Gehörlose Abgeordnete gebÀrdet erste Rede im Bundestag
10.10.2024 - 18:29:03 | dpa.deDie Abgeordnete Heike Heubach hat erstmals in der Geschichte des Bundestags eine Rede in GebĂ€rdensprache gehalten. Der Bundestag solle ein Spiegelbild der Gesellschaft sein, gebĂ€rdete die SPD-Politikerin aus Bayern nach ihrer Rede vor Journalisten. Daher sei es «höchste Zeit» gewesen, dass ein gehörloser Mensch eine Rede halte.Â
«Die Fraktionen dĂŒrfen und sollen noch vielfĂ€ltiger werden.» Ihre Rede sei dabei ein erster Schritt gewesen. Gleichzeitig betonte Heubach, sie vertrete nicht nur Menschen mit Behinderung. Die Botschaft sei: «Wenn ich was schaffen will, dann kann ich das auch schaffen» - und diese Botschaft richte sich an alle Menschen, fĂŒgte Heubach hinzu.Â
Stiller Applaus aller Fraktionen
Heubach trat im November 2019 in die SPD ein. Bei der Bundestagswahl 2021 kandidierte sie im Wahlkreis Augsburg-Land und verpasste den Einzug ins Parlament knapp. Im MĂ€rz ĂŒbernahm Heubach dann den Platz des SPD-Politikers Uli Grötsch, der zum Polizeibeauftragten des Bundes gewĂ€hlt wurde.
«Das ist schon ein ganz besonderer Moment», sagte BundestagsvizeprĂ€sidentin Aydan Ăzo?uz (SPD) vor der Rede Haubachs. «Denn an dieser Stelle zeigen wir, dass wir unsere Gesellschaft noch ein StĂŒck besser reprĂ€sentieren können im Deutschen Bundestag.»Â
Die Abgeordneten aller Fraktionen applaudierten zu Beginn der Rede still - statt zu klatschen mit hochgestreckten, winkenden HĂ€nden, der GebĂ€rde fĂŒr Applaus. Mit der Hilfe von zwei Dolmetscherinnen wurde die Rede simultan in gesprochene Sprache ĂŒbersetzt.Â
Heubach verteidigt geplante Ănderungen im BaugesetzÂ
Die erste gehörlose Abgeordnete in der Geschichte des Parlaments bezog in ihrer vierminĂŒtigen Rede Stellung zur geplanten Novellierung des Baugesetzbuches. Der Gesetzentwurf sieht vor, Kommunen mehr Möglichkeiten bei der Bauplanung zu geben und gleichzeitig BĂŒrokratie abzubauen. So soll auch mehr bezahlbarer Wohnraum entstehen.Â
In der ersten Lesung des Entwurfs argumentierte Heubach, das neue Baugesetz stÀrke die Entwicklung von StÀdten gegen die Folgen des Klimawandels. «Am teuersten wird es dann, wenn wir nichts tun», betonte die SPD-Politikerin.
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