CDU: Boris Rhein fordert stÀrkeres konservatives Profil der Partei
Veröffentlicht am: 04.10.2026 um 00:01 Uhr | dts-nachrichtenagentur, AD HOC NEWSDer hessische MinisterprĂ€sident Boris Rhein (CDU) hat seine Partei zu einer stĂ€rkeren Betonung konservativer Positionen aufgefordert. Das konservative Element sei fĂŒr die CDU existenziell wichtig, sagte Rhein dem âSternâ.
Als politische Vorbilder nannte er den frĂŒheren CDU-Kanzler Helmut Kohl, den hessischen CDU-Landesvorsitzenden Alfred Dregger und den frĂŒheren CSU-Vorsitzenden Franz-Josef StrauĂ.
Warnung vor dem Verschwinden konservativer Parteien
âAnsonsten droht, was ĂŒberall in Europa passiert: Konservative Parteien verschwindenâ, sagte Rhein. Seine Partei mĂŒsse dies verhindern; dazu gehöre auch, âmehr Helmut Kohlâ zu wagen.
Rhein verband seine Forderung mit einer Abgrenzung zur AfD. Es sei wichtig, nationale Symbole nicht einer âin Teilen rechtsextremistischen, im Kern unpatriotischen Parteiâ zu ĂŒberlassen.
Rhein sieht CDU als Mitte-Rechts-Partei
Die AfD wolle das Europa zerstören, das Kohls Politik ermöglicht habe, erklĂ€rte der hessische MinisterprĂ€sident weiter. Die CDU sei âdie Mitte-Rechts-Partei in Deutschlandâ.
Mit Blick auf Franz-Josef StrauĂ zitierte Rhein den frĂŒheren CSU-Chef: âWir dĂŒrfen rechts von uns auf Dauer keine andere Kraft zulassen.â
Die Forderung von Boris Rhein steht im Zusammenhang mit der strategischen Debatte der CDU ĂŒber ihr Profil zwischen liberaler Mitte, konservativem Anspruch und der Abgrenzung zur AfD. Rhein verbindet dabei traditionelle BezĂŒge zur Union mit einer klaren europĂ€ischen Orientierung: Helmut Kohl steht in seiner Argumentation sowohl fĂŒr konservative Politik als auch fĂŒr die deutsche Einheit und die europĂ€ische Integration.
Politisch zielt die Aussage auf die Frage, wie die CDU WĂ€hler aus dem bĂŒrgerlich-konservativen Spektrum erreichen kann, ohne die Abgrenzung zu einer Partei aufzugeben, die Rhein als in Teilen rechtsextremistisch bezeichnet. Die Formel einer Mitte-Rechts-Partei beschreibt dabei den Anspruch, konservative Positionen selbst zu besetzen, statt dieses Feld der AfD zu ĂŒberlassen.
Profildebatte mit strategischer Bedeutung
FĂŒr die CDU berĂŒhrt die Debatte mehrere Ebenen: die Gewichtung nationaler Symbole, die europĂ€ische Rolle Deutschlands und den Umgang mit politischen Themen, die im rechten Spektrum mobilisieren. Rheins Verweis auf Kohl und Franz-Josef StrauĂ soll diese Themen in eine traditionsbewusste, zugleich proeuropĂ€ische Linie einordnen.
Die praktische Konsequenz bleibt eine Gratwanderung. Eine stĂ€rkere Betonung konservativer Inhalte kann der CDU ein klareres Profil geben; zugleich muss sie ihre politischen Grenzen gegenĂŒber der AfD und ihre innerparteiliche Beschlusslage wahren. Die Debatte dĂŒrfte deshalb nicht nur die programmatische Ausrichtung, sondern auch den Ton der Union im Wettbewerb um konservative WĂ€hler prĂ€gen.
