Justiz, KriminalitÀt

Hubig will Nichtanzeige schwerer Gewalttaten unter Strafe stellen

Veröffentlicht am: 11.06.2026 um 06:41 Uhr | dts-nachrichtenagentur.de

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will den Verzicht auf eine Anzeige unter Strafe stellen, wenn Menschen von geplanten schweren Gewalttaten vorher Kenntnis erlangen."Ich halte das zumindest fĂŒr sehr erwĂ€genswert", sagte Hubig dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Hubig will Nichtanzeige schwerer Gewalttaten unter Strafe stellen
Stefanie Hubig (Archiv) - Bild: via dts Nachrichtenagentur
Es gebe neue schlimme PhĂ€nomene, mit denen man sich auseinandersetzen mĂŒsse. Wenn sich MĂ€nner auf digitalen Plattformen zu geplanten Vergewaltigungen austauschten, sei es richtig zu sagen: Wer von einer solchen Chatgruppe Kenntnis erlange und keine Anzeige stelle, mache sich strafbar.

Gruppenvergewaltigungen seien fĂŒr die Betroffenen besonders traumatisierend, so die Ministerin weiter. Sie mĂŒssten hart bestraft werden. Auch wenn bereits hohe Strafen möglich seien, habe man sich im Koalitionsvertrag darauf verstĂ€ndigt, den Strafrahmen zu erhöhen. Das werde man auch umsetzen.

Hubig rief zudem MĂ€nner auf, sich mit dem Thema sexuelle Gewalt auseinanderzusetzen. "Sexualisierte Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem und wir werden es nur gemeinsam in den Griff bekommen", sagte sie. Alle mĂŒssten sich damit befassen - unabhĂ€ngig von Klasse, Alter, Herkunft und Geschlecht. Gerade auch MĂ€nner mĂŒssten sich mit sexualisierter Gewalt auseinandersetzen und sich dagegen positionieren. Das finde noch zu wenig statt.

Die Ministerin rĂ€umte ein, dass sie durchaus Fortschritte sehe. Zugleich nehme sie bei vielen MĂ€nnern eine große Unsicherheit wahr. Es sei wichtig, dass MĂ€nner nicht unter Generalverdacht gestellt wĂŒrden. Sexuelle und hĂ€usliche Gewalt werde ganz ĂŒberwiegend von MĂ€nnern verĂŒbt, aber das rechtfertige keine Pauschalisierung. Viele MĂ€nner hĂ€tten keine Vorstellung davon, wie verbreitet das Problem sexualisierter Gewalt sei - einfach, weil sie nicht betroffen seien. Sie nannte ein Beispiel, das ihr selbst noch einmal die Augen geöffnet habe. Bei einem Besuch in einem Frauenhaus habe sie mit vielen Frauen und zwei MĂ€nnern zusammengesessen. Als sie sagte, jede von ihnen habe schon einmal einen Exhibitionisten gesehen, hĂ€tten die Frauen genickt. Die MĂ€nner seien total erstaunt gewesen. Die hĂ€tten gedacht, das passiere vielleicht einer Frau von tausend. Dabei sei das fĂŒr Frauen NormalitĂ€t.

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