Union und SPD ziehen unterschiedliche Lehren aus Anschlag
14.02.2025 - 15:10:19 | dpa.deNach den Gewalttaten in MĂŒnchen und Aschaffenburg sieht SPD-Fraktionschef Rolf MĂŒtzenich vor allem Defizite im Handeln der Verwaltung. Es sei «fraglich, ob hĂ€rtere Gesetze das verhindert hĂ€tten - oder nicht eher ein Staat, der effektiver handelt, die ZustĂ€ndigkeiten besser abstimmt, die AuslĂ€nderbehörde 24 Stunden besetzt hĂ€lt», sagte der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion der «Welt am Sonntag».
Er wolle niemandem den Schwarzen Peter zuschieben, doch ein Staat mĂŒsse in der Lage sein zu erkennen, wo die eigentlichen Defizite liegen. «Wenn sie nicht im rechtlichen Raum sind, sind sie im Verwaltungshandeln zu suchen», fĂŒgte er hinzu. Dies mĂŒsse man nun gemeinsam angehen.Â
Innenminister Schuster: Chaos im AuslĂ€nderrechtÂ
«Nach fĂŒnf Attentaten "blame game" zu spielen, zeigt die Charakterlosigkeit der Regierungskoalition», konterte der sĂ€chsische Innenminister, Armin Schuster (CDU). Die völlig verfehlte Asylpolitik der vergangenen Jahre habe «ein Chaos im AuslĂ€nderrecht angerichtet, das selbst SachverstĂ€ndige kaum mehr durchschauen». Es sei ein «Paragrafen-Dschungel» mit vielen Ausnahmeregelungen entstanden, um ein «noch so abwegiges Bleiberecht zu konstruieren», kritisierte Schuster. Diese rechtliche Situation mache es den Behörden vor Ort schwer bis unmöglich, neben HumanitĂ€t auch Ordnung angemessen durchzusetzenÂ
Union macht Koalition fĂŒr Ăberlastung verantwortlich
Auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Alexander Throm, zieht andere SchlĂŒsse aus dem Anschlag als die SPD. Die Bundesregierung habe in den vergangenen drei Jahren «alles verhindert, was diese Migrationskrise beherrschbar gemacht hĂ€tte», sagte der CDU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Und: «Das System war niemals auf einen so hohen Zuzug ausgelegt, auch ein Land wie Deutschland schafft das nicht auf Dauer.»Â
Am Donnerstag war in der bayerischen Landeshauptstadt ein Autofahrer mit seinem Fahrzeug in einen Demonstrationszug gefahren. Laut Polizei wurden mindestens 36 Menschen verletzt. Ein 24-jÀhriger Afghane, der 2016 als unbegleiteter MinderjÀhriger nach Deutschland gekommen war und spÀter Asyl beantragte, wurde festgenommen. Die Ermittler vermuten ein religiöses Tatmotiv.
Am 22. Januar soll in Aschaffenburg ein mutmaĂlich psychisch kranker Afghane unvermittelt auf Kinder und Passanten eingestochen haben. Ein zweijĂ€hriger Junge marokkanischer Herkunft und ein Deutscher (41) starben. Drei Menschen wurden schwer verletzt.
GdP: Polizei braucht mehr Personal und Befugnisse
Der Bundesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Jochen Kopelke, sagte laut einer Mitteilung, angesichts der aktuellen Bedrohungslage seien «eine deutsche Sicherheitsstrategie und eine PersonalstĂ€rkung fĂŒr alle Sicherheitsbehörden» dringend erforderlich. Aus seiner Sicht brauche es zudem mehr Befugnisse fĂŒr die Sicherheitsbehörden und eine Reduzierung von DatenschutzhĂŒrden.
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