfte seit Ende März.

  • In den vergangenen Wochen fuhren schon mehrere Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen. (Archivbild) - Bild: David Ebener/dpa
    In den vergangenen Wochen fuhren schon mehrere Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen. (Archivbild) - Bild: David Ebener/dpa
  • Im früheren Forschungszentrum Jülich lagern Castor-Behälter. Sie sollen von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
    Im früheren Forschungszentrum Jülich lagern Castor-Behälter. Sie sollen von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa
In den vergangenen Wochen fuhren schon mehrere Castor-Transporte durch Nordrhein-Westfalen. (Archivbild) - Bild: David Ebener/dpa Im früheren Forschungszentrum Jülich lagern Castor-Behälter. Sie sollen von Jülich ins 170 Kilometer entfernte Ahaus transportiert werden. (Archivbild) - Bild: picture alliance / dpa

Die Polizei hat einen Großeinsatz zum Schutz des fünften Castor-Transports aus dem Forschungszentrum Jülich ins Zwischenlager Ahaus gestartet. Das teilte ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur mit. Wann genau der Transport des hochradioaktiven Atommülls beginnt, sagte er nicht. Anti-Atomkraft-Initiativen erwarten den Start für den heutigen Abend.

Die Polizei sichert die unangekündigte Aktion mit Hunderten Beamten auf der Strecke sowie am Start- und Zielpunkt. Die Fahrtroute und Alternativstrecken werden aus Sicherheitsgründen nicht bekanntgegeben. Für die etwa 170 Kilometer lange Strecke werden etwa vier Stunden benötigt. 

An mehreren Stellen soll es Proteste geben. Das Aktionsbündnis «Stop Westcastor» veranstaltet in Jülich eine Mahnwache, die Bürgerinitiative «Kein Atommüll in Ahaus» eine weitere in Ahaus. 

Castor-Transporte bislang ohne Zwischenfälle

Die ersten vier nächtlichen Transporte quer durch NRW verliefen in den vergangenen Wochen ohne Zwischenfälle. Die Polizei begleitete sie jeweils mit einem Großaufgebot. An mehreren Stellen demonstrierten Menschen gegen die Verlagerung des Atommülls. 

Die Transporte nach Ahaus könnten sich länger hinziehen als geplant. Das Transportunternehmen Orano habe die Verlängerung der Transportgenehmigung um ein Jahr bis August 2028 beantragt, sagte ein Sprecher der Jülicher Entsorgungsgesellschaft für Nuklearanlagen. Sie ist die Auftraggeberin der Transporte. Zuvor hatte der WDR darüber berichtet. 

152 Castor-Behälter müssen nach Ahaus

In den Behältern werden insgesamt gut 288.000 tennisballgroße Brennelemente aus dem Versuchsreaktor transportiert. Der Reaktor war ein Kugelhaufen-Hochtemperaturreaktor. Die Anlage war von 1967 bis 1988 in Betrieb. 

Die Brennstoffe in den Kugeln geben weiterhin radioaktive Strahlung ab und wären außerhalb der Behälter hochgefährlich. In jeden Behälter passen maximal 1.900 Kugeln, die insgesamt rund zwei Kilogramm Brennstoff enthalten. Ein beladener Castor-Behälter wiegt rund 27 Tonnen, ein Sattelzug mitsamt einem vollen Behälter knapp 130 Tonnen.

Insgesamt sollen 152 Castor-Behälter nach Ahaus gebracht werden. Hintergrund ist eine Anordnung der NRW-Atomaufsicht, das Zwischenlager in Jülich zu räumen, weil dort eine Erdbebensicherheit nicht nachgewiesen werden konnte. Bei dem Transport durch Nordrhein-Westfalen handelt es sich in der Summe um einen der größten Atommüll-Transporte auf der Straße seit Jahrzehnten.

de | politik | 69716613 |

Weitere Meldungen

Kokain und Pistole bei Razzien wegen JVA Rheinbach gefunden. Sieben Bedienstete sind suspendiert. Bei Razzien zu mutmaßlichem Drogenschmuggel in die JVA Rheinbach wurden in Wohnungen Kokain, Amphetamine und eine Pistole gefunden. (Unterhaltung, 15.07.2026 - 05:00) weiterlesen...

Discounter Kodi stellt erneut Insolvenzantrag. Nun ist es der Discounter Kodi, der sich sanieren möchte. Der Geschäftsführer rechnet mit rund 50 Filialschließungen. Die Pleitewelle im Einzelhandel reißt nicht ab. (Wirtschaft, 14.07.2026 - 17:34) weiterlesen...

BVB-Boss Ricken gibt Schlotterbeck-Update. Der Innenverteidiger verletzte sich bei der WM. Nun sagt BVB-Sportchef Ricken, wann man wieder mit ihm rechnet. Borussia Dortmund muss noch einige Zeit auf Abwehrchef Nico Schlotterbeck verzichten. (Politik, 14.07.2026 - 14:51) weiterlesen...

Ermittlungen gegen Vollzugsbeamte – Handys und Drogen in JVA. Wieder stehen Vollzugsbedienstete im Fokus. Wenige Wochen nach einer Razzia in der JVA Euskirchen wegen Bestechungsverdachts durchsucht die Polizei Räume im Gefängnis von Rheinbach. (Unterhaltung, 14.07.2026 - 13:06) weiterlesen...

Deutschland darf Millionen für Halbleiterfabriken geben. Deutschland darf vier Anlagen in NRW, Schleswig-Holstein, Hessen und Bayern fördern. Was dort geplant ist. Die EU will die europäische Halbleiter-Industrie stärken. (Wirtschaft, 14.07.2026 - 12:13) weiterlesen...

Streeck: «Meinetwegen kann die Tabaksteuer noch höher gehen». In Zeiten knapper Staatskassen sollen Raucher mehr Steuern zahlen. Gut so, sagt Hendrik Streeck. Rauchen ist krebserregend, trotzdem greift etwa jeder Fünfte immer mal wieder zur Kippe. (Politik, 14.07.2026 - 10:17) weiterlesen...