Hamas-Sohn soll Anschlag in Deutschland angekündigt haben
Veröffentlicht am: 01.10.2026 um 08:05 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer Sohn eines Führungsmitglieds der islamistischen Terrororganisation Hamas soll in einem von Ermittlern entdeckten Propagandavideo einen Anschlag in Deutschland oder Österreich angekündigt haben. Der Anschlag sollte sich laut Bundesanwaltschaft gegen Israelis oder Juden richten und im vergangenen Herbst zum zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel am 7. Oktober 2023 stattfinden.
Video mit Drohung gegen Netanjahu
In dem etwa viereinhalb Minuten langen Clip kündigt ein mit einer Sturmhaube maskierter Mann einen bewaffneten Widerstand und eine Botschaft mit Blut an den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu an. Der Vermummte droht mit Rache für Israels Vorgehen im Gazastreifen; vor ihm liegen auf einem Tisch zwei Pistolen.
Die Bundesanwaltschaft wertet den Mitschnitt als vorab aufgezeichnetes Bekennervideo für einen verhinderten Terroranschlag. Nach den Ermittlungen soll der Sprecher Mohammed A. sein, ein in Deutschland geborener und zuletzt in Großbritannien lebender Sohn eines Mitglieds des Politbüros der Hamas.
Anklage gegen sieben mutmaßliche Komplizen
Das Video soll im Sommer 2025 in Wien entstanden sein, wo sich A. damals aufhielt. Anfang September klagte die Bundesanwaltschaft sieben mutmaßliche Komplizen vor dem Berliner Kammergericht an.
Die Männer sollen Waffen und Munition für einen mutmaßlich geplanten Anschlag beschafft haben. Ihnen werden die Mitgliedschaft in einer ausländischen Terrororganisation und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen.
Auslieferung aus Großbritannien
Über die Zulassung der Anklage muss nun das Kammergericht entscheiden. Mohammed A. sitzt in Großbritannien in Untersuchungshaft und soll nach Deutschland ausgeliefert werden.
Der Fall verbindet mehrere sicherheitsrelevante Ebenen: den Nahostkonflikt, die Aktivitäten der Hamas im Ausland und die Gefahr, dass politische Gewalt gegen jüdische oder israelische Ziele auch außerhalb der Konfliktregion vorbereitet wird. Nach der dts-Meldung soll der geplante Anschlag zeitlich an den zweiten Jahrestag des Hamas-Überfalls vom 7. Oktober 2023 anknüpfen.
Besonders bedeutsam ist die grenzüberschreitende Struktur des Verfahrens. Das mutmaßliche Propagandavideo soll in Wien entstanden sein, der Beschuldigte hielt sich zuletzt in Großbritannien auf, während die deutsche Strafverfolgung gegen sieben mutmaßliche Unterstützer vorgeht. Damit stehen neben der Beweissicherung auch internationale Rechtshilfe und ein mögliches Auslieferungsverfahren im Mittelpunkt.
Verfahren und Sicherheitslage
Die Anklage vor dem Berliner Kammergericht betrifft nach der Meldung unter anderem die mutmaßliche Beschaffung von Waffen und Munition. Über die Zulassung der Anklage muss das Gericht noch entscheiden. Erst danach würde sich der weitere Verlauf des Hauptverfahrens konkretisieren.
Für die Sicherheitsbehörden liegt die Bedeutung des Falls zugleich in der Verbindung von ideologischer Mobilisierung, digitaler Propaganda und praktischer Vorbereitung. Ein vorab aufgezeichnetes Bekennervideo kann dabei sowohl der Drohung als auch der späteren propagandistischen Verwertung dienen. Für jüdische Gemeinden, israelische Einrichtungen und Veranstaltungen mit Bezug zum Nahostkonflikt erhöht ein solcher Vorgang die Aufmerksamkeit für Schutzmaßnahmen, ohne dass daraus automatisch eine konkrete Gefährdung jedes einzelnen Ortes folgt.
